RoMed-Mitarbeiter wehren sich

Proteste richten sich gegen geplante Klinikreform der Bundesregierung

image_pdfimage_print

krankenhaus„Wann immer das Leben uns braucht“ und „Gesundheit braucht Personal“, das stand auf den Plakaten geschrieben – zur großen Protestaktion am Mittwoch vor den Krankenhäusern in der Heimat! Die geplante Klinikreform im Rahmen des Bundes-Krankenhaustruktur-Gesetzes – sie ist auch für die Mitarbeiter der RoMed-Kliniken ein Schlag ins Gesicht (wir berichteten). Um sich gegen das neue Gesetz zu wehren, demonstrierten heute bundesweit 162.000 Krankenhausmitarbeiter. Gefordert wird vor allem mehr Personal, um die andauernde Überbelastung minimieren zu können. Auch in Wasserburg (unser Foto) hielten rund 120 Mitarbeiter des RoMed-Klinikums verärgert …

… ihre Nummernschilder in die Kamera. „Hoch mit den Schildern! Wir müssen zeigen, was wir wollen“, so Dieter Klee, Betriebsratsvorsitzender. Jede einzelne Nummer, die auf diese Schilder gedruckt ist, steht symbolisch für einen fehlenden Beschäftigten in einem deutschen Krankenhaus. 

Nur eine permanente Überbelastung der Mitarbeiter verhindere, dass die Versorgung zusammenbricht, so die Betroffenen. Diesem Druck könnten viele Pfleger und Pflegerinnen nicht Stand halten. Doch nicht nur den Beschäftigten zuliebe, sondern auch wegen der Patienten, die unter dem Personalmangel zu leiden hätten, müsse eine Änderung vollzogen werden.

Dieter Klee, Betriebsratsvorsitzender der RoMed-Kliniken in Bad Aibling, Prien und Wasserburg forderte deshalb: „Wir wollen mehr Personal und zwar jetzt.“ Die Mitarbeiter, die sich heute Mittag vor dem Eingang des Klinikums in Wasserburg versammelt hatten, stimmten diesem Appell lautstark zu.

„10.000 fehlende Stellen in der Pflege. Selbst wenn wir die besetzt bekämen, können wir immer noch nicht von einer komfortablen Arbeit reden – das sind gerade mal die Stellen, die notwendig sind.“ Klee betont, dass vor allem Ärzte und Pflegekräfte nie durch Maschinen ersetzbar seien: „Ein Chirurg operiert nun mal mit zwei Händen, das kann keine Maschine.“

Der Ärger war den Demonstranten anzusehen. Die Klinikmitarbeiter fühlen sich durch die Pläne des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) vor den Kopf gestoßen. Dass die Rahmenbedingungen für eine hochwertige Patientenversorgung in den Krankenhäusern weiter entwickelt werden müssen, darüber waren sich alle einig. Ebenso, dass die konsequente Patientenorientierung im Mittelpunkt einer Reform stehen muss. ISA

IMG_0154_k

Bei der Protestaktion mit dabei waren heute auch Wasserburgs Zweiter Bürgermeister Werner Gartner, Bezirksrat Sebastian Friesinger und Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler (vorne im Bild).

Auch bei den RoMed Kliniken in Bad Aibling (ca. 90 Mitarbeiter), Prien am Chiemsee (ca. 50) und Rosenheim (über 300) wurde protestiert.

„Der Entwurf zur Klinikreform steckt voller Kürzungen und Vergütungsabschläge“, kritisiert Günther Pfaffeneder, Geschäftsführer der RoMed Kliniken. „Wir erwarten, dass ein Krankenhaus seine Leistungen für die Bevölkerung und seine tariflichen Lohnkosten für die Mitarbeiter finanziert bekommt, nicht mehr und nicht weniger“, so Pfaffeneder.

Laut Berechnungen von ver.di fehlen 162.000 Arbeitsplätze in deutschen Krankenhäusern. „Nur die permanente Überlastung der Beschäftigten verhindert, dass die Versorgung zusammenbricht, an freien Tagen wird eingesprungen, damit der Betrieb aufrecht erhalten werden kann.“, wettert Volker Schmidt, Betriebsratsvorsitzender der RoMed Kliniken.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.