Tankstellenchef Robert Zeislmeier hat Ärger mit den Behörden

Weil er nachts gegen Randalierer vorging

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Silhouette of hooded man or hooliganWasserburg – Zwei junge  Männer machten sich kürzlich den zweifelhaften Spaß, vom Gerüst der Sparkassen-Baustelle in der Rosenheimer Straße nachts Steine auf Passanten, Autos und Gebäude herab zu werfen (wir berichteten).  Dabei trafen sie auch das Dach der benachbarten Tankstelle. Robert Zeislmeier, Ex-Stadtrat und Chef der Wasserburger Tankstelle, bekam den  Zwischenfall mit, informierte die Polizei, handelte schnell und ging mitten in der Nacht gegen die Randalierer vor. Genau deswegen hat er jetzt Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Die Randalierer indes kommen ohne jede Strafe davon.

Robert Zeislmeier versteht die Welt nicht mehr. Er schildert den Vorfall folgendermaßen:   „Wegen des Lärms, den die jungen Männer auf der Baustelle verursachten,  konnte ich nicht einschlafen. Ich bekam mit, wie die Randalierer einen Eimer voll Steine vom Dach der Sparkasse auf unsere Tankstelle, auf Autos und Menschen warfen.“ Gegen halb zwei sei es ihm zu bunt geworden. Er ging mit einem Schlagstock ausgestattet, den er als Tankstellenbesitzer sicherheitshalber stets griffbereit hat, Richtung Sparkasse, während die Polizei vorher verständigt worden war. „Es dauerte ziemlich lange, bis die Beamten kamen. Kein Wunder, wenn man weiß, wie die Personalsituation in der Wasserburger Inspektion ist. Ich frage mich, warum man für die paar Hanserl überhaupt eine neue Inspektion braucht – aber das nur am Rande“, so Zeislmeier kopfschüttelnd weiter.

Schlagstock dabei

Den Schlagstock habe er mitgeführt, „weil ich aus meiner Tankstellen-Erfahrung weiß, dass man bei solchen Idioten als Einzelner auf alle Überraschungen gefasst sein muss.“ Als die Polizei endlich eingetroffen sei, hätten die beiden Beamten eine weitere Streifenwagen-Besatzung angefordert. Zeislmeier:  „Da sieht man, dass die Lage wirklich ernst war.“ Zu viert habe man die Randalierer schließlich vom Dach holen können. „Alles gut“, meinte Zeislmeier nun. Der versaute Schlaf sei für ihn das geringste Übel gewesen. Doch dann gab es ein böses Erwachen:  „Ein paar Tage später kam die Polizei bei mir privat vorbei und ich musste sofort Zeit haben. Die Beamten hatten den Auftrag, meinen Schlagstock zu konfiszieren. Ich wurde belehrt, dass ich das Teil zwar haben, nicht aber in der Öffentlichkeit tragen dürfe. Das Sparkassengelände sei nun mal öffentlich. Es werde jetzt ein Verfahren gegen mich eingeleitet.“ Zeislmeier lakonisch: „Hoffentlich muss ich nun nicht ins leere Zimmer von Gustl Mollath. Bei unserem  ganz toll funktionierenden Rechtsstaat weiß man ja nie.“

Was Zeislmeier besonders ärgert: „Als braver Bürger hab ich die Polizei gerufen, hab Anzeige wegen Ruhestörung und Sachbeschädigung gestellt, hab die Steine gesammelt und den Kübel der Polizei übergeben und hab‘ den Kommentar des Polizisten überhört, der meinte, was denn an dem Ganzen so schlimm sei.“ Doch dann folgte sogar noch die Krönung: „Das Verfahren gegen die beiden Steinewerfer wurde eingestellt. Begründung: Der Sachschaden ist zu gering. Die Ruhestörung wurde erst gar nicht behandelt“, sagt Zeislmeier und kann nur noch den Kopf schütteln. (BS)      Siehe auch unseren Kommentar Wos sans des nur für Leut? unter Des moanan mia.

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