Neue Nutzung fürs Imaginäre Museum

Sammlung „Joa" mit 2000 Ausstellungsstücken soll einmal im Monat zu sehen sein

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imaginaeres museum _kRuhige Zeiten fürs Imaginäre Museum: Nachdem die Institution im Brucktor in den vergangenen Jahren stark rückläufige Besucherzahlen zu verzeichnen hatte und die Betreiber zum Jahresende ihren Vertrag kündigten, beschloss der Wasserburger Stadtrat auf seiner gestrigen Sitzung, in eines der schönsten Wasserburger Gebäude künftig noch ruhigere Zeiten einkehren zu lassen. Die Sammlung von Pfarrer Bernd Joa, Wasserburg in fünf Jahrhunderten, soll dort untergebracht und einmal im Monat geöffnet werden.

Joas Sammlung, im Besitz der Stadt, umfasst derzeit zirka 2000 Exponate und hat nur notdürftig im Rathaus (und nicht nicht wie fälschlich gemeldet im Städtischen Museum) eine Heimat. Der akribische und in Wasserburg weithin bekannte Sammler durfte sein Anliegen, die Suche nach neuen Räumlichkeiten, persönlich vor dem Stadtrat kundtun. Und der schlug sich mehrheitlich auf seine Seite. Gegen drei Stimmen entschieden sich die Räte, dass Joas Sammlung künftig ins Imaginäre Museum einziehen soll. Sie soll einmal im Monat, bei Bedarf auch öfter, zu sehen sein.

Einige Stimmen aus dem Stadtrat:

Edith Stürmlinger, Kulturreferentin (Bürgerforum): „Es gibt auch andere Konzepte für das Haus, die allerdings mehr Geld kosten und jetzt nicht umsetzbar sind. Ich sehe die Sammlung Joa in dem Gebäude als Interimslösung.“

Bürgermeister Michael Kölbl: „In Sachen Museen und Ausstellungsräume planen wir kurz- und mittelfristig hohe Investitionen. So sind wir am Bau eines Depots für das städtische Museum dran. wenn das fertig ist, gehen wir an die Sanierung des Museums. Bis dahin gehen Jahre ins Land. Erst dann werden wir uns um das jetzige Imaginäre Museum kümmern können. Die Unterbringung der Sammlung Joa ist in meinen Augen sinnvoll.“

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann auf die Frage der Grünen nach den Umbau- und Investitionskosten: „Wir planen, den Eingangsbereich offener und neu zu gestalten. Das wird zirka 10.000 Euro kosten. Ansonsten sind einige Malerabeiten zu leisten. Das war’s dann aber.“

Wolfgang Janeczka (SPD): „Uns würde es gefallen, die Sammlung und das Haus öfter als einmal im Monat zugänglich zu machen. Eine Interimslösung mit dem späteren Auszug der Sammlung Joa kommt für uns nicht in Frage.“

Oliver Winter (CSU): „Wir haben dem imaginären Museum immer die Stange gehalten. Jetzt wurde uns aber gekündigt, also müssen wir uns um das Gebäude auch kümmern. Die Sammlung Joa ist dort eine ideale Geschichte.“

Josef Baumann (FW Reitmehring): „Wir haben uns lange über die Kosten, die das Museum verursacht hat, gestritten. Jetzt ist damit schluss. Und es ist gut, dass es eine Nachfolgelösung gibt. Unsere Meinung nach sollten in dem Haus aber weitere Veranstaltungen stattfinden.“

Christian Stadler (Grüne): „Selbstverständlich ist die Sammlung Joa etwas besonderes. Dennoch sollten wir uns durch die Schenkung nicht verpflichten, sie in vollem Umfang dauerhaft ausstellen zu müssen. Das wäre grob fahrlässig.“

 

 

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2 Gedanken zu „Neue Nutzung fürs Imaginäre Museum

  1. Leider sind zu diesem Artikel einige wichtige Anmerkungen notwen-
    dig: Die Sammlung, über die der Stadtrat beriet ist nicht „Joas
    Sammlung“, sondern die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhun-
    derten“ aus dem Besitz der Stadt Wasserburg. Diese Sammlung von
    knapp (!) 2000 Objekten ist im Augenblick in der ehemaligen Haus-
    meisterwohnung des Rathauses ( nicht Städt. Museum ) unterge-
    bracht .Diese Räume sind aber längst zu klein geworden. Nicht der
    Sammler Joa sucht neue Räume, sondern die Stadt Wasserburg.

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  2. Eine sehr schöne Idee! Ich freue mich, dass die Sammlung Joa mehr Platz und größere Aufmerksamkeit bekommt. Ich stimme Herrn Wolfgang Janeczka (SPD) zu, dass es wunderbar wäre, wenn die Sammlung und das Haus öfter als einmal im Monat geöffnet wären.

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