„Wasserburg ist ein Phänomen“

Professor Klaus Kaufmann erhält im Stadtrat lang anhaltenden Applaus

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kaufmannEr ist wahrlich ein würdiger Träger der Joseph-Heiserer-Medaille: Professor Klaus Kaufmann, Gründer und langjähriger Dirigent des Kammerorchesters und Initiator sowie künstlerischer Leiter des jährlichen Klaviersommers, erhielt gestern im Stadtrat eine besondere Ehrung (wir berichteten). Bürgermeister Michael Kölbl würdigte dabei das 40-jährige, erfolgreiche kulturelle Wirken des Musikers. Kaufmann bedankte sich in einer kurzen Ansprache, für die er lang anhaltenden Applaus erhielt.

„Diese Stadt ist einfach ein Phänomen. Es ist kaum zu glauben, welch kulturelles Interesse hier herrscht. Auf die Einwohnerzahl gesehen ist das wirklich sehr außergewöhnlich, aber wir hatten bei unseren Konzerten vom ersten Tag an immer volle Säle“, so Kaufmann in seiner Dankesrede.

Nach Wasserburg sei er mehr durch einen Zufall gekommen. Kaufmann: „1968 studierte ich Musik an der Musikhochschule in München, da hing am Schwarzen Brett ein Zettel: Vier Wasserburger Familien suchen einen Klavierlehrer.“ Worauf er sich beworben habe. Schon am ersten Tag habe er sich in Wasserburg verliebt. „Die Stadt hat mich nicht mehr losgelassen.“

Kaufmann, der jetzt die Leitung des Kammerorchesters in jüngere Hände legte, erklärte die Gründe für diesen Schritt: „Das ist kein plötzlicher Rückzieher, sondern von langer Hand geplant. Ich habe lange und intensiv nach einem Nachfolger gesucht und ihn jetzt mit Stefan Unterhuber, der Musiklehrer am musischen Ignatz-Günther Gymnasium in Rosenheim ist, gefunden.“ Für ihn sei klar gewesen, dass er das Orchester nicht so lange leiten wolle, „bis ich’s nicht mehr kann“.

Kaufmann bekundete abschließend nochmals seine Zuneigung zu Wasserburg: „Es liegt etwas auf dieser Stadt, das ich mir nicht erklären kann. Ich bekomme beispielsweise immer eine Gänsehaut, wenn ich am ehemaligen Stern-Bräu-Gebäude vorbeigehe, dort, wo Mozart auf seiner ersten großen Reise durch Europa nächtigte.“

Bürgermeister Kölbl hatte zuvor im Namen des gesamten Stadtrates Professor Kaufmanns kulturelles Wirken gewürdigt. Er sei ein besonders Beispiel dafür, wie sich jemand um die Stadt verdient machen könne. „Es ist wirklich ganz außergewöhnlich, was Professor Kaufmann in vier Jahrzehnten ehrenamtlich und mit größtem Engagement geleistet hat.“

Der Bürgermeister weiter: „Sie, Herr Kaufmann, konnten allezeit und können immer noch Musiker begeistern. Das Wasserburger Amateurorchester hat durch Sie eine so hohe Qualität erlangt, dass es heute nahezu an Professionalität heranlangt.“

Der Wasserburger Stadtrat hatte sich im Vorfeld einstimmig für die Verleihung der Medaille an Professor Kaufmann ausgesprochen. HC

 

 

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