Wasserburg hat einen neuen Polizeichef

Feierlicher Amtswechsel bei der Polizeiinspektion - Großer Festakt in Gabersee

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pol_3_kIn einer Feierstunde im Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee wurde heute der langjährige Leiter der Polizeiinspektion Wasserburg, Erster Polizeihauptkommissar Manfred Brandt (rechts), in den Ruhestand verabschiedet. An seine Stelle wird für die nächsten sechs Monate der 38-jährige Kriminaloberkommissar Robert Graf (links) aus Illerkrichberg (Alb-Donau-Kreis in Baden Württemberg) treten. „Ich bin heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Wasserburg gefahren. Das weinende für den scheidenden, langjährigen Kollegen, das lachende für den frischen Wind, der in die Inspektion einziehen wird und für den wohlverdienten Ruheständler“, sagte Polizeivizepräsident Peter Mauthofer (Mitte) bei der Feierstunde.

Zu dem Festakt fanden sich Ehrengäste aus Politik, Justiz sowie Rettungs- und Hilfsdiensten im Festsaal ein, um dem Wechsel an der Spitze der Polizeidienststelle beizuwohnen. Die Begrüßung der Gäste erfolgte durch den stellvertretenden Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Wasserburg, Polizeihauptkommissar Richard Gottwald: „Heute ist ein Tag des Dankes, der Verabschiedung und der Begrüßung“.

Im Anschluss ließ Peter Mauthofer die insgesamt 43 Dienstjahre von Manfred Brandt Revue passieren.

Der im Landkreis Traunstein geborene Familienvater begann seine Polizeilaufbahn im Jahre 1971 bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg. Bis zum Beginn des Studiums an der damaligen Bayerischen Beamtenfachhochschule – Fachbereich Polizei – stellte er seine Leistungsfähigkeit und sein fachliches Können im Kriminaldienst beim Bayerischen Landeskriminalamt in München unter Beweis. Im Jahre 1982 wurde er als Polizeikommissar zur Polizeiinspektion Ruhpolding versetzt.

Seinem Engagement und seinem fachlichen Knowhow verdankte Brandt die vorübergehende Leitung der Ruhpoldinger Dienststelle. Drei Jahre später bekam er die Möglichkeit als Verfügungsgruppenleiter und zugleich als stellvertretender Dienststellenleiter bei der Inspektion Trostberg seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen. Im Dezember 2004 – also vor gut zehn Jahren – wurde sein Werdegang durch die Bestellung zum Leiter der Wasserburger Inspektion gekrönt.

Brandt sei menschlich und sozial immer ein echter Teamplayer gewesen. In den zehn Jahren und sechs Monaten, in denen er als Chef fungierte, habe er vieles bewegt, auch wenn er hin und wieder angeeckt sei, so Mauthofer. „Ich bin mir sicher, dass Manfred das ein oder andere Mal zu Besuch sein wird in Wasserburg – er wird immer willkommen sein. Wenn Sie ihn jetzt sehen, dann sehen Sie, dass er bis zu den Ohren lacht. Ich kann es verstehen, die Ruhestandsurkunde ist ja doch die Schönste von allen.“

Peter Mauthofer hieß auch den Nachfolger Robert Graf, Kriminaloberkommissar, herzlich in der „Polizeifamilie Oberbayern“ willkommen. Der 38-Jährige wird die nächsten sechs Monate  – im Rahmen der Führungsbewährung – die Dienststelle in Wasserburg leiten. „Sie treten in große Fußstapfen, das ist aber auch eine große Chance. Nichts ist je so gut, dass es nicht verbessert werden könnte.“ Er hege keine Zweifel daran, dass der Kriminaloberkommissar einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen werde und wünschte ihm gutes Gelingen bei seinen dienstlichen und privaten Aufgaben. Ihm, so Mauthofer, sei bewusst, „dass Graf viel auf sich nimmt, indem er die nächsten Monate in der Ferne verbringt.

„Die unruhigen Nächte sind jetzt vorbei“

Mit dem Ruhestand werde von Manfred Brandt wiederum auch der „Brocken der Verantwortung“ von den Schultern genommen. „Die unruhigen Nächte sind jetzt vorbei“, sagte Reinhold Merl, Personalratsvorsitzender der Polizei.
Außerdem appellierte er an Klaus Stöttner, CSU Landtagsabgeordneter: „Die Messlatte der Polizeiinspektion in Holzkirchen ist für uns erstrebenswert. Die Verhandlungen sind momentan ins Stocken geraten, ich hoffe dennoch, dass ein Neubau in Wasserburg den nächsten zehn Jahren machbar ist. Nehmen Sie es als sportliche Herausforderung.“ Die Räumlichkeiten der Polizeiinspektion in Wasserburg entsprächen nicht den Sicherheitsstandards und stünden einer modernen Polizeiarbeit im Wege.

Bei seiner Abschiedsrede griff Manfred Brandt einige Erinnerungen an seine Ausbildung auf: „Die Unterbringung in Nürnberg war Natur pur – sogar mit Mäusen in den Zimmern“, sagte er mit einem Lachen. Er zählte einige Ereignisse aus dem Jahre 1971 auf, in dem er den ersten Schritt auf seiner Karriereleiter machte. Er gehe mit einem positiven Gefühl in den Ruhestand: „Wer in ein Loch fällt, hat keine Hobbys und die hab ich. Deshalb gehe ich mit zwei lachenden Augen in den neuen Lebensabschnitt. Ich freue mich auf das Radlfahren und Reisen mit meiner Frau. Mein Blick geht nach vorne.“

„Ich fühle mich wie ein Fußballer beim Elfmeter im vollbesetzten Stadion“

so die ersten Worte von Robert Graf. Der in Memmingen geborene Familienvater nimmt am Auswahlverfahren für künftige Führungskräfte in der 4. Qualifikationsebene des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West teil und bekommt nun für die nächsten sechs Monate die Möglichkeit, seine Führungskompetenz in Wasserburg unter Beweis zu stellen.

Trotz der mehr als 200 Kilometer entfernten Heimat versuche er die neue Herausforderung bestmöglich zu bewältigen. „Fördern und fordern heißt es – fordern auf jeden Fall. Fördern aber auch, ich sehe die kommende Zeit als große Chance, ein Perspektivenwechsel. Die erfolgreiche Geschichte von Manfred Brandt weiterzuschreiben, kann mir nicht im Alleingang gelingen. Die nächsten Monate stehe nicht ich im Mittelpunkt, sondern vor allem stehen da die Bürger und die Polizeiinspektion Wasserburg. Ich hoffe die Erwartungen erfüllen zu können und werde mich meinen Aufgaben mit vollstem Engagement widmen.“      isa

Fotos: ISA

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Ein Gedanke zu „Wasserburg hat einen neuen Polizeichef

  1. Aha… deswegen konnten wir über zwei Std. auf „Kollegen aus Rosenheim“ warten.
    Schwache Aufstellung

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