Parkgebühren: Weiter heftige Diskussion

Aktuelles Thema sorgt für regen Meinungsaustausch unter Wasserburgern

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Die Einführung von Gebühren für die Parkhäuser in Wasserburg ist weiter ein heißes Thema. Auch bei einer Diskussionsrunde des Bürgerforums am Mittwochabend zur Sperrstunde in der Altstadt (wir berichteten) wurde darüber hitzig debattiert – so mancher Anwohner nutzte die Gelegenheit, um seinem Ärger Luft zu machen…

„Wenn die Parkhäuser für uns Altstadtbewohner ein bis zwei Euro am Tag kosten, sind wir ja bald 700 Euro im Jahr los!“, sagte eine Anwohnerin in der Diskussionsrunde.  Schon länger bereite ihr die bevorstehende Entscheidung, für die Parkhäuser bezahlen zu müssen, Sorgen. „Ich wäre durchaus dazu bereit, 100 Euro im Jahr für einen Parkausweis zu zahlen, alles andere ist aber deutlich zu teuer. Außerdem war es doch immer etwas Besonderes, dass man in Wasserburg kostenlos parken konnte.“

Edith Stürmlinger, Stadträtin des Bürgerforums konnte die besorgte Bürgerin beruhigen: „Die Höhe der Gebühren steht noch nicht fest. Klar ist, dass nur Dauerparker zur Kasse gebeten werden sollen. Wir möchten eine Regelung finden, mit der wir weiterhin Kunden nach Wasserburg locken, ohne die Geschäftsleute und Anwohner zu belasten – die laufenden Kosten der Parkhäuser müssen einfach reingeholt werden.“

„Es gibt in keiner anderen Stadt kostenlose Parkhäuser – aus dem einfachen Grund, weil die Kosten irgendwie gedeckt werden müssen,“ bestätigt auch Stadtrat Norbert Buortesch. „Unser freies Parken kosten die Stadt und den Steuerzahler 1,6 Millionen Euro im Jahr.“

Chris Roth, Anwohner der Altstadt, befürchtet: „Wenn die Parkhäuser in Wasserburg kostenpflichtig werden, holen wir doch nur noch mehr Parksuchverkehr in die Stadt. Wollten wir das nicht eigentlich vermeiden?“

„Die Parkgebühren in Wasserburg sind ohnehin so hoch wie sonst nirgends“, beschwerte sich Rainer Gottwald vom Kino Utopia. Ergänzend fügte er hinzu: „Parkausweise für die Anwohner waren ein ganz klares Wahlversprechen von unserem Bürgermeister – was ist mit diesem Vorsatz passiert?“

Eine andere Anwohnerin merkte an: „So wie ich das verstanden habe, soll Kunden und Besuchern, die von außerhalb in die Stadt kommen, noch immer ein Parken kostenlos möglich sein. Und wir sollen ein bis zwei Euro pro Tag zahlen? Da fühlt man sich als Bürger der Stadt nicht wertgeschätzt! Die Parkausweise sind außerdem schon seit 1990 ein Thema hier, da hat sich bis jetzt noch gar nichts getan.“

Ein Lösungsansatz wurde im Stadtrat bereits diskutiert, berichtet Stürmlinger: „Wir haben über ein sogenanntes Zwiebelsystem nachgedacht: Direkt in der Altstadt sind die Parkmöglichkeiten etwas teurer und werden günstiger, je weiter außerhalb man parkt.“

Roth fügte hinzu: „Wenn Parkplätze in der Nacht kostenlos bleiben, während die Parkhäuser etwas kosten, wird man eben abends in die Stadt fahren. Somit wird man weiterhin Besuchern, die zum Abendessen oder für Veranstaltungen nach Wasserburg kommen, die Parkmöglichkeiten in der Altstadt vor der Nase wegschnappen. Das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein.“

Letztlich wurde in der Versammlung neben vergünstigten Parkausweisen für Anwohner eine sogenannte „Semmelstunde“ als möglicher Kompromiss diskutiert: Außerhalb zu parken würde niemandem schaden, da der Weg in die Stadt nicht weit sei. Jedoch bräuchte man eine etwa 15-minütige Freiparkzeit zum Be- und Entladen oder für kleinere Besorgungen – darauf könne man sich einigen.

