Warum nur ist die Schranke so lange zu?

Experten der Bahn nehmen Stellung zum Übergang Reitmehring

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SchrankeFünf Minuten – wer an der geschlossenen Schranke an der B 304 in Reitmehring mit seinem Auto in einer langen Schlange warten muss (unser Foto), hat entweder die Muße zu meditieren, oder aber er empfindet die lange Wartezeit als schier unendlich. „Gerade dann, wenn ein Zug langsam aus Edling heranrollt, schaut es so aus, als würden die Schranken völlig unnötig lange zuvor geschlossen sein. Lässt sich das technisch nicht ändern?“, fragte Stadtrat Josef Baumann bei der jüngsten Sitzung des Rates, bei der zwei Experten der Südostbayernbahn anwesend waren. Die Erklärung der Bahn-Verantwortlichen …

„Das geht leider nicht anders“, sagte Matthias Krause von der Südostbayernbahn bei der Sitzung. Die relativ lange Strecke vor dem Bahnübergang, bei dem der Zug das Signal und die Schranke auslöst, sei nach geltender Sicherheits- und Rechtslage nicht zu verkürzen.

„Wir müssen dabei eine höhere Geschwindigkeit, wie wir sie jetzt dann im Stundentakt bekommen, zu Grunde legen.“ Außerdem sei jede Bahnstrecke auch für Güterverkehr ausgelegt. „Natürlich kann ein einzelner Personentriebwagen leicht und auf kurzer Strecke zum Stehen gebracht werden. Die Sicherheitsstandards müssen aber auch schweren und langen Güterzügen gerecht werden.“

Die relativ lange Vorlauf-Strecke bis zum Bahnübergang brauche man, um folgendes Szenario absichern zu können: „Erst meldet der Zug, dass er einen bestimmten Punkt überschritten hat. Die Schranke schließt sich. Jetzt muss technisch überprüft werden, ob sie auch wirklich zu ist. Im äußersten Notfall, wenn die Schranke sich nicht geschlossen hat, muss noch ausreichend Zeit bleiben, um das der Leitstelle zu melden, die wiederum ein Signal für den Zug auslösen muss. Der muss dann auch noch anzuhalten sein. Da kommt einiges an Reaktionsstrecke zusammen“, so die Experten.  HC

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3 Gedanken zu „Warum nur ist die Schranke so lange zu?

  1. Verwunderlich ist nur, warum die Schranke an der B15 in Lendorf (Fa. Alpma) keine so langen Schließzeiten hat…? Auch hier ist eine Bundesstraße betroffen, doch die Staus dauern bei weitem nicht so lange an. Vielleicht sollten die „Bahn-Experten“ darüber mal nachdenken!

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    1. Die Antwort geht sogar indirekt aus dem Artikel hervor. In Lengdorf ist der Zug im Bereich des Bahnüberganges viel schneller unterwegs und damit näher an der Geschwindigkeit, auf die der Bahnübergang ausgelegt ist. Gleiches gilt auch für die Züge am Bahnübergang Reitmehring, die aus Rosenheim kommen – auch da ist die Wartezeit kürzer als bei den Münchner Zügen.

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  2. Wer redet denn da von 5 Minuten?
    Zu ungünstigen Zeiten – morgens, abends, Sonntagabend im Sommer bei schönem Wetter – da steht man gut und gerne 11 bis 13 Minuten!!
    Staus bis zurück nach Gabersee/Schwesternwohnheim und in der anderen Richtung bis Abzweigung Kesselseestrasse!!!
    Und dann die weiteren Rückstaus in die Megglestrasse und Staudhamer Strasse!!
    Das wird mit dem neuen Stundentakt nach München wohl noch schlimmer! – Vielleicht sollte dann die Bahnlinie nach Wasserburg noch reaktiviert werden, dann brauchen die Schranken gar nicht mehr geöffnet werden!

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