TSV Wasserburg übergibt 1700 Unterschriften

Appell an Landrat: „Für den Erhalt von Sporthallen für unsere Kinder und für Integration"

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UnterschriftenlisteMorgen am Abend übergibt Dr. Martin Niehues, Vorstand des TSV Wasserburg, im Büro von Bürgermeister Michael Kölbl 1.700 gesammelte Unterschriften an Landrat Wolfgang Berthaler. Wie ausführlich berichtet, fordere man damit eindringlich „den Erhalt von Sporthallen für die Kinder und für eine Integration“ – nach der Belegung der Realschul-Turnhalle in Wasserburg seit Wochen und in anbetracht einer womöglich bevorstehenden Belegung der Gymnasiums-Sporthalle, heißt es.

„Natürlich wissen wir, dass die Lage alles andere als einfach ist und das Landratsamt tut, was es kann. Und eines ist auch klar: Wir haben nichts gegen Flüchtlinge und wir müssen diesen Menschen helfen. Aber es muss doch Alternativen dazu geben, alle Sporthallen zu belegen.“ Dr. Martin Niehues, der Vorsitzende des TSV Wasserburg, sagt dies alles mit Bedacht. Man hört es seiner Stimme an, dass er und seine Vereinsgremien es sich nicht einfach gemacht haben. „Dennoch mussten wir jetzt etwas unternehmen. Wir haben deshalb eine Unterschriften-Aktion für den Erhalt der Sporthallen für die Vereine, Schulen und letztlich auch für die Integration der Flüchtlinge gestartet.“

„Damit das die Menschen auch richtig verstehen: Wir sind dafür, dass die Flüchtlinge, die zu uns kommen, auch menschenwürdig untergebracht werden. Und wir fragen uns, ob da die Sporthallen auf Dauer wirklich die ideale Lösung sind. Noch dazu, wo wir uns mit deren Belegung auch einen Teil möglicher Integration durch Sport verbauen“, so Dr. Niehues.

Alle Vereinsgremien, Abteilungen und Ausschüsse hätten deshalb gemeinsam versucht, eine politisch einwandfrei formulierte Unterschriften-Aktion ins Leben zu rufen. „Wir haben vereinsintern viel miteinander geredet und uns letztlich auch auf einen Text einigen können.“

Man wolle jetzt noch nicht den Teufel an die Wand malen, „aber wenn nach der Realschul-Halle die Halle des Luitpold-Gymnasiums demnächst wie geplant gesperrt wird, dann wird’s schon ein bisschen schwierig.“ Echt gefährdet sei der Vereins- und Schulsport sowie der Sport zur Integration bei weiteren Schließungen.

„Noch können wir alles irgendwie auffangen, aber wenn mal die städtischen Hallen drankommen sollten, dann wird’s echt haarig. Wir dürfen das Problem mit den wachsenden Flüchtlingsströmen, das wir alle gemeinsam angehen müssen, nicht auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen austragen.“

Dr. Martin Niehues weiter: „Sicher ist das Landratsamt da in der Zwickmühle, wenn jede Woche 150 neue Flüchtlinge ankommen und untergebracht werden müssen. Aber wir sind uns sicher, dass es zu den Sporthallen auch Alternativen gibt.“

Man habe bei Besprechungen erfahren, dass der Umbau der Gymnasium-Halle zur Notunterkunft und der Rückbau wohl 100.000 Euro verschlingen würden. Mit diesem Geld könne man doch sicher andere Lösungen ins Auge fassen.

Der Vorsitzende des TSV Wasserburg beruhigend: „Noch brennt es in den Abteilungen nicht, wir bekommen alles geregelt, wenn’s auch beim Basketball ein bisschen schwierig wird. Vielleicht ist das jetzt eine gute Gelegenheit für uns, enger zusammenzurücken. Wir haben uns in unserer Wohlstandsgesellschaft einfach über Jahre einlullen lassen. Jetzt sind wir gefordert.“

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4 Gedanken zu „TSV Wasserburg übergibt 1700 Unterschriften

  1. Schade, dass ich kein Mitglied im TSV bin, dann könnte ich jetzt wenigstens austreten.

    Wichtiger ist doch momentan, dass die Leute ein Dach über dem Kopf haben/kriegen und nicht irgendwelche sportlichen Aktivitäten in Hallen.

    Wenn der TSV Leerstände weiß: Die Verantwortlichen sind sicher froh, Adressen zu bekommen.

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    1. Das haben wir alles bei einem früheren Artikel zu dem Thema schon diskutiert. Einfach mal dort nachschauen.

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    2. Herr Hecht, ich kann Sie „beruhigen“…: (sorry, ich gestehe, das ist ironisch gemeint, weil ich, zugegebenerweise, gerade verärgert bin) Vielleicht werden manche Mitglieder, stellvertretend für Sie, den Verein demnächst verlassen, weil sie Beiträge zahlen, aber keine Hallen nutzen können? Vielleicht gehen Mütter raus aus dem TSV, die mit ihren Kleinkindern in der MutterKindgruppe sind und monatlich Beiträge zahlen , vielleicht kündigen auch ambitionierte Sportler, die seit Jahren auf größere Meisterschaften hin trainieren, ihren Vertrag. Unter Umständen auch Senioren, die der Gesundheit und der Freude wegen seit Jahren Breitensport machen? Müssen all diese Bedürfnisse – selbstverständlich (!!!) – weichen? Muss man einen Sportverein empört verlassen, weil die Hallen für ihre ursprüngliche Bestimmung – nämlich Sport zu machen – auf Jahre teuer fehlverplant werden?? Ist es niederträchtig, wenn man sich wünscht, dass die eigenen Kinder (– nicht nur die, die das Abitur in Sport ablegen – ) Zugang zu den Hallen haben (zur Erklärung für Nichtsportler… – mit „ein bisschen Laufen im Freien und schwimmen ist es nicht für alle getan….). Sind die bestehenden und belegten Studien, WIE wichtig der Sport für die körperliche und geistige und soziale!!! Entwicklung sind, auf einmal, so nebensächlich? Ich gebe zu bedenken , wir sind Helfer…. kein unmittelbar in div. Kriege verwickeltes Land.
      Bei aller Solidarität und Nächsten liebe – , man muss schauen, dass das Gleichgewicht (und in diesem Fall – buchstäblich die körperliche Ausgeglichenheit) innerhalb einer sozialen Struktur, innerhalb einer Gemeinde/Stadt erhalten bleibt!
      Eine Aussage von Herrn Winter gibt mir heute noch zu denken – „Wir kämpfen gegen Obdachlosigkeit“. Es offenbart, dass wir längst überfordert sind und die Opfer, die auf dem Rücken unserer Kindern , der der Älteren ausgetragen werden, es nicht besser machen, sondern Problemberge nach vorne schieben und zusätzlichen Frust auf beiden Seiten produzieren. Ist das gut und wann hat es ein Ende?

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  2. Sind in den 1700 Unterschriften eigentlich alle Mehrfachunterschriften herausgerechnet?

    Hab mitbekommen, dass einige Personen mehrfach unterschrieben haben.

    Mich würden die angeblichen Alternativen auch interessieren. Andere Landkreise belegen Jugendherbergen. Das geht meines Erachtens auch zu Lasten unserer Kinder.

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