Was für ein fröhlicher Abend!

Das Publikum lachte Tränen: Montagsbrettl im Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums

image_pdfimage_print

2Was für ein fröhlicher Abend! Tränen gelacht hat das Publikum gestern am Montagabend im Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums Gabersee. Vier meisterliche Kabarett-Akteure standen auf der Bühne und ernteten tosenden Applaus: Allen voran (von links) da Altinger Michi, Chef und Moderator des Montagsbrettls, dann der Ex-Reichertsheimer Werner Meier, Tilmann Birr aus Berlin und nicht zuletzt Thomas Lienenlüke aus Köln, der Gruaber Monika ihr Co-Autor. 300 Gäste lachten sich schlapp, zum Beispiel als der Michi auf die Wahl des österreichischen Bundespräsidenten zu reden kam …

Fotos: Renate Drax

Die ursprünglich wegen Auszählungs-Pannen annullierte Stichwahl vom 22. Mai sollte ja nun am 2. Oktober wiederholt werden. Doch auch die Wiederholung muss bekanntlich verschoben werden – wegen Klebstoff-Problemen bei den Wahlkarten-Kuverts. „Warum nehman de denn ned den Klebstoff vo de Vignetten?“ rief Altinger und der Festsaal tobte, sah sich doch jeder in Gedanken die Vignette von der Windschutzscheibe des eigenen Pkw kratzen …

Zu Michi Altinger, der bewährt witzig, charmant und in der Wortwahl so beliebt direkt durch das Montagsbrettl führte – er hat große Pläne:

„Das Helle, das sind immer die anderen“, wusste schon Jean Paul Sartre … oder war es Franz Beckenbauer? Michael Altinger auf jeden Fall hat sich dem heutzutage so dringenden Wunsch vieler Menschen gewidmet, zu einer Lichtgestalt zu werden. Also zumindest irgendwie doch noch mehr aus sich zu machen, als man bis heute ist. Ein solch umfassendes Thema sprengt natürlich den gewohnten Rahmen. Niemals reicht dafür nur ein einziges Kabarett-Programm.

4Mit „Hell“ startet der BR-Schlachthof-Gastgeber jetzt im Oktober 2016 seine erste Kabarett-Trilogie. Es geht um den Aufstieg aus der Monotonie der Vorstadt. Raus aus der immer gleichen Abfolge von Arbeit, Alkohol, verpasstem Sport und eheähnlichen Endzeitgegnern. Man könnte sich doch noch etwas Bleibendes für die Ewigkeit verschaffen, etwas, das über die Dauer der eigenen Existenz hinausreicht. Und dazu brauchen wir eine neue Vision!

Altinger ist dagegen mit Mitte vierzig noch so jung, wie man noch zu keiner Zeit mit Mitte vierzig war. Da geht also noch was! Na dann, worauf warten wir? Erst einmal warteten gestern alle gespannt auf einen tollen Abend mit ihm und seinem Wasserburger Montagsbrettl …

3Großartige Gäste hatte der Michi gestern wieder in Wasserburg, darüber freute sich nicht zuletzt der Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee, Dr. Theodor Danzl (unser Foto), ganz besonders, der die zahlreichen Besucher im voll besetzten Festsaal auf das Herzlichste begrüßte.

Thomas Lienenlüke, Chef-Autor von Kabarett-Sendungen wie „Satire-Gipfel“ (ARD), „Stratmanns“ (WDR) oder „Klugscheisser“ (BR) – und auch Monika Grubers und selbst Michi Altingers Co-Autor, war eigens aus Köln angereist.

Der Hinschauer: Er ist der Schreiberling, der seit 20 Jahren schon die Top-Stars der Szene beliefert. Gestern spielte er zudem Gitarre und Piano, verwebte seine Beobachtungsgabe mit kompositorischer Originalität und bitterbösem Spott – ein Ostwestfale, der eigentlich gern entschleunigt chillt, sich gestern aber rächte …

6

… an Elite-Partner.de, an Eltern, die meinen, ihr Kind zum Hochbegabten  trimmen zu müssen, an Deutschlehrern in Jack-Wolfskin-Jacken und vielen anderen Zeitgenossen. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht immer alle Protagonisten das Ende erleben – nur halt die Physiklehrer in Polyester-Pullundern, zumindest bei Lienenlüke.

Dann das Sprachentalent: Tilman Birr aus Berlin (Foto unten) mit „Holz und Vorurteil – zwischen Brett und Kopf“ und mit Buch und Gitarre ‚bewaffnet‘. Kabarettist, Poetry Slammer, Liedermacher, Vorleser oder Stadtführer – seine Rollen sind vielzählig, seine Dialekte auch. Vom Wienerischen bis zum Hessischen.

8Tilman Birr sprach die Dialekte gestern zahlreich, freundlich, aber bestimmt. Und er sang dazu. Er hat zwar nichts gegen Menschen, aber … muss jeder selber wissen.

Im Foyer des Inn-Salzach-Klinikums-Festsaals bot er Waren in einem Offline-Shop an, ein neuartiges Konzept, direkt Kontakt auf zu nehmen mit Menschen, Verkäufern quasi. Mit Barzahlung und richtigem Geld. Er unterstützt das, weil er hofft, es möge sich durchsetzen …

Und nicht zuletzt der Einheimische, der gebürtige Reichertsheimer Werner Meier (Foto unten) und „…apps geht imma!“ Auch er stand mit der Gitarre in der Hand auf der Bühne. Heiter-spöttische Lieder von verliebten Pfarrern – von seinem Spezl, dem What’Sepp – von Online-Loosern und Online-Süchtigen – von Thermomixx-Wahnsinnigen und von Ketten-Hassern (also Discounter-Ketten, Backwaren-Ketten) – oftmals diente ihm das Publikum gerne auch als Chor …

7

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.