Schauerwetter: Winter auf dem Rückzug

Diplom-Meteorologe Dominik Jung: Januar und Februar wärmer als sonst

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„Der Winter hat weite Teile des Landes im Griff, aber eben nicht alle Regionen. Während die Tiefstwerte in der vergangenen Nacht etwas am Niederrhein bei plus sieben Grad lagen, wurden in Mecklenburg-Vorpommern bis zu minus 14 Grad gemessen. Damit haben wir 21 Grad Temperaturunterschied im Land. Zwischen der warmen und kalten Luft gab es wieder Niederschläge und die hatten es in sich. Sie fielen oft als Schnee, teilweise aber auch als gefrierender Regen. Nach Westen war es nur Regen. Doch jetzt wird’s wieder wärmer“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Der Wetterexperte weiter: „In tiefen Lagen liegt nun mehr Schnee als in den Hochlagen der Mittelgebirge. So wurden in Neuburg an der Donau heute Morgen 14 Zentimeter Schnee gemessen. Auf dem über 1000 Meter hohen Brocken waren es aber nur 11 Zentimeter und auch auf dem Großen Arber (1455 Meter) im Bayerischen Wald waren es auch nicht mehr als 14 Zentimeter. Auch in Erfurt lagen 5 Zentimeter Schnee, in Hannover und Leipzig waren es immerhin noch 4 Zentimeter.“

„Die Straßen sind durch den Eisregen teilweise spiegelglatt gewesen. Es kam zu zahlreichen Unfällen. Bei Eisglätte helfen auch kaum noch Winterreifen. Da hilft nur noch: das Auto stehen lassen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„Es ist schon erstaunlich: Dieser kurze Wintereinbruch im Nordosten war seit Tagen angekündigt und trotzdem hat man das Gefühl, alle Welt ist überrascht.

Das gilt besonders für die Deutsche Bahn. Nach wochenlangem Frühlingswetter im Winter 2015/2016 wird es nun mal ein paar Tage kalt, gibt gefrierenden Regen und Schnee und schon geht auf der Schiene in einigen Teilen Norddeutschlands nichts mehr. Das ist mehr als unangenehmen, wenn Reisende über 20 Stunden in Zügen festsitzen und nichts mehr geht“, so Jung.

„Was macht dieser Konzern nur, wenn es richtig Winter wird und das für Wochen? Nun gut, dass Szenario ist in den kommenden Tagen nicht zu erwarten, denn es wird milder. Auch der Osten und der Norden tauen langsam auf und die Werte klettern auch dort auf knapp über 0 Grad. Der Winter zieht sich dann weitgehend in die Mittelgebirge zurück“ so Wetterexperte Jung.

Auch wenn es tagsüber wieder frostfrei ist, so liegen die Werte nachts doch immer mal wieder um 0 Grad und auf den Straßen sollte man vorsichtig sein.

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

Mittwoch: im Norden minus 6 bis minus 2 Grad, dabei etwas Schnee oder gefrierender Regen, sonst 2 bis 8 Grad und einzelne Schauer

 

Donnerstag: minus 2 bis 0 Grad im Nordosten, sonst 2 bis 9 Grad, aus Südwesten ziehen Regenwolken auf

 

Freitag: 2 bis 13 Grad, aus Süden kräftiger Regen, in den Mittelgebirgen teilweise Schnee

 

Samstag: 2 bis 11 Grad, am Alpenrand Schneefall, sonst neue Regenwolken

 

Sonntag: 2 bis 9 Grad, aus Westen wieder Wolken mit Regen

 

Montag: 3 bis 9 Grad, Sonne und Wolken, später aus Westen wieder Regen

 

Dienstag: 3 bis 9 Grad, im Süden zeitweise Regen, sonst etwas Sonne und meist trocken

 

Mittwoch: 3 bis 8 Grad, Schauerwetter

 

JANUAR UND FEBRUAR SOLLEN WÄRMER ALS ÜBLICH WERDEN!

Im Nordosten ist der Januar nach den ersten vier Tagen satte 4 Grad kälter als normal. Dagegen ist der Monat im Südwesten fast 5 Grad wärmer als normal. Aufgrund der steigenden Temperaturen in den kommenden Tagen dürfte sich bald in ganz Deutschland wieder eine positive Abweichung einstellen.

Die langfristigen Klimatrends deuten darauf hin, dass nach dem zu milden Dezember auch der Januar und sogar der Februar milder als normal ausfallen dürften.

Jung: „Die genauen Details müssen wir allerdings abwarten, denn die Wettermodelle berechnen für die Zeit nach Monatsmitte derzeit wieder eine Abkühlung. Bei Hochdruckwetter könnte sich demnach fast im ganzen Land trockenes Wetter mit Dauerfrost durchsetzen. Ob das wirklich so kommt, müssen wir aber erstmal abwarten…das ist sehr unsicher!“

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