Ein weiterer Vorschlag bei dem Infoabend: Den vielerorts so heiß gewünschten Biergarten einfach auf ein Parkhausdach bauen – „damit würde man einige Kosten decken können und alle wären zufrieden“.

HF

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13 Gedanken zu „Parkgebühren: Weiter heftige Diskussion

  1. Prof. phil. Heine

    Ganz im Ernst, wenns schlecht läuft bricht der Einzelhandel auch noch weiter ein. Der Stadtrat ist seit zwei Jahren dabei die kulturellen Errungenschaften dieser Stadt ernsthaft zu gefährden.
    Hier ist es dasselbe wie mit der Sperrstunde, dann fahren die Leute halt gleich nach Rosenheim oder München, aber sagt dann nicht man hätte euch nicht gewarnt…

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    1. Wenn der Einzelhandel einbricht oder die Geschäfte gar schließen, dann liegt das gewiss nicht an den Parkgebühren.

      Man siehe Rosenheim, eine attraktive Innenstadt mit attraktiven Geschäften boomt seit Jahren.

      Selbst der Christkindlmarkt in Wasserburg ist ein Witz. Und wenn man nur Schuhläden und Dönerbuden hat, wirkt das nicht gerade anziehend.

      Alles was zum Einkaufen einlud, hat entweder geschlossen wegen zu hoher Mieten (die dank Spekulanten immer weiter explodieren und die Regierung schaut zu) oder steht leer.

      Und was die Sperrstunde betrifft, kann nur ein Außenstehender bedauern. Wenn man sich in der Nacht aufführen muss, dass die Anwohner nicht schlafen können (es sind nicht alles Rentner), braucht man sich auch nicht wundern.

      Und was ist mit dem Biergarten, den man uns genommen hat, zum Kaffeetrinken draußen sitzen und aufpassen müssen, das man nicht überfahren wird, ist auch nicht lustig.

      Ich fahre zum Einkaufen auch lieber nach Rosenheim …

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    2. Da bewirbt sich einer für den Stadtrat!?
      Leider musste dich da outn;)

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  2. Altstadtbewohnerin

    Zwiebelprinzip? Kann mir jemand erklären wo dieses außerhalb ist, wo man dann günstiger parken kann?
    Burgerfeld? Burgau oder am Bahnhof in Reithmering?

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    1. Ganz innen, direkt vor dem Rathaus ist es auf jeden Fall kostenlos, es wissen halt nur die Motorradfahrer. Bei Autofahrern hat sich die kostenlose Parkfläche noch nicht herumgesprochen.

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  3. „Es gibt in keiner anderen Stadt kostenlose Parkhäuser – aus dem einfachen Grund, weil die Kosten irgendwie gedeckt werden müssen“… Von wegen, in Neuötting beispielsweise sind die Parkhäuser direkt an der Altstadt wohl kostenlos, sowie auch im Altstadtbereich auch kein Geld genommen wird. Allerdings darf man im Altstadtbereich nur zwei Stunden mit Parkscheibe parken und viele Dauerparker sind Geschäftsleute, die Dauerparkern das Dauerparken vorwerfen. So hat jede Stadt seine Eigenheiten. Aber wie geschrieben, kostenlose Parkhäuser gibt es anderswo eben doch, da scheinen die Räte wohl noch recherchieren zu müssen.

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  4. Die Diskussion läuft irgendwie schief. Es geht ja wohl um die Kostenpflicht der Dauerparker, die sonst keine Parkmöglichkeit unter Dach haben. Ich frage mich natürlich, warum diese Parker nichts bezahlen sollten? Ist ja nicht gerecht, wenn andere für einen Garagenstellplatz bis 50 Euro oder mehr im Monat bezahlen und die Dauerparker in den Parkhäusern die Kosten der Allgemeinheit aufbürden wollen.

