Schon wieder dicker Sahara-Staub

Wetterexperte Jung erklärt, wie der „Blutregen" zu uns kommt

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wetter„Ein umfangreiches Frühlingshoch ist und bleibt weiterhin nicht in Sicht. Dafür macht sich schon wieder eine neue, dicke Sahara-Staubwolke auf den Weg nach Osteuropa. Diese wird am Freitag auch den Osten Deutschlands erreichen. Im Südosten des Landes kann es dann sogar wieder zu Blutregen kommen: Der Staub wird durch Regenfälle aus der Atmosphäre ausgewaschen und auf dem Erdboden und auf Gegenständen setzt sich das Ganze rötlich gefärbt ab. Daher der Begriff Blutregen“, so unser Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net.

 

„Da kommt eine ganz dicke Portion Sahara-Staub auf uns zu. Halb Europa wird am Freitag davon betroffen sein. In der Sahara selbst gibt es wieder starke Sandstürme. Dabei werden heute und morgen viele Tonnen Sahara-Staub in die Atmosphäre verfrachtet. Derzeit liegt zudem über dem westlichen Mittelmeer ein Tief. Dieses Tief bewirkt dann Donnerstag und Freitag den Transport der Luft inklusive dem Staub bis weit nach Europa hinauf“, so der Diplom-Meteorologe.

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Großwetterlage am Mittwochmittag, www.wetter.net

 

Schon in den vergangenen Tagen hat sich Sahara-Staub auf allen möglichen Gegenständen im Land abgesetzt. Am besten konnte man das auf Autoscheiben und dem Autolack beobachten. Den Staub sollte man zuerst mit viel Wasser abspritzen. Keinesfalls sollte man versuchen den Staub mit einem Tuch zu entfernen. Die Staubpartikel wirken wie Schleifpapier und würden den Lack beschädigen. Also: immer zuerst mit einem Wasserschlauch abspritzen oder am besten direkt in die Waschanlage fahren.

Aber nicht nur Staub lagert sich ab, auch Pollen sind derzeit in Massen unterwegs und setzen sich ebenfalls überall ab.

Die neue Staubwolke wird vor allem Osteuropa treffen. Der Staub wird von der Sahara aus in der Atmosphäre weit nach Norden verfrachtet. Ein Teil fällt natürlich unterwegs durch den Einfluss der Schwerkraft aus, ein Teil schafft es bis zu uns nach Deutschland.

 

Außer dass er Dreck macht, ist dieser Sahara-Staub allerdings nicht gefährlich. Aus dem Erdboden wirkt er wie ein natürlicher Dünger. Auch für die Flugzeuge ist der Sahara-Staub ungefährlich und nicht mit den Partikeln einer Asche-Wolke (Vulkanausbruch) gleichzusetzen.

Beim Wetter selbst gib es bei uns nicht viel Neues. Das Aprilwetter dauert an. Ein stabiles Frühlingshoch scheint in diesem Jahr eher Fehlanzeige zu bleiben. Neben sonnigen Momenten ziehen immer wieder Regenwolken vorüber, teilweise gab es gestern sogar kräftige Gewitter mit kleinkörnigem Hagel.

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

Donnerstag: 7 bis 14 Grad, aus Westen neue Wolken und Regen, sonst mal Sonne, mal Wolken, kurze Schauer

Freitag: 8 bis 14 Grad, wechselhaftes Wetter, im Südosten auch mal längere Zeit Regen

Samstag: 11 bis 17 Grad, Sonne-Wolken-Mix, einzelne Schauer

Sonntag: 12 bis 18 Grad, erst freundlich, später wieder Schauer

Montag: 10 bis 22 Grad, meist bedeckt, im Westen neuer Regen

Dienstag: 11 bis 18 Grad, im Norden Schauerwetter, sonst auch mal freundlich

Mittwoch: 17 bis 23 Grad, bedeckt, erst trocken, später wieder Schauer

Donnerstag: 14 bis 21 Grad, im Süden kräftige Regenfälle, teils mit Blitz und Donner, sonst nur kurze Schauer

Freitag: 11 bis 17 Grad, bedeckt und immer wieder Regen oder Schauer

Samstag: 10 bis 17 Grad, bedeckt aus Westen starker Regen

Sonntag: 8 bis 15 Grad , Regenschauer, in höheren Lagen teilweise Schneeregen- oder Schneeschauer

Der April 2016 scheint in diesem Jahr nicht an seine trockenen und sonnigen Vorgänger anknüpfen zu wollen. Es bleibt weitgehend wechselhaft und immer wieder fällt Regen. Die Landwirtschaft kann sich in diesem Jahr immerhin nicht über ein zu trockenes Frühjahr beklagen. Fast alle Regionen bekommen in den nächsten 7 Tagen mal mehr, mal weniger viel Regen ab.

„2009 war der letzte zu nasse April. Seitdem waren alle April-Monate deutlich zu trocken. Das könnte nun der erste April seit Jahren sein, bei dem das nicht mehr der Fall ist“, erklärt Wetterexperte Jung.

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