WM: Neun Stunden Mauke-Studio am Stück

Ein bekannter Wasserburger Public Viewer berichtet von seinen Erlebnissen

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MauDas Mauke-Studio im Central: Es dürfte auch heuer wieder das dauerhaft am stärksten besuchte Public Viewing zur WM in der Altstadt sein. Am Samstag Abend werden wieder rund 200 Fußballbegeisterte erwartet, wenn die Deutsche Mannschaft gegen Ghana antritt. Aber es gibt natürlich auch Abende, an denen die Partien weitaus weniger reizvoll sind. Am Freitag war so einer. Wie so ein typischer Mauke-Abend mit Honduras gegen Ecuador aussieht – unser Mauke-Experte Alex Rieger hat’s für uns festgehalten…

Ein Tag in Wasserburgs Fußball-Moloch: Der Mauke

Von Alex Rieger

In diesen Tagen beginnt es ab 15 Uhr zu kribbeln. Heute ist doch Fußball? Der Spielplan wird gescannt, was steht heute auf dem Plan?  Italien spielt. Klare Sache. Oder doch nicht? Schweiz gegen Frankreich. Wird hart für Frankreich. Oder doch nicht? Und dann Honduras gegen Ecuador. Zu Deutschlandspielen hat jeder eine Meinung; bei diesem Spiel ist man überrascht, dass beide Teams überhaupt dabei sind.

Neun Stunden Mauke stehen auf dem Programm. Erster Check zeigt die üblichen Verdächtigen. Die, die immer schauen, schauen immer. Das Mauke-Präsidium schaukelt die Partie gewohnt souverän, nur die Italiener sind alles andere als souverän. Am Ende beschwert sich am anderem Ende der Altstadt der italienische Gemüsehändler, dass es doch viel zu heiß gewesen wäre, lässt sich dann aber doch dazu überreden, dass die Leistung der Squadra Azzura das gewesen wäre, was man im Volksmund als „Scheiße“ titulieren würde…

Gerade noch rechtzeitig in der Mauke erlebt man, dass der Fußballsachverstand doch nicht das Allheilmittel ist: Die Tipps gehen zwar Richtung Frankreich, aber ein 5:2 tippt keiner. Im Maukejargon heißt das „Pottmusik“, denn das Tipper-Geld wandert in den Pott. Karim Benzema – nicht verwandt mit der Mutter vom Central-Wirt – Bence’s Ma – hat kein Mitleid mit Ottmar Hitzfeld und schießt die Schweizer ab.

So sind wir nun beim Spiel der Spiele: Honduras gegen Ecuador. Ein paar der Fußballexperten sind noch da, aber auch das Präsidium schwächelt. „Muss man sich das anschauen?“, ist die Frage, die man sich am Präsidiumstisch stellt, aber: Es wird nicht nachgegeben – Mauke ist eben Mauke.

Zwischen 0 und 2 Uhr trennt sich die Spreu vom Weizen: Die üblichen tippen, das Drumherum ändert sich. Fußball wird zur Nebensache, die fünf Verbliebenen zu Exoten. Das Spiel gibt sein übriges dazu, bis zur 30. Minute könnte man sich auch den Nikkei-Index im Videotext ansehen, die Brisanz wäre die gleiche. Danach zwei Tore, doch das sorgt nur kurzfristig für Feuer. Das Spiele endet 2:1.

Noch bis Sonntag gibt es die gefürchteten „0-Uhr-Spiele“, danach wird die Mauke „zivilisiert“: Das Präsidium hat Zeit für so banale Sachen wie Körperpflege, Arbeiten oder Ausschlafen. Manche werden sagen: Das Schlimmste ist dann vorbei, andere sagen: der schöne – der intime – Teil der Mauke ist vorbei.

Eins ist sicher: Jemand wird Weltmeister – vielleicht Deutschland mit der patriotischen Brille – vielleicht auch nicht. Wer auch immer es wird, es wird in der Wasserburger Stimme zu lesen sein!

 

 

 

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