Sommeranfang und Siebenschläfer nahen

Wie geht es mit dem Sommer weiter? Unser Wetterexperte nimmt Stellung

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wetterDer Sommer schwächelt derzeit etwas- zumindest was die Temperaturen angeht ist es derzeit für die Jahreszeit zumindest im Norden und Osten etwas zu kühl. Immerhin bleibt uns der große Regen erspart. Nur vereinzelt gibt es mal einen kurzen Schauer. Das vielfach trockene Wetter wird in den kommenden sieben Tagen auch erst einmal andauern. Große Niederschlagsmengen sind nicht in Sicht: Glück für alle, die Aktivitäten im Freien geplant haben, wie beispielsweise Public Viewing. Kurze-Hosen-Wetter herrscht allerdings nur eingeschränkt und Richtung Wochenende wird es sogar nochmal richtig frisch.

 

 

„Dann kann es Samstag- und Sonntagfrüh sogar für einstellige Tiefstwerte im Land reichen, ganz lokal ist sogar noch einmal Bodenfrost möglich. Und das genau zum kalendarischen Sommeranfang am kommenden Samstag um 12.51 Uhr. Das wird ein echter Kaltstart in den kalendarischen Sommer 2014”, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Im Süden wird der Samstag sogar recht sonnig, im Norden gibt es dagegen Wolkenfelder mit einzelnen Schauern. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 und 22 Grad. Gegen Abend ist es dann allerdings fast überall trocken und das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana kann problemlos im Freien angeschaut werden – allerdings den Pullover nicht vergessen. Zum Abend hin wird es rasch kühler.

 

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Aufsummierte Niederschlagsmengen bis nächsten Mittwoch, in der Mitte fällt nur wenig Regen, lediglich an den Küsten und am Alpenrand kann es zeitweise etwas mehr Regen geben, www.wetter.net

 

Am Montag wird es dann aber im Süden wieder wärmer. Zumindest für einen Tag klettern die Temperaturen dort auf 25 bis 30 Grad. Doch schon ab Dienstag wird es wieder kühler. Danach nähern wir uns auch schon dem 27. Juni, der ist nächsten Freitag. Dann ist der Siebenschläfertag.

Die wohl bekannteste Bauernregel besagt: „Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es die nächsten sieben Wochen sein mag”. „Nun gut, das ganze muss man etwas differenzieren. Es macht gar keinen Sinn sich EINEN Tag anzuschauen und daraus auf das Wetter der kommenden sieben Wochen zu schließen“, so Jung.

Es gibt allerdings statistische Belege dafür, dass das Wetter Ende Juni/Anfang Juli mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die kommenden sieben Wochen andauern könnte. Man sich also die gesamte Wetterlage in diesem Zeitraum anschauen. Dann trifft diese Regel in Süddeutschland sogar zu 70 Prozent zu. In Norddeutschland ist sie nicht ganz so treffsicher.

„Außerdem ist die Siebenschläferregel viele hundert Jahre alt. Und es gab im Mittelalter eine Kalenderreform. Dabei wurden 10 Tage aus dem Kalender gestrichen. Daher wäre heute eigentlich der 7. Juli der Siebenschläfertag. Wie dem auch sei: Wir Meteorlogen betrachten uns den Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli. Dann kann man schon eine erste Abschätzung für den Sommer treffen. Ist dann beispielsweise ein stabiles Hoch über Europa, sind die Chancen hoch, dass es länger bleibt und uns schöne Sommerwochen bringt. Ist es dagegen wechselhaft, könnte auch der restliche Sommer eher unbeständig werden”, so Wetterexperte Jung.

„Normalerweise ist von Bauernregeln nicht viel zu halten, doch diese Regel bezüglich des Wetters nach dem Siebenschläferzeitraum hat wie gesagt tatsächlich eine nachweisbare Eintreffwahrscheinlichkeit. Man muss sich allerdings das Wetter im Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli anschauen und eben nicht nur an diesem einen Siebenschläfertag.

Der erste Trend deutet für den Zeitraum des Siebenschläfers kein beständiges Hochdruckwetter an. Einige warme bis heiße Tage werden rasch wieder von einzelnen kühlen Tagen mit Schauern unterbrochen. Daher deutet vieles auf einen wechselhaftes Sommerverlauf hin, was wiederum typisch für einen mitteleuropäischen Sommer wäre. Viele von uns vergessen das gerne.“

„Viele Menschen träumen noch immer vom Sommer 2003. Damals gab es wochenlang Hitze um 35 Grad und mehr und eine große Trockenheit. Für unsere Region war das aber völlig untypisch und auch gefährlich. Was viele Menschen vergessen: der sogenannte Super-Sommer 2003 brachte europaweit Tausende Hitzetote”, so Jung.

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