Sie schreiben Geschichte in der Erzdiözese

Attel: Elf neuen Lektoren erhalten ihre Beauftragungsurkunden

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IMG_3005Wasserburg/Attel – Ein klein wenig stolz waren sie schon, als Monsignore Thomas Schlichting zusammen mit Pater Karl Wagner ihnen beim feierlichen Gottesdienst am Sonntag in der Pfarrkirche St. Michael in Attel ihre Beauftragungsurkunden überreichte. Die elf Männer und Frauen aus den Einrichtungen Betreuungszentrum Steinhöring, der Stiftung Ecksberg und der Stiftung Attl sind nun offiziell Lektoren und können im Gottesdienst unter anderem die biblischen Texte der Lesungen und Fürbitten vortragen.

Erstmals wurden in der Erzdiözese München und Freising Menschen mit einer geistigen Behinderung mit einem speziellen Kurs zu Lektoren ausgebildet. In zwei Seminartagen, am 7. Juni in Steinhöring und am 21. Juni in Ecksberg, erhielten die Teilnehmer unter anderem ein Sprech- und Atemtraining. Dabei wurden vor allem Aussprache und Artikulation trainiert. Wie ist ein Text strukturiert, welche Bedeutung hat das Schriftbild und wie betont man richtig? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der beiden Seminartage.

Während beim ersten Treffen das gegenseitige Kennenlernen, die Bedeutung des Lektorenamts und der Gottesdienstablauf die zentralen Themen waren, ging es beim zweiten Mal vermehrt um das praktische Üben mit dem Mikrofon. Wichtig war es auch, den künftigen Lektoren ein Raumgefühl beim Sprechen zu vermitteln. Auch die richtige Körperhaltung und das korrekte Auftreten gehörten zum Kursinhalt.

Die Teilnehmer bekamen auch Tipps gegen Nervosität, die oft vor allem die ersten Einsätze vor der Gottesdienstgemeinde begleitet. Mit dem Abschluss ihrer Ausbildung werden die Frauen und Männer nun in ihren Pfarreien an ihrem Wohnort als Lektoren tätig sein.

Der neue Lektorenkurs war eine Initiative von Seelsorgern aus zwei Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in der Erzdiözese: Pastoralreferent Anton Helminger aus der Stiftung Attl und Pastoralreferentin Ann-Kathrin Lenz-Honervogt aus der Stiftung Ecksberg, die auch Teil des fünfköpfigen Leitungsteams der Ausbildung waren. Durchgeführt wurde der Kurs mit Unterstützung des Fachbereichs Pastoral für Menschen mit geistiger Behinderung des Ordinariats unter der Federführung von Fachbereichsleiterin Mechthild Ferber-Holzbauer, die auch als Gemeindereferentin im Einrichtungsverbund Betreuungszentrum (EVBZ) Steinhöring tätig ist. Vervollständigt wurde das Leitungsteam durch Hans Wenisch, Mitarbeiter der Stiftung Attl, und Gemeindereferentin Helene Aumer, Ausbilderin für Lektoren. Die meisten Kursteilnehmer sind in der Stiftung Attl, der Stiftung Ecksberg oder dem EVBZ Steinhöring tätig oder wohnen in den Einrichtungen.

Pastoralreferent Anton Helminger war begeistert von dem Engagement der neuen Lektoren. „Es ist unglaublich, wie viel Ernsthaftigkeit und Engagement die Teilnehmer mitgebracht haben. Sie haben vieles für sich neu gelernt. Mit diesem Kurs bekommen sie Anerkennung. Das schafft ein Bewusstsein für Inklusion von Menschen mit Behinderung“, so der Seelsorger.

Foto: Sie schreiben Geschichte in der Erzdiözese München und Freising: die elf neuen Lektoren zusammen mit Monsignore Thomas Schlichting (ganz links), Pater Karl Wagner (4.v.r.), Anton Helminger (hinten, 6. v. r.) und Mechthild Ferber-Holzbauer (hinten, 6. v. l.)

 

 

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