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    1. Warum sollen Altdtadtbewohner, die keine andere Parkmöglichkeit haben alleine den Unterhalt der Parkhäuser finanzieren? Gerecht ist es nur dann, wenn ALLE, die das Parkhaus benutzen auch dafür bezahlen oder keiner. Die Dauer der Benutzung macht natürlich schon einen Unterschied. Ungerecht wäre es aber auf jeden Fall, wenn Besucher oder Einkäufer nichts bezahlen und Anwohner oder Dauerparker es ausgleichen sollen. Wenn nur die Dauerparker bezahlen sollen, müsste eine geeignete Alternative vorhanden sein, die gibt es aber nicht.

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    2. Richtig, in der Diskussion läuft tatsächlich was schief. Ihrer Meinung nach wurde in den letzten Jahrzehnten ein großes unrecht verübt, in dem man kostenlos im Parkhaus parken durfte. Ganz ohne das sich eine große Mehrheit beschwerte. Ausserdem darf man nicht vergessen, dass wenn jemand einen Garagenstellplatz mietet auch eine 100%ige Verfügbarkeit bezahlt und nicht zu vergessen, macht dies auch die Autoversicherung billiger, kann man einen überdachten und abgeschlossenen Stellplatz nachweisen. Diesen Bonus haben Parkhausparker nicht. Auch soll man ja auf das Parkhaus ausweichen, um die Altstadt zu entlasten.

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  5. Zwiebelprinzip, eine absolute Frechheit des Stadtrates an sowas zu denken, außerhalb der Altstadt sind viele Strassen untertags so zugeparkt, dass Rettungswege bedenklich sind.
    Dann müssen Anwohnerausweise her und Strassen hierfür markiert werden.
    Warum geht es immer nur um die Altstadt? Warum passiert immer nur was wenn sich ein Stadtrat belästigt fühlt? (siehe Verkehrskontrollen wegen schnellem Fahren Nachts am Marienplatz).Danke Stadt Wbg ….für Mehrklassengesellschaft

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  6. Es ist aber keine Rede davon, dass die Dauerparker die ges. Unkosten bezahlen sollen. Es geht um ein angemessenes monatl. Entgelt dafür, einen überdachten Stellplatz zu haben, mehr nicht.

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    1. „ein angemessenes monatl. Entgelt dafür, einen überdachten Stellplatz zu haben“
      Ein überdachter Stellplatz wäre doch speziell im Winter nicht (gesichert) zu haben, sondern steht nur dann zur Verfügung wenn gerade kein Besucher, Einkäufer, oder jemand anderes den Stellplatz belegt. Insofern macht es keinen Sinn, nur von einer spezifischen Personengruppe einen Unkostenbeitrag zu erheben. Die Parkhäusser sollen doch für die Allgemeinheit jederzeit zugänglich bleiben. Jeder der das Parkhaus benutzt sollte auch dafür bezahlen. Wenn die Gefahr besteht, dass ein Einkäufer nicht mehr kommt und wo anders zum Einkaufen geht, ist das sicherlich ernst zu nehmen. Offensichtlich ist es wesentlich einfacher für die Benutzung etwas von den Bewohner zu verlangen, sie sind etwas geduldiger und werden deshalb nicht wegziehen.

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  7. Die Frage Einführung von Parkgebühren oder nicht beschäftigt die Stadt schon mehr als 15 Jahre. Bisher hat der Stadtrat immer noch mehrheitlich die Einführung von Parkgebühren abgelehnt. Insbesondere lag es auch daran, dass mehrmals Anwohnerparken beantragt wurde und somit zu Gunsten der Bürger in der Altstadt die Einführung von Gebühren in den Parkhäusern ausgesetzt wurden.
    Warum gerade nur der Personenkreis in der Altstadt einen Teil des Unterhaltes bestreiten soll ist nicht nachvollziehbar, zumal sie durch weite Wege zu ihren Wohnungen es nicht gerade einfach haben ihre Versorgung sicherzustellen. Wenn 4 Stunden Parken frei sind dann sind auch 8 Stunden kostenlos.Man muss dann nur mit seinem Fahrzeug in der Mittagpause eine Ehrenrunde drehen.
    Außerdem kann ich mir kaum vorstellen dass sie Parkgebühr einen wesentlichen Teil des Unterhaltes decken soll. Ich hoffe dass der Stadtrat eine Entscheidung auch zu Gunsten der Altstadtbewohner trifft.

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