„Verschone Wasserburg vor Krankheit und Pest“

Sebastiani-Verlöbnisamt mit Neuerungen beim anschließenden Umtrunk

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KircheWasserburg – Beim „Sebastiani-Verlöbnisamt“ am Samstag warteten viele Wasserburger Gläubige gespannt auf das neue Unterhaltungsprogramm im Pfarrzentrum – während Pfarrer Dr. Paul Schinagl in seiner Predigt auf den Wortlaut des Gelübdes einging, das 1634 seinen Anfang nahm, als in Wasserburg die Angst vor der Pest umging. Die Wasserburger Bevölkerung legte damals ein Gelübde ab, das 1772 erneuert wurde. Davon sind ein Sebastianaltar und eine Votivtafel noch heute erhalten. Im Wortlaut des Gelöbnisses las der Geistliche vor, „der Geistliche Rat, die kurfürstlichen Herren und die Bürger von Wasserburg baten in ihrem Fürbittgebet an den Heiligen Sebastian …

… darum, ihre Stadt für diese Zeit und künftig vor Pest und ansteckenden Krankheiten zu bewahren. Dafür gelobten sie alljährlich dieses Fest besonders feierlich zu begehen.“

So bemüht sich nicht nur Pfarrer Dr. Paul Schinagl, der Pfarrgemeinderat, Altardienst und Kirchenchor, sondern auch immer wieder Helfer darum, diesen Vorabendgottesdienst und den anschließenden Umtrunk zu etwas Besonderem zu machen – immer unter dem Motto der Verbundenheit zu Wasserburg.

In den Vorjahren konnte mit der Zusammenarbeit von Witgar Neumaier und Georg Barth ein gelungenes Team gefunden werden, die mit ihrer Technik den Wasserburgern ihre Heimatstadt zeigten. Mit der Bitte Witgar Neumaiers, aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr an ihn heranzutreten, musste ein neues Rahmenprogramm gefunden werden. Denn auch Johanna Bufler, die in den letzten Jahren für einen weiteren Programmhöhepunkt sorgte, indem sie ihr musikalisches Können am Flügel zeigte, weilt derzeit im Ausland und sagte ab.

Um so erfreuter begrüßte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Isolde Brandl Georg Rakowsky, der aus seinem reichhaltigen Archiv unter dem Motto „Wasserburg im Wandel der Zeit“ eine halbstündige Diashow vorbereitet hatte.

Die Bilder machten sehr bald klar: Dieser Fotograf liebt seine Heimatstadt – und eroberte sich so die Herzen der Anwesenden im Flug. Seine Eindrücke galten besonders den größeren Baumaßnahmen – die er für die Zukunft und andere Menschen festhielt. Ein Schatz an Dias, jeweils gekonnt mit der Kamera eingefangen, oft aus luftiger Höhe und Lichtverhältnissen die Wasserburg und den Inn in den schönsten Farben erstrahlen lassen. Vieles wäre ohne sein „Klick“ für immer verloren.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Anwesenden sich immer mehr von den Bildern fesseln ließen, sich mit den Bildern zurückerinnerten, ihr anfänglich leises Raunen und Raten, welcher Teil der Stadt eben zu sehen sei, bevor Georg Rakowsky kommentierte, mit immer freier und lauterem zustimmendem „ja genau“ und persönlichem Wissen bereicherten. Für diese Veranstaltung wählte Rakowsky Bilder ab Mitte der 80er Jahre zum Bau der Umgehungsstraßen–Innbrücke, die Bebauung der Südlichen und Nördlichen Burgau, dem Bau der Rampe mit dem Areal der Post, des „Reisingergeländes“, der Neustraße, rund um den Bahnhof und der Sozialverwaltungsschule, die Renovierung der Roten Brücke, das Entkernen des Unterauerhauses, Bautätigkeiten am ehemaligen Schlachthof, am Greinhof, Errichtung des Parkhauses am Bruckbräu, Bebauung Tegernau und Wackerwerke.

Auf Nachfrage berichtete der Hobbyfotograf, „er habe noch viel mehr Aufnahmen zu den einzelnen Projekten. Um aber möglichst viele Zuschauer und deren Interesse zu erreichen, habe er immer nur einen kleinen Teil pro Bauprojekt ausgewählt. Innerhalb einer halben Stunde könne er dafür aber verschiedenste „Fleckerl“ von Wasserburg zeigen“, was mit großem Applaus aller Anwesenden honoriert wurde.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Isolde Brandl erfragte beim Dank nach der Vorführung, ob es eine „Fortsetzung“ geben könnte. Rakowsky stellte dies gern in Aussicht.

Andrea Däullary

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