Taubenmarkt nur mehr im Parkhaus

Umzug macht's möglich: Erstmals wieder Verkäufer aus gesamtem Bundesgebiet zugelassen

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huhnEr war einst wohl der weltgrößte Kleintiermarkt – der weit über Bayern hinaus bekannte Wasserburger Taubenmarkt. Dieser findet heuer am Faschingssonntag, 7. Februar, ab 6 Uhr statt. Aber anders, als in den vergangenen Jahren, wird er jetzt nicht mehr in der Wasserburger Altstadt, sondern nur mehr im Parkhaus an der Überfuhrstrasse über die Bühne gehen. Das hat mehrere Gründe …

In der Altstadt ist zum einen an diesem Tag der große Faschingszug! Zwei Großveranstaltungen würden miteinander konkurrieren. Durch den kompletten Umzug des Taubenmarktes aus der Altstadt hin in das überdachte Parkhaus, dort fand bisher immer die Kleintierausstellung statt, erreichen die Verantwortlichen zudem, dass auch wieder Verkäufer aus dem gesamten Bundesgebiet zugelassen sind. Meldebögen …

… können ab sofort hier gedownloaded werden.

Seit dem Jahre 1878 findet der Wasserburger Taubenmarkt alljährlich am Blasitag, den 3. Februar, statt. Damals hatte der Brauereibesitzer Simon Grein den Taubenmarkt erstmals auf seinem Anwesen geduldet.

taubenmarkt 2Zu seinem heutigen Namen kam der Wasserburger Taubenmarkt bereits um die Jahrhundertwende. Damals besuchten Korrespondenten amerikanischer Medien diesen einzigartigen Markt. Derart beeindruckt nannten sie dieses Züchtertreffen den „Größten Taubenmarkt der Welt“ und schickten die Schlagzeilen auch nach Deutschland.
Somit wurde dieser Name nicht vom Brauereibesitzer Simon Grein erfunden, sondern von amerikanischen Journalisten übernommen.

Im Laufe der Jahre wurde der Markt immer grösser und bekannter. Neben Tauben und Hausgeflügel wurden auch Ziergeflügel, Kaninchen, Kanarienvögel, Waldvögel, Mischlinge und Sittiche angeboten.

Nachdem es weder der 1. noch der 2. Weltkrieg geschafft hatte, dass die alljährliche Traditionsveranstaltung auch nur ein einziges Mal ausfiel, war es im Jahr 1964 schliesslich die Maul – und Klauenseuche, die dafür sorgte, dass der Taubenmarkt erstmals in seiner Geschichte abgesagt werden musste.
Wegen steigender Personalkosten überließ im Jahre 1970 die Brauerei schließlich die Ausrichtung des Taubenmarktes dem Kleintierzuchtverein Wasserburg.
Da der Andrang immer größer wurde, beschloss man den das Marktgelände zunächst auf den Kirchhofplatz und um die Kirche, später dann auch auf die umliegenden Straßen auszuweiten.

Beim 110. Taubenmarkt im Jahr 1988 beispielsweise gingen Schätzungen von etwa 50.000 Tieren und fast 10.000 Besuchern aus.

Wegen zunehmender Proteste Wasserburger Geschäftsleute, der Blasitag war seit langem kein Feiertag mehr und sie mussten zunehmend Behinderungen und Umsatzeinbussen hinnehmen, wurde der Markt 1995 auf den ersten Sonntag im Februar verlegt.
Im Jahr 1998 stand der Wasserburger Taubenmarkt knapp vor seinem Aus.
Eine Petition des Deutschen Tierhilfswerkes e.V. an den Bayerischen Landtag sprach von unvorstellbaren Tierquälereien und forderte sogar „dieses mittelalterlich anmutende Spektakel“ so schnell wie möglich abzuschaffen.
Nach langanhaltenden und zähen Verhandlungen mit dem BNA, Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums und dem Vetrinäramt gelang es der Mannschaft um den Vorsitzenden Simon Frank schließlich den Taubenmarkt zu erhalten. Seit dieser Zeit wird auch das Meldeformular mit der Marktordnung, die jeder Verkäufer anerkennen und befolgen muss, verwendet.

2006 wurde, erst zum zweiten Mal in seiner Geschichte, der Wasserburger Taubenmarkt abgesagt. Wenige Tage vor dem Markttag untersagte das Veterinäramt aus Angst vor Verbreitung der Gefügelpest, die Durchführung.

Der Kleintierzuchtverein Wasserburg hat aktuell mehr als 200 Mitglieder.

Er besteht aus Sparten für Kaninchen, Geflügel und einer Jugendgruppe.

1. Vorsitzender : Schreyer Rudolf

2. Vorsitzender : Mayer Josef

Schriftführer : Rosbigalla Mario

Kaninchenzuchtwart : Berger Peter
Geflügelzuchtwart : Mayer Josef

Jugendwart : Rosbigalla Mario

1. Kassier : Oettl Martin

2. Kassier : Neubauer Heinz

Tätowiermeister : Stadler Werner
Zeugwart : Blumoser Johann

Taubenwart : Rupert Hanslmeier

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2 Gedanken zu „Taubenmarkt nur mehr im Parkhaus

  1. Bruno Baumgartner

    …ist scho schad‘ , dass ma scho wieda a scheene Tradition ausrangiert… da kimmt mir scho des geflügelte Wort in Sinn: „größere Menschenansammlungen vermeiden“…
    wegn da Sicherheit …. mei de armen Viecherl….. ins kalte Parkhaus abgschobn…. oa Eingang und a paar Notausgäng…..

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    1. girardelli dagobert

      seit 50 jahren fahre ich aus tirol zum taubenmarkt. diese pseudo tierschützer haben schon immer versucht diese veranstaltung zu sabotieren. besucher aus italien, polen, österreich und ex jugoslawien haben den markt lebendig und interessant gemacht. freunschaften und kontakte wurden geschlossen und ich habe in all den jahren keine tierquälerei festgestellt. schade darum, denn die gastronomie hat an diesen tagen sicher profitiert und wasserburg war an diesem tag der nabel der (kleintier) welt.

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