„Uns fehlt einfach ein bisschen Glück“

Basketball EuroCup: Ein Interview mit Wasserburgs Abteilungsleiterin Gaby Brei

image_pdfimage_print

carlaRund ein Monat ist vergangen, seit die Wasserburger Basketball Damen im Auswärtsspiel gegen Venedig erneut den Einzug in die nächste Runde des EuroCup Women verpasst haben – Zeit, Bilanz zu ziehen. Ein Interview mit Wasserburgs Abteilungsleiterin Gaby Brei:

Wie haben Sie generell die Chancen für das Team in der Gruppenphase eingeschätzt?

Ich habe von Anfang an gemerkt, dass es sehr schwer werden wird, denn die drei zugelosten Teams spielen sehr erfolgreich in wesentlich besseren Ligen, als es die deutsche Liga ist. Es war sogar sehr überraschend, dass wir die Ungarinnen so klar dominierten. Letztes Jahr hatten wir ja das Jugendteam aus Belgien, sozusagen Kanonenfutter für die restlichen Teams der Gruppe. Deshalb war es mir klar, dass wir nur mit etwas Glück und Verletzungsfreiheit die nächste Runde erreichen können. Die hatten wir dann durch die schwere Verletzung von Elli Pavel, unserer einzigen Brettcenterin, leider nicht. Außerdem war das Team gerade während der Gruppenphase durch eine Grippewelle, die vor allem Marlou de Kleijn getroffen hat, ziemlich geschwächt. Elli Pavel ist sogar die ganze Vorrunde ausgefallen, abgesehen vom Spiel in Venedig, aber da kann man nach zwei Monaten Spielpause keine Wunderdinge erwarten. Am 7.Januar war das erste Spiel in der nächsten Runde. Sowohl Nantes, als auch Venedig haben da ihr erstes Spiel gewonnen. Wir haben aber gezeigt, dass wir in Europa gut mithalten können und mit etwas Glück sogar recht weit kommen können.

Das Ausscheiden war wieder recht knapp – Was muss sich in Ihrer Meinung nach ändern, um den Sprung in die nächste Runde zu schaffen?

Uns fehlt zunächst mal etwas mehr Glück bei der Auslosung. So sind zum Beispiel die Tabellennachbarn des Schlusslichts aus unserer Gruppe beide weitergekommen und Miskolc wurde sogar Erster in seiner Gruppe. Wenn man den Kader unserer Gegner Venedig und Nantes anschaut, haben beide Teams eine absolute Topspielerin. Mit unserem starken Teamplay hätten wir es trotzdem fast geschafft. Außerdem sind Nantes und Venedig in ihren Ligen auch immer voll gefordert und liefern sich harte Kämpfe. Das kennen wir so nicht.
Was bedeutet das Ausscheiden im Eurocup für die Mannschaft in Bezug auf Motivation und Spielerwechsel?

Das kann ich wenig beurteilen, denn ich habe sie nicht gefragt und Verhandlungen haben auch noch nicht stattgefunden. Wechsel finden höchstens bei den Spielerinnen mit sehr mit sehr guten Statistiken statt.
 
Wie bewerten Sie insgesamt die Leistung und das Auftreten der Damen im Eurocup?

Besonders zu Hause haben alle ganz toll gekämpft und nach anfänglicher Nervosität hat sich das Team richtig freigespielt. Bei den beiden Spielen gegen Nantes hat das Team jedoch die Angst dominiert – da hat mir echt die „coole Schnauze“ gefehlt. Das Team hat beide Male stark unter ihrem Niveau gespielt. Dabei ist eine Gruppendynamik entstanden, die das gesamte Team in eine Richtung gezogen hat – und das zum Nachteil der Mannschaft, wie ein lahmes Spiel und eine sehr schlechte Trefferquote.
Trotz Ausscheiden im internationalen Wettbewerb betont Gaby Brei, dass sie mit den Spielerinnen sehr zufrieden ist und die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert. Außerdem sei die ein oder andere Spielerin vielleicht noch nicht so weit. „Manche brauchen möglicherweise noch das ein oder andere Jahr, um internationale Erfahrung zu sammeln.“ AURAN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.