Seit 13. August kein Sommertag mehr

Das Wetter: Ein Blick auf die Sommerbilanz 2014 - Es bleibt kalt

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wetterSelten brachte ein August so wenig Sommer, wie der August 2014. Am 13. August gab es in Deutschland den letzten Sommertag. An diesem Tag wurde das letzte Mal die 25-Grad-Marke überschritten und damit das Sommerkriterium erfüllt. Das war in Brandenburg der Fall. Auch Hitzetage, also Tage mit 30 Grad und mehr waren dieses Jahr im August selten. Es gab nur 4 Tage im August, an denen die 30-Grad-Marke erreicht wurde. Spitzenwerte von 35 Grad und mehr, wie sie in einem Hochsommermonat immer wieder mal auftreten, gab es diesen August überhaupt nicht.

„Vor zwei Jahren brachte der August fast 40 Grad im Schatten. Doch dieses Jahr hat sich der August zu einem Herbstmonat entwickelt. Es ist derzeit der kälteste August seit 2006“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Besonders drastisch sind die negativen Abweichungen im Westen von Deutschland. In Trier und Saarbrücken ist der Monat bisher 1 Grad kälter als im langjährigen Mittel. Lediglich an der Ostsee und auf Helgoland ist der Monat etwas wärmer als üblich.

Wer diese Woche noch einen Kurzurlaub in Deutschland plant, der sollte Richtung Nord- und Ostsee reisen. Dort bleibt es die kommenden Tage nämlich richtig schön sonnig. Das regnerische Wetter legt hier mindestens bis Freitag eine Pause ein. Wer dagegen Richtung Alpen, als nach Süddeutschland fährt, der sollte neben einem Regenschirm auch eine dicke Regenjacke dabei haben, denn stellenweise schüttet es dort wie aus Eimern.

Lokal fallen in den kommenden 72 Stunden bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Lediglich an den Küsten kommt kaum etwas vom Himmel, wie die nachfolgende Regensummen-Grafik zeigt.

 

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Regenmengen der kommenden 72 Stunden, www.wetter.net

 

 

Fakt ist: Bis Monatsende wird es in Deutschland keinen einzigen Sommertag mehr geben. Die Temperaturen bleiben durchweg unter 25 Grad. Hier die Wetterechtwicklung der kommenden Tage im Detail:

 

Dienstag: 12 bis 21 Grad, wobei es bei Dauerregen am kühlsten ist und es schüttet fast überall, nur den Küsten ist es meist trocken, im Süden weht ein frischer, teils starker Wind.

Mittwoch: 16 bis 21 Grad, im Süden weiterer Regen, sonst einzelne Schauer, im Norden trocken

Donnerstag: bei 17 bis 23 Grad gibt es im Süden weiteren Regen, sonst lockern die Wolken auf, an der See ist es überwiegend freundlich

Freitag: bei 17 bis 23 Grad kann es heute überall Schauer und Gewitter geben

Samstag: 17 bis 21 Grad und „Herbst at it´s best“ mit vielen Schauern und Wind

Sonntag: 17 bis 22 Grad, dabei weiterhin ein Gemisch aus Sonne, Wolken und Schauern

Montag: mit 16 bis 22 Grad geht es auch zum meteorologischen Herbstbeginn wechselhaft weiter.

 

SOMMER 2014: VÖLLIG DURCHSCHNITTLICH!

 

Werfen wir einen Blick auf die Bilanz des Sommers 2014. Wie mittlerweile bekannt, rechnen die Meteorologen und Klimatologen die Jahreszeiten in vollen Monaten ab. Somit ist der Sommer Juni, Juli und August. Das entspricht allerdings auch dem Empfinden der meisten Menschen. Die wenigsten von uns würden wahrscheinlich den September zu den Sommermonaten rechnen.

 

Was also hat dieser abwechselungsreiche Sommer 2014 unterm Strich gebracht? Der Sommer 2014 ist bisher deutschlandweit 1 Grad wärmer als das langjährige Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Er brachte rund 250 Liter Regen pro Quadratmeter und damit lediglich 7 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt. Die Sonne schien rund 600 Stunden und damit hat sie ihr Soll zu 95 Prozent erfüllt.

 

Unterm Strich war es somit klimatologisch betrachtet ein fast völlig normaler Sommer. Kein Wunder, denn die Monate waren teilweise geradezu konträr und haben sich im Schnitt aufgehoben.

 

So war der Juni etwa viel zu trocken, der Juli dagegen viel zu nass. Die unterschiedlichen Regenmengen haben sich dann letztlich gegeneinander aufgehoben.

 

Am nassesten war der Sommer in der Region Erfurt. Dort fielen 210 Prozent der normalen Regenmengen – mehr als das Doppelte. Am trockensten war der Sommer in Hamburg. Dort wurde das Regensoll nur zu 60 Prozent erfüllt, es fielen also 40 Prozent zu wenig Niederschlag.

 

„Es war damit seit dem trockensten Sommer aller Zeiten im Jahr 2003 der 7. Sommer der nasser als im langjährigen Mittel ausgefallen ist. Von der damals von einigen Klimaexperten angekündigten Sommer-Dürre die Deutschland zukünftig ereilen sollte, fehlt also weiterhin jede Spur“, so Wetterexperte Jung.

 

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