Siebenschläfer: Wie wird der Sommer?

Warum der kommende Montag eigentlich kein entscheidender Tag ist ...

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wetter1Am Montag, 27. Juni, ist der Siebenschläfertag. „Das ist ein ganz bekannter Tag in der Meteorologie. Alljährlich stellen die Menschen dann die Frage: Wie wird denn jetzt der Sommer? Aber Moment: Wie kann ein Tag oder ein Tierchen bestimmen beziehungsweise wissen, wie der ganze Sommer wird? „Zunächst mal hat der Siebenschläfertag rein gar nichts mit dem gleichnamigen Tier zu tun. Außerdem ist es Unsinn, das Wetter an genau diesem einen Tag auf den gesamten kommenden Sommer zu übertragen“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„Der Siebenschläfertag geht auf eine Legende zur Zeit der römischen Christenverfolgungen zurück. Sieben Brüder, alles Christen, wurden gefangen genommen und lebendig eingemauert. Sie starben der Legende nach nicht und wurden 195 Jahre später, am 27. Juni 446 entdeckt. Der 27. Juni ist damit der Gedenktag der Siebenschläfer“, erklärt Dominik Jung.

Später wurde der 27. Juni zum sogenannten Lostag. Man dachte damals beziehungsweise setzte fest, dass das Wetter an diesem Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden sieben Wochen, also den gesamten Sommer über anhalten könnte.

„Die Geschichte hat aber gleich zwei Haken:

1.    Durch die gregorianische Kalenderreform vor einigen hundert Jahren wurden aus dem Kalender zehn Tage entfernt. Daher wäre der Siebenschläfertag aktuell eigentlich erst am 7. Juli anzusetzen.

2.    ist es völliger Unsinn das Wetter an diesem einen Tag auf den gesamten Sommer zu übertragen. Das klappt so nicht“, sagt Jung.

„Dennoch: Es ist tatsächlich so, dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, dass das Wetter im Zeitraum Ende Juni, Anfang Juli durchaus auch die kommenden Wochen andauern kann. Diese Beobachtungen hat man zumindest in Süddeutschland gemacht.

Dort trifft diese Regel zu rund 70 Prozent zu. Weiter nach Norden, Richtung See, lässt die Trefferquote dieser Regel allerdings nach. Man kann also durchaus mit der Siebenschläferregel eine Abschätzung für die nächsten Wochen vornehmen, wenn man sich den Zeitraum Ende Juni, Anfang Juli zur Hand nimmt und eben nicht nur diesen einen Tag, den 27. Juni. Der macht eigentlich überhaupt keine Aussage über den kommenden Sommer“, sagt der Wetterexperte.

Jung weiter: „Das Wetter am kommenden Montag bringt uns 18 bis 26 Grad. Der Tag startet freundlich, danach gibt es aber Schauer oder längere Zeit Regen. Würde die Regel sich nur auf diesen einen Tag beziehen, dann stünde uns eher ein durchschnittlicher und leicht wechselhafter Sommer bevor. Das wiederum wäre allerdings typisch für einen mitteleuropäischen Sommer.“

GEWITTERSOMMER MÖGLICH!

„Wir hatten bereits Mitte Mai darüber berichtet, dass ein großer privater US-Wetterdienst für Deutschland vor einem Gewittersommer gewarnt hat. Es solle über Deutschland immer wieder zum Zusammenstoß zwischen heißer und kühler Luft kommen. Die Folge: starke Gewitter mit Sturzfluten, Hagel und Tornados. Wie man es sehen mag, bisher lagen die Kollegen damit gar nicht mal so verkehrt“, hält Jung fest. Ob es tatsächlich so weitergeht, das könne man heute aber noch nicht sagen.

„Vieles spricht aber derzeit für einen eher recht wechselhaften Sommer, der uns neben kurzer Hitze auch immer wieder heftige Unwetter bringen könnte!“

Foto oben: Trend für den Sommer 2016 in Deutschland, veröffentlich am 14. Mai durch einen privaten US-Wetterdienst, unmittelbar danach begann in Deutschland die heftige Unwetterserie.

WIE GEHT ES AKTUELL WEITER?

Bereits gestern wurden in Baden-Württemberg bis zu 33 Grad erreicht. Heute und morgen wird es noch heißer. Dabei werden stellenweise 35 bis 38 Grad erreicht. Gefühlt dürften die Werte allerdings stellenweise bei rund 40 Grad oder noch leicht darüber liegen, denn die Luft ist extrem feucht und damit sehr schwül. Es herrscht ein tropisches Klima.

ACHTUNG: Schon heute Nachmittag und Abend kann es im Nordwesten Unwetter geben. Dabei kann es zu Starkregen, Hagel und sogar Tornados kommen. Nachfolgende Karte zeigt den besonders gefährdeten Bereich. In diesen Regionen drohen schon heute Abend Unwetter!

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Morgen dehnt sich dieses Gebiet dann deutlich aus, wie die nachfolgende Karte zeigt. Der Osten und Bayern bleiben von den Gewittern und Unwettern noch verschont.

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Des einen Freud, des anderen Leid: Besonders schlimm ist für manche die große Schwüle. Sie macht einen erholsamen Nachtschlaf kaum möglich. Selbst nachts sinken die Werte kaum noch unter die 20-Grad-Marke. Die Hitze bleibt im Osten nun doch noch etwas länger als gedacht, denn dort werden auch am Samstag Höchstwerte bis 35 oder 36 Grad erreicht. 

Erst am Samstag ist die Wärme dann auch aus dem Osten verschwunden. Doch zuvor muss man auch dort mit heftigen Unwettern rechnen, wie die Wetterkarte für den Samstagabend zeigt.

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Nächste Woche geht es wechselhaft und mäßig warm weiter. Neue Hitze ist erst mal nicht in Sicht …

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