Schwere Zeiten für Dauerparker

Stadt will neues Park- und Verkehrskonzept - Beratung im Hauptausschuss

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P1050157Da waren sich gestern bei der Sitzung des Hauptausschusses alle Stadträte einig: Autofahrern, die die städtischen Parkhäuser als Privatgarage zum Dauerparken nutzen, soll dies künftig nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit möglich sein. Man will sie zur Kasse bitten. Wie dies geschehen soll, darüber gingen die Meinungen allerdings auseinander. Während die Mehrheit der Räte einen Fachmann ins Boot holen will, ist die CSU strikt gegen ein „teures Verkehrs-Gutachten“. Denn: „Wir wissen doch selbst alle, wo’s am Verkehr in der Altstadt hakt“, sagte Oliver Winter, da brauche man keine Experten von außen. Bürgermeister Michael Kölbl hielt dagegen …

Man dürfe die Parkhäuser nicht als isoliertes Problem betrachten, sondern solle sich gleich auch den Verkehr in seiner Gesamtheit anschauen. Das Stadtoberhaupt: „Wir haben das zehn Jahre nicht mehr richtig unter die Lupe genommen.“

Unbestritten habe sich die Parkplatz- und die Verkehrssituation in der Altstadt durch die kostenlosen Parkhäuser positiv entwickelt. Es gebe aber keine Gewähr dafür, dass das auch die nächsten zehn Jahre so bleibe. Deshalb sei man von Seiten der SPD dafür, auf das ganze Thema Verkehr einen Expertenblick zu werfen.

„Wir haben in den 31 Jahren, in denen ich jetzt im Stadtrat sitze, bisher leider nicht den Stein der Weisen gefunden. Deshalb sollten wir jetzt aber nicht auf der Stelle treten. Die Tendenz in Sachen Verkehr in der Altstadt entwickelt sich schließlich nicht positiv.“

Rückendeckung bekam Kölbl von den Grünen. Markus Hoeft: „Wenn wir die gesamte Parkplatzsituation überdenken, kann das auch zu unpopulären Entscheidungen führen. Da ist dann schon ein gutes Gesamtkonzept wichtig.“ Und das gebe es eben nur von einem Fachbüro.

Letztlich waren sich alle Räte einig: Das Grundkonzept, dass in der Altstadt kurz und teurer, in den Parkhäusern länger und billiger oder sogar kostenlos geparkt werden darf, soll beibehalten werden. Dauerparkern soll hingegen ein Riegel vorgeschoben werden. Grundsätzlich soll es vor den Geschäften in Wasserburg weiterhin so viele Kurzzeitparkplätze wie möglich geben und auch die Anwohner sollen nach den üblichen Geschäftszeiten eine Möglichkeit erhalten, ihr Auto möglichst kostenlos abzustellen.

Gegen die beiden Stimmen der CSU entschied sich der Hauptausschuss dafür, einen Experten einzuschalten, der ein Gutachten zum Verkehr in der Altstadt in seiner Gesamtheit erstellen soll. 

Lob gab es von allen Fraktionen für die Vorarbeit von Kämmerer Konrad Doser, der die Verkehrsplanungen und die Entwicklung der letzten Jahre untersucht und zusammengefasst hatte.

HC  

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