Neuer Chefarzt für Wasserburg

Priv.-Doz. Dr. Thorleif Etgen übernimmt Neurologie des kbo-Inn-Salzach-Klinikums

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Antrittssymposium Dr. Etgen_k Voll besetzt war der Festsaal des kbo-Inn-Salzach-Klinikums. Daran zeigte sich das große Interesse, das die Neubesetzung der Chefarztstelle in der Klinik für Neurologie hervorruft. Geschäftsführer Dr. Theodor Danzl (links) begrüßte unter anderem zahlreiche niedergelassene Ärzte, Mitarbeiter des Hauses und Kollegen aus benachbarten Kliniken – insbesondere des Klinikums Traunstein, das den neuen Wasserburger Chef, Priv.-Doz. Dr. Thorleif Etgen, als wertvollen Mitarbeiter ziehen lassen musste.

Fünf Monate ist Etgen mittlerweile als Chefarzt tätig. Dass der in Wuppertal geborene Mediziner auch davor nicht untätig war, veranschaulichte der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Zwanzger (rechts) an ausgewählten Stationen seines Lebens. 59 wissenschaftliche Publikationen hat PD Dr. Etgen veröffentlicht. Insbesondere freute sich Prof. Zwanzger aber darüber, dass das Klinikum nicht nur einen fachlich kompetenten Experten, sondern auch einen „hochkollegialen, sehr sympathischen und menschlichen Kollegen“ gewonnen hat.

Fünf Jahre arbeitete und forschte Dr. Etgen an der Technischen Universität München und meisterte mit der Habilitation zum Thema „Somatische Faktoren bei leichten kognitiven Störungen im Alter“ einen Höhepunkt seiner dortigen wissenschaftlichen Tätigkeit. Zu diesem Schritt geraten, hatte ihm – wie dieser selbst beteuerte – Prof. Dr. Hans Förstl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der TU München, der ihm im Rahmen des Symposiums sein „ganz großes Kompliment für diese nicht leichte Aufgabe“ aussprach.

Zum Auftakt des wissenschaftlichen Teils des Antrittssymposiums berichtete Prof Dr. Förstl über Neuerungen in der Demenzforschung. Dass es nach vielen Jahren der Resignation nun doch einen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Alterskrankheit gäbe, sei mitunter der Arbeit von Herrn Etgen zu verdanken, der zum Beispiel Faktoren zur Senkung des Demenzrisikos erforscht hat.

Über Multiple Sklerose, ein weiteres hochaktuelles neurologisches Thema, das im Gegensatz zur Demenz insbesondere junge Menschen betrifft, referierte Prof. Dr. Thomas Korn von der Klinik für Neurologie der TU München. Die Erkrankung des Immunsystems sei in ihrer ersten Phase mittels antientzündlicher Medikamente bereits relativ gut behandelbar. Schwieriger dagegen und aktuelle Herausforderung für die Forschung sei es, Patienten in späteren Stadien mit Darreichungsformen zu erreichen, die ihrer Krankheitsaktivität und der jeweiligen Lebenssituation gerecht werden.

Den Abschluss des interessanten Vortragsabends gestaltete Dr. Thorleif Etgen selbst. Mit dem fiktiven Patienten Herrn Müller im Gepäck, der bei einem Weißwurstfrühstück plötzlich eine Lähmung auf der rechten Seite bemerkt, brachte er dem Publikum auf anschauliche Weise wissenschaftliche Fakten der Schlaganfallforschung näher.

Neue Wirkstoffe, Darreichungsformen und die stete Verbesserung der Medizintechnik verheißen viel Gutes für die Therapie und Behandlung der großen, allgegenwärtigen neurologischen Erkrankungen. Aktuell ist allerdings auch die Ursachenforschung, die für das Auftreten aller erwähnten Krankheiten neben anderen Auslösern auch Umweltfaktoren mitverantwortlich macht.

Als positive Nachricht zeigte der Neurologe auf, dass eine gesunde Lebensweise auf keinen Fall heißt, auf jegliche Art von Genuss zu verzichten. So sei beispielsweise der Konsum von Alkohol oder Schokolade in geringen Mengen sogar hilfreich, um Schlaganfällen vorzubeugen. Obst,  Gemüse und ungesättigte Fette, beispielsweise aus Walnüssen oder Olivenöl, gelten weiter als förderlich für die Gesundheit.

Und die Weißwurst? Ob sich Etgens Meinung dazu in seiner Wahlheimat Oberbayern noch ändern wird, bleibt offen. Vorerst sollte sie aber wohl das Lebensmittel für die besonderen Anlässe bleiben.

Katharina Salzeder

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