Statt Poesie: Das Runde schoss voll ins Eckige

Lustiger Abend im Narrenkeller - Herwegh erstaunt Gäste - Nur Dominik Haas saß richtig

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herwegh_k„Geschichten, Szenen, Märchen, Fabeln, Thriller… alles im Fluss am Fluss“ – so lautete die ursprüngliche Ankündigung von Jörg Herweghs Narrenkeller für den Sonntagabend. Eine gruslig-poetische Spurensuche zum Theaterprojekt „River 1: Gefangen!“, das im Juli bei den 1. Wasserburger Nächten über die Innbühne geht, sollte es werden. Doch es kam alles ganz anders. Am Ende war nicht nur der Kabarettist, sondern auch das Publikum ziemlich erstaunt …

Der erste Verdacht, dass an diesem Abend irgend etwas nicht stimmen konnte, kam dem Publikum schon vor dem Auftritt Herweghs. Fußball-Lieder wummerten aus den Lautsprechern an der Bühne: „Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt“, um nur ein Beispiel zu nennen. Hä? Was hat denn das mit Poesie und Fluss zu tun, fragten sich die Ersten erstaunt. Und dann kam er auf die Bühne: Regisseur, Hauptdarsteller, Kabarettist, Theaterchef und Tausendsassa Jörg Herwegh – und das mit einer schwarz-rot-goldenen Fußball-Fan-Perücke.

Und er hämmerte auf eine schwarz-rot-goldenen Trommel ein. Hä? Wieder fragte sich das Publikum: Was ist denn das? Ein paar Minuten später war auch dem Letzten klar: Das ist nicht die Inn-Poesie zu den Wasserburger Nächten, das ist Jörg Herweghs zweites Programm, das er derzeit zur Fußball-WM auf die Bretter stellt. „Gib mich die Kirsche“ also – statt Poesie.

Irgendwie hatten sämtliche Wasserburger Medien, inklusive der Wasserburger Stimme, die Programm-Änderung für diesen Sonntag übersehen und nicht oder nicht rechtzeitig publiziert. Und so waren fast alle, die zur Inn-Poesie kommen wollten, im „Fußball-Stadion“ Narrenkeller gelandet. Fast alle? Ja, nur fast. Denn einer der wenigen, die tatsächlich das Fußball-Programm sehen wollten und die auch die Programm-Änderung mitbekommen hatten, war Wasserburgs neuer Fußball-Star Dominik Haas.

Aber auch dem Rest des Publikum war’s letztlich egal, dass man eigentlich im „falschen Film saß“, denn Herwegh zauberte auch mit seinem Fußball-Programm einen ganz wunderbar kurzweiligen Abend auf die Bühne. Keiner verließ vorzeitig den Narrenkeller – ganz im Gegenteil, zusammen mit Herwegh lachte man lange über den schrägen Nicht-Poesie-dafür-Fußball-Abend.

 

Übrigens: „Geschichten, Szenen, Märchen, Fabeln, Thriller… alles im Fluss am Fluss“ – eine gruslig-poetische Spurensuche zum Theaterprojekt „River 1: Gefangen!“ gibt’s jetzt ganz sicher am Sonntag, 1. Juni, um 19 Uhr im Narrenkeller. In der einmaligen Akustik des Kellers rezitiert Jörg Herwegh Schnippsel und Größeres, in denen der Fluss seine mystische Rolle spielt.

 

 

Das Fußball-Comedy-Solo gibt’s nochmals am Mittwoch, 4. Juni, um 20 Uhr im Salettl des Gasthauses Sanftl in Eiselfing und am Donnerstag, 5. Juni, um 20 Uhr im Saal des Gasthauses Höhensteiger in Rosenheim – Westerndorf St. Peter.

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