Obacht! Ab nächster Woche blitzt’s!

Was tun, wenn der Bußgeldbescheid kommt? Bastian Wernthaler gibt wichtige Tipps

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ra_wernthalerEs ist derzeit das Diskussionsthema in Wasserburg derzeit: Die Stadt hat beschlossen, ab sofort Geschwindigkeitskontrollen durch den Zweckverband „Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“ durchführen zu lassen (wir berichteten). Start ist am kommenden Dienstag. Was aber soll man tun, wenn man geblitzt wurde und Post von der Bußgeldstelle erhält? Unser Experte, der Wasserburger Rechtsanwalt Bastian Wernthaler, gibt wichtige Tipps:

Wernthaler: „Wenn Sie geblitzt wurden, erhalten Sie einen Anhörungsbogen oder gleich einen Bußgeldbescheid. Jetzt heißt es schnell handeln! Wird nicht binnen zwei Wochen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid erhoben, wird dieser rechtskräftig. Wenn Sie sich gegen die Strafe wehren wollen (insbesondere wenn Punkte oder ein Fahrverbot drohen), sollten Sie umgehend einen Anwalt aufsuchen.“

Wernthaler weiter: „Der Anwalt wird zunächst die Ermittlungsakte anfordern und prüfen, ob die Messung korrekt und ordnungsgemäß erfolgte und ob Sie als Fahrer eindeutig überführt wurden. Bis dahin sollten Sie gegenüber der Polizei schweigen und keinesfalls einen Verkehsverstoß zugeben. Oft sind die Fotos der „Blitzer“ von so schlechter Qualität, dass nicht eindeutig klar ist, wer Fahrer war. Dann kann gegen den Bußgeldbescheid vorgegangen werden. Bei der Messung der Geschwindigkeit werden immer wieder Fehler gemacht. Experten schätzen, dass bei etwa jedem zehnten Blitzer Fehler gemacht wurden und deshalb kein Bußgeld verhängt werden kann. Der beauftragte Anwalt wird die Messung  – gegebenenfalls gemeinsam mit einem Sachverständigen – überprüfen und beurteilen, ob diese verwertbar ist.“

Der Experte weiter: „Aber selbst wenn der Bußgeldbescheid rechtmäßig ergangen ist, kann ein Einspruch sinnvoll sein. Der beauftragte Anwalt wird ihr Punktekonto in Flensburg prüfen. Die Punkte werden erst mit der Rechtskraft des Bußgeldbescheides in der Akte in Flensburg vermerkt. Ein Einspruch gegen den Bescheid kann die Eintragung in das Fahreignungsregister hinauszögern, hierdurch kann ein Fahrverbot vielleicht doch verhindert werden. Schließlich weiß ein Anwalt, ob im Einzelfall, gerade wenn Sie auf das Fahrzeug dringend beruflich angewiesen sind, ein Fahrverbot verhindert werden kann, wenn dafür ein erhöhtes Bußgeld gezahlt wird.“

Übrigens: Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, bei dem übernimmt diese häufig die Kosten für die Beauftragung des Anwalts und für eventuell nötige Gutachten.

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3 Gedanken zu „Obacht! Ab nächster Woche blitzt’s!

  1. Da gibt es eine ganz einfache „Expertenmeinung“: Sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten

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    1. Grundsätzlich richtig:
      Aber ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass Messungen fehlerhaft waren, da das Gerät falsch aufgebaut / bedient wurde,
      oder sogar außerhalb der gesetzlichen Eich-Frist lag…

      Grade wenn Städte und Kommunen Verkehrsüberwachung „freivergeben“, sind diese zur Überwachung eingesetzten Personen
      und oftmals auch die auswertenden Stellen nicht korrekt geschult bzw. eingewiesen
      und HIER hilft dann nur ein Verkehrsanwalt!

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      1. Ja genau, und dann das Handbuch zur Einsicht / Überprüfung anfordern und vier Wochen behalten. Dann dürfen die nämlich in dieser Zeit nicht blitzen…

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