OVB-Redakteure legten Arbeit nieder

Streikende trafen sich zu einer Fortbildung auf Herrenchiemsee

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OVB_kBereits zum vierten Mal haben sich am gestrigen Dienstag die Redakteurinnen und Redakteure des Oberbayerischen Volksblatts in Rosenheim, zu dem auch die Wasserburger Zeitung gehört, an den Warnstreiks im Rahmen der aktuellen Tarifrunde beteiligt. Seit neun Monaten wird ergebnislos verhandelt, nachdem die bundesdeutschen Verleger deutliche Einschnitte bei den Redakteurs-Einkommen verlangen.

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ So heißt es im Artikel 5 Grundgesetz. Die Streikenden aus dem OVB haben sich heute intensiv mit dieser Grundlage ihrer journalistischen Arbeit beschäftigt und zu einer Fortbildung in Sachen Grundgesetz getroffen: In der Ausstellung zum Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee waren sie beeindruckt vom starken Demokratiewillen der Verfassungsväter.

In München haben sich am Dienstag, am Tag vor der neunten Tarifverhandlung, auch die Redaktionen der tz und der Süddeutschen Zeitung der Warnstreikrunde für 5,5% mehr Gehalt angeschlossen, die gestern bereits beim Münchner Merkur begonnen hat. Gestern hatten auch Redakteure und Verlagsangestellte der Nürnberger Nachrichten, der Nürnberger Zeitung und der Fränkischen Landeszeitung für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Fortgesetzt werden die Warnstreiks heute bei der Redaktion und den Verlagsangestellten der Allgäuer Zeitung in Kempten. Streikende Beschäftigte der Augsburger Allgemeinen beteiligen sich heute in Ulm an einer gemeinsamen Kundgebung mit der Belegschaft der baden-württembergischen Südwestpresse in Ulm.

„Zur Pressefreiheit mit funktionierenden Tageszeitungen gehören gut ausgebildete und dafür auch gut bezahlte Redakteurinnen und Redakteure“, erklärte dju- Sprecher Karl-Heinz Kaschel-Arnold.

Während die Journalistengewerkschaften 5,5% Gehaltserhöhungen für Redakteure und die bayerischen Verlagsangestellten fordert, bieten die Verleger lediglich eine Einmalzahlung für 2014 und 1,4% Gehaltserhöhung ab 2015.

Pressemittelung von

Dju in ver.di Bayern, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie

Foto: Die OVB-Redakteure im „Verfassungszimmer“ auf Herrenchiemsee

 

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