„Patienten nicht ausreichend informiert“

„8. Ameranger Disput" zum Thema „Tumortherapie im 21. Jahrhundert"

Krebs gehört nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Die Bevölkerung wird immer älter und somit steigt auch die Zahl derer, die im fortgeschrittenen Alter an Krebs erkranken. Nur knapp mehr als 50 Prozent der Patienten können bisher geheilt werden. Welche Fortschritte es im Bereich der Krebsforschung gibt und wie sich der Umgang mit Medikamenten für bessere Heilungschancen ändern muss, darüber diskutieren heute Experten beim „8. Ameranger Disput“.

Auf Einladung der Ernst-Freiberger-Stiftung und der Medical Park-Klinikgruppe beantworteten renommierte Experten im Vorfeld des „Ameranger Disputs“ Fragen zum Thema „Tumortherapie im 21. Jahrhundert“. Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig (Foto links), Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie in Berlin-Buch, und Prof. Dr. Bernhard Wörmann (rechts), Medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, reflektierten gemeinsam mit dem vorsitzenden Vorstand des Medical Park, Dr. med. Ulrich R. Mauerer (Mitte), die aktuelle Situation in der Krebsforschung.

Einig waren sich die Experten, dass eines der Hauptursachen der mangelhaften Heilungserfolge auf die Marktsituation der Medikamente zurückzuführen ist. „Wir wissen zum Zeitpunkt der Zulassung nicht ausreichend Bescheid über die Wirksamkeit und die Sicherheit der Medikamente“, so Ludwig. Dass diese Medikamente trotzdem im Kampf gegen den Krebs eingesetzt werden, sei deshalb unverantwortlich, weil es auch erprobte Alternativen zur Krebstherapie gäbe, so Ludwig weiter.

Dadurch, dass die meisten Studien zu Medikamenten von Pharmaunternehmen gesponsert werden, verschlechtere sich die Objektivität der Studien, da etwaige Nebenwirkungen zugunsten der Verkaufszahlen vertuscht werden könnten. „In Deutschland muss es unabhängige Forschung geben“, sind sich Wörmann und Ludwig einig.

Auch die Preise der Medikamente kritisierten Wörmann und Ludwig: „Die Medikamente müssen für die Patienten leistbar sein!“  Eine Regulierung dieses Marktes seitens der Politik betrachten die Experten jedoch als schwierig. „Es gibt zwar gesetzliche Vorschriften, aber der Markt mit den Medikamenten hat eine ganz eigene Logik.“

Auf die Frage, was man als Krebsvorbeugung am besten machen solle, stimmten Wörmann und Ludwig in ihren Antworten überein: „Ein Drittel der Faktoren, die Krebs verursachen, sind Faktoren des Lebensstils. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung können eine entscheidende Rolle spielen.“ MP

 

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