Public Viewing: Nur bestimmte Spiele erlaubt?

Lärmschutzverordnung stößt bei Gastronomen der Stadt auf Unverständnis

image_pdfimage_print

Brazilian Soccer Football Player Standing in RioEin Schreiben der Stadt zum Public Viewing während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat bei den Wasserburger Gastronomen für einiges Unverständnis gesorgt. Gleich drei Wirte meldeten sich gestern kopfschüttelnd bei der Wasserburger Stimme. Es geht um die Lärmschutzverordnung. Die erlaubt nun der Gastronomie ein Public Viewing im Freien „nur für ganz bestimmte Spiele“ – genau das aber ärgert die Wirte…

In dem Schreiben heißt es: Die Stadt werde wegen der späten Anstoßzeiten im Sinne des Lärmschutzes grundsätzlich keine öffentlichen Plätze fürs Public Viewing zur Verfügung stellen. „… um jedoch dem Interesse vieler Sportbegeisterter Rechnung zu tragen, kann auf den bereits vorhandenen Sondernutzungsflächen der Gaststättenbetriebe eine Übertragung der Spiele der deutschen Nationalmannschaft stattfinden.“ Genau dieser letzte Satz aber sorgt für einiges Unverständnis. „Das heißt also, wir dürfen keine Spiele der Italiener, der Kroaten oder Holländer übertragen. Das ist wirklich seltsam“, so einer der Gastronomen. „Da feiern wir ein Nationenfest mit 8000 Besuchern in der Altstadt, weil Wasserburg so wunderbar multikulti ist, und jetzt muss ich meine italienischen Gäste nach Hause schicken.“

Dazu Thomas Rothmaier, geschäftsführender Beamter der Stadt. „Das ist nicht auf unserem Mist gewachsen. Hinsichtlich des Lärmschutzes nach 22 Uhr setzen wir da einen Bundeserlass um, der auf alle Spiele abzielt.“ Auch er finde die Formulierung „Übertragung der Spiele der deutschen Nationalmannschaft“ unglücklich. Man gehe halt davon aus, dass da am meisten los sei.

Rothmaier weiter: „Paublic Viewing im Freien ist bis 22 Uhr ohnehin kein Problem, egal, welches Land gerade spielt. Anschließnd sollten die Wirte halt mit gesundem Menschenverstand vorgehen. Wir jedenfalls werden Kontrollen, so lange alles im Rahmen bleibt, nicht zu unserm Steckenpferd machen.“  In der ganzen Sache sei nur eines sehr wichtig: „Dass um Mitternacht draußen Ruhe herrscht“, so Rothmaier. HC        

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 Gedanken zu „Public Viewing: Nur bestimmte Spiele erlaubt?

  1. Ich denke also bin Ich

    Pfui. Wasserburg entwickelt sich immer mehr zur Spießer Stadt und sich dann wieder hinter Länderverordnungen zu verstecken, ist mal wieder typisch für dieses Land, keiner trägt für irgendwas die Verantwortung, aber trotzdem soll man sich daran halten?

    0

    0
    Antworten
    1. Die (bundesweit gültigen) Lärmschutzregelungen gibt es aus gutem Grund. Es geht dabei um den Schutz der Gesundheit von Menschen, im beschriebenen Fall v.a. der Altstadtbewohner.
      Hunderten von Menschen wochenlang den Schlaf rauben zu wollen, nur weil man ausgerechnet in einer dichtbesiedelten Umgebung Public Viewing anbieten möchte, ist ausgesprochen rücksichtslos bzw. schon überhaupt kein schützenswertes Anliegen. Es gibt auch in der Wasserburger Altstadt Kinder, die am nächsten Tag ausgeschlafen in die Schule gehen sollen und Arbeitnehmer, die zur Frühschicht müssen.
      Die große Mehrheit der Wasserburger Wirte weiß das auch und verhält sich entsprechend verantwortungsvoll, sodass es in der Altstadt eigentlich ein gutes Miteinander von Gastronomie und Anwohnern gibt.
      Dass nun ausgerechnet die kleine Minderheit von Wirten, die in der Altstadt lieber Ballermann-Gastronomie betreiben möchte, ein Forum in der Wasserburger Stimme erhält, ist etwas irritierend.

      0

      0
      Antworten