Palmen jetzt auch im Stadtrat

Gestern in Sitzung: Anfrage wegen neuer Begrünung - Es kommt noch mehr!

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palmen_kDie Wasserburger Palmen: Sie haben in den letzten Tagen – wir berichteten – für einigen Gesprächsstoff in der Altstadt gesorgt. Gestern waren sie am Ende der Stadtratssitzung auch Thema im Sitzungssaal des ehrwürdigen Rathauses. Oliver Winter (CSU) wollte wissen, wie man auf die Idee gekommen sei, in die Altstadt tropische Pflanzen zu stellen – man könnte auch sagen, auf wessen Mist die Palmen gewachsen seien. Bürgermeister Michael Kölbl und Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann gaben Antwort …

„Ich traute meinen Augen nicht und frage mich ernsthaft, was Bäume, die für unsere Breitengrade derart untypisch sind, bei uns in der Altstadt zu suchen haben“, so Winter. Und auch Bürgermeister Michael Kölbl zeigte leichtes Unbehagen: „Wir haben bei der Dienstbesprechung mit den Fraktionsvorsitzenden schon über die Palmen diskutiert und waren uns einig, dass wir alle nicht ganz glücklich damit sind.“

Dennoch seien die Pflanzen keine Fehlinvestition. „Sie sind jetzt erstmal im Rahmen eines Versuches in der Altstadt aufgestellt, können dann aber auch ohne Probleme für das neu gestaltete Badria verwendet werden, wo sie sicherlich sehr gut hinpassen würden.“

Und auch Stadtbaumeisterin Mechild Herrmann beruhigte die Stadträte: „Die Stadtgärtnerei hat sich über den Winter ein Konzept zu Begrünung der Altstadt einfallen lassen.“ Man habe vor, die Achse zwischen Marienplatz und Hofstatt aufzuwerten. Dafür habe man ein ganzes Paket an Pflanzen geordert. Die vier Palmen seien erst der Anfang. Der Rest, darunter viele einheimische Bäume und Sträucher, komme jetzt nach und nach in den nächsten Wochen. „Erst, wenn wir dann alles beisammen haben, können wir beurteilen, ob das passt oder nicht.“

Herrmann räumte gestern auch mit dem Gerücht auf, jede der Palmen habe 1000 Euro oder mehr gekostet. „480 Euro sind’s, um genau zu sein. Und auch unser Gewächshaus im Bauhof muss zur Einlagerung im Winter nicht umgebaut werden. Wir haben ausreichend große und hohe Lagerflächen.“ HC 

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9 Gedanken zu „Palmen jetzt auch im Stadtrat

  1. Wieso kommt da von einigen sofort der Beissreflex, wenn etwas scheinbar „untypisch“ für unsere Breitengrade ist? Mir gefallen die Palmen super, endlich mal ne ausgefallene Idee, Lob an die Stadtgärtnerei!
    Ich hoffe Hr. Winter ist in der Lage dazu, die Palmen, welche schließlich sogar ohne ihr zutun quasi den tropischen Breitengraden abgeworben wurden, zu akzeptieren und ihnen die Chance zur Integration zu geben, sollte die Palme jedoch betrügen, muss sie fliegen, denn wer betrügt der fliegt 😉

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  2. Ich finde manche Skulptur am Inndamm wesentlich befremdlicher, als das mediterrane Flair der Palmen. Trotzdem wäre ich noch nie auf die Idee gekommen, die – sicherlich um einiges teureren – Kunstobjekte anzuprangern. Ein wenig mehr Toleranz würde dem ein oder anderen Wasserburger gut zu Gesicht stehen.

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  3. Ehrlich gesagt hab ich mich total gefreut, als ich die Palmen das erste mal gesehen hab… Erinnert irgendwie an den Gardasee und unterstreicht einfach das südländisches Flair von Wasserburg. (Nördlichste Stadt Italiens und so)
    Ich hoffe es werden noch mehr!

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  4. Auch dich sollten die Statuen nicht „befremden“ grundsätzlich hast du natürlich Recht,aber ich kann dich beruhigen der Großteil der Wasserburger ist v.a. für Bayern überdurchschnittlich tolerant und dass zum Glück nicht nur Pflanzen gegenüber – tropischen Pflanzen 😉

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    1. Manuel Michaelis

      Da der Vorschlag zu dieser Bepflanzung ausgerechnet von Frau Herrmann verteidigt wird, sollte man jetzt konsequenterweise natürlich auch die Gestaltungssatzung der Stadtbaumeisterin an diese Veränderung anpassen:
      In Zukunft sollte jeder tun und lassen dürfen, was er will. Bunte Sonnenschirme, noch buntere Häuser, rosa Fensterläden… Der Geschmacklosigkeit sollten einfach keine Grenzen mehr gesetzt werden. Hauptsache, wir sind tolerant bis zum Wahnsinn. Und am Ende schauen wir dann halt, was dabei rauskommt.
      Fehlt eigentlich nur noch ein „Flying-Fox“ von der Aussicht zum Marienplatz.

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      1. Ich find die Palmen auch toll – hat was – Innflorenz

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        1. Rupert Martl

          „Ein echter deutscher Mann mag keinen Welschen leiden, doch seine Palmen pflanzt er gern.
          Diesmal Anmerkung des Verfassers: ist nicht von mir, nur sehr, seeehr frei nach Goethe. (von, Johann Wolfgang)

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  5. The Guardian

    Hauptsache, wir können mal wieder ein Politikum daraus kreieren. Alles klar: Das Sommerloch ist da. Hier einige Kommentare von Besuchern der Stadt Wasserburg im Rahmen von Stadtführungen: „Ja mei, is bei Eich so warm, dass die Palmen den Winter überstengan?“, oder ja wos is etzad des? Hobt´s es koane einheimischen Baam mehr, dass´ds a so a Zeig hidoa müasts.“ Wie man sieht: Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut. Dem oana gfoits, dem andern ned. Frei nach dem Motto: Die Katz mog d´ Meis, i mogs ned. Komisch ist nur, dass man sich hier über 2 Palmen aufregt. Die alte Kastanie und die Linde im Fletzinger-Biergarten wurden nie mit einer Silbe erwähnt, als sie gefällt wurden. Das hätte meiner Meinung nach viel mehr Erwähnung finden müssen, als diese beiden Palmen.

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  6. daganzdaanda

    …macht´s euch doch mal a bisserl lockerer, liebe Heimat- und Postkartenidyllbewahrer …

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