Vermietungen: Ab Montag neue Regelung

Bestellerprinzip: Ein Gespräch mit Wasserburgs Immobilien-Profi Klaus Rottenwalter

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Klaus Ulrich Rottenwalter_kDer Immobilienmakler – bei den Wohnungssuchenden war er bisher nicht gerade sehr beliebt. Wer zahlt schon gerne eine Provision, um an eine Mietwohnung zu kommen? Ab Montag, 1. Juni, könnte sich das Image der ganzen Berufssparte deutlich verbessern. Denn dann ist das so genannte Bestellerprinzip gesetzlich verankert. Wer den Makler beauftragt, im Normalfall der Vermieter, zahlt die Dienstleistung künftig auch. „Auch wenn ich mir jetzt den Zorn des einen oder anderen Kollegen zuziehe: Das Bestellerprinzip ist eine faire Sache, letztlich werden seröse Makler davon profitieren“, sagt der Makler-Profi Klaus Rottenwalter aus Wasserburg, der seit 25 Jahren in der Branche tätig ist.

Das war wirklich oft ziemlich ärgerlich für den Wohnungssuchenden: Zur Miete und Kaution war beim Bezug einer neuen Wohnung oft auch noch eine Makler-Provision fällig. Denn die hatte bisher der Mieter zu berappen, auch wenn der Makler eigentlich vom Vermieter beauftragt war. „Das ist eine unlogische Regelung“, so Rottenwalter. „Und zudem war sie ziemlich unfair. Die Wohnungssuchenden haben natürlich immer versucht, den Makler zu umgehen.“

Mit dem neuen Bestellerprinzip, das übrigens nur bei der Vermietung von Wohnraum greift, nicht beim Verkauf von Immobilien oder bei der Vermietung von Gewerbeflächen, würden natürlich einige Makler, die sich auf die Vermietung spezialisiert hätten, mit Umsatzeinbußen rechnen müssen. „Der Vermieter wird natürlich erstmal nicht gerne für die Dienstleistung zahlen wollen. Es könnte sein, dass viele die Vermietung kurz- und mittelfristig erstmal selber übernehmen wollen.“ Da werde sich dann aber sicher sehr schnell zeigen, wie viel Arbeit in der Vermietung einer Wohnung stecke. „Ich befürchte, dass auch einige Vermieter nicht besonders gute Erfahrungen machen werden. Viele werden dann auch wieder auf unsere Dienste zurückgreifen. Denn ein professioneller Makler kann auch eine professionelle Abwicklung einer Vermietung garantieren“, so Rottenwalter.

Insgesamt werde sich das Image der ganzen Makler-Branche durch die neue Regelung verbessern. „Für uns wird das Vermieten viel einfacher, weil sich die Wohnungssuchenden jetzt direkt an uns wenden können, ohne Kosten befürchten zu müssen. Wir werden also viel mehr Bewerber bekommen. Mittelfristig werden sich die seriösen Makler ganz sicher durchsetzen. Alle, die glauben, das so nebenbei machen zu können, fallen früher oder später durchs Raster.“ Im Übrigen habe er bereits die Erfahrung gemacht, dass die Vermieter weiter auf die vertraute Dienstleistung zurückgriffen, auch wenn sie jetzt Geld koste. „Ich habe bisher keinen einzigen meiner Vermieter verloren.“

Leider ziehe das Bestellerprinzip auch den einen oder anderen negativen Aspekt nach sich, so der Profi-Makler aus Wasserburg. „Die neue Regelung wird sicher nicht für neuen Wohnraum sorgen. Die Rendite für den Vermieter sinkt noch weiter, so dass die Attraktivität einer Investition in Mietwohnungen abnimmt. Und: Es steht zu befürchten, dass der eine oder andere Vermieter die Makler-Provision einfach auf die Kaltmiete aufschlägt.“  Dennoch steht Klaus Rottenwalter zu seiner Meinung: „Das Bestellerprinzip ist logisch und richtig.“ HC 

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Ein Gedanke zu „Vermietungen: Ab Montag neue Regelung

  1. Lieber Klaus, bei aller Sympathie, das sehe ich etwas anders.

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