Nachwuchs zeigte sein ganzes Können

Jugend-Konzert der Stadtkapelle im Rathaussaal ein voller Erfolg

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JugendStarker Applaus als schönster Lohn: Das Jugend-Konzert der Stadtkapelle Wasserburg im Rathaussaal eröffnete die Bläserklasse 5b, die nach nur viermonatigem Zusammenspiel hier schon ihren Auftritt wagte! Mit „Aura Lee“ von George R. Poulton sowie einer Bearbeitung von John Higgins der Ode „An die Freude“ von Ludwig van Beethoven – was sie bravourös meisterte. „School Spirit” als Bearbeitung von John Higgins erklang im Anschluss von der Bläserklasse 6b, die dann auch die Amboss-Polka von Albert Parlow zu Gehör brachte und ebenso mit großem Applaus im Rathaussaal belohnt wurde.

Unter dem Dirigat von Michaela Haindl präsentierten die Jugendlichen die Cooperation zwischen der Realschule und der Stadtkapelle: Ein gemeinsames Zusammenspiel im laufenden Schulunterricht und eine eigene Instrumentalstunde von der Bläserschule der Stadtkapelle. Michael Kummer bedankte sich als Moderator des Abends bei den Eltern für die Begleitung während des Übens der Kinder. Denn nur gemeinsam könne es geschafft werden, lautete sein Motto des Abends.

Das Spiel in kleinen Gruppen eröffneten ein Trompetentrio zusammen mit Ausbilder Mathias Engl, Paul Röttger und Lucas Tanner. Ihr Zusammenspiel zauberte festliche Klänge in den ehrwürdigen Rathaussaal mit dem „Madrigale“ von Giovanni Gabrieli. Liebevoll wurden ganz unterschiedliche Vorträge für das Jugend-Konzert zusammengestellt. Schon das zweite Stück erschien ganz frech und spritzig mit „An old-fashioned Polka“ von Henk van Lijnschooten. Die Vielfalt sei aber nicht nur durch die Auswahl an musikalischen Werken gegeben. Michael Kummer zeigte nicht ohne Stolz, dass es auch im „tiefen Blech“ die unterschiedlichsten Varianten gäbe.

Jugend 2Seit September wirkt Anna Weininger als Lehrerin in der Bläserschule der Stadtkapelle. Nach dieser nur kurzen Zeit ertönten von deren Schülerin Rebecca Glienke ganz klar geblasen auf dem Euphonium die Volkslieder „Bruder Jakob“ und „Der Kuckuck und der Esel“. Zusammen mit Anna Weininger entlockten Andreas und Simon Koblechner wohlklingende tiefe und weiche Töne ihren Instrumenten in der Kombination von zwei Euphonien und Posaune. Sie spielten „Vorhang auf!“ und „Ferien in Irland“ von Jakob de Haan, gefolgt vom „Tanz der Zirkusbären“ von Andrè Wagnein.

Einen ganz ungewöhnlichen Vortrag erhielten die Zuhörer durch die Bearbeitung eines Werks aus der Renaissance, das eigentlich für eine ganze Bläserbesetzung gedacht war und nun als Trompetensolo mit Klavierbegleitung vorgetragen wurde, erklärte Michael Kummer. Schneidig und mutig wagte sich der siebenjährige Jakob Hams an dieses Werk heran. Er präsentierte mit dem Rondo von Tilman Susato in einer Bearbeitung von J. Wallace u. J. Miller sein Können.

Johanna Oberlinner überzeugt ihre Schüler gerne von den Schönheiten der Klänge des Saxophons. Elisabeth Höcketstaller und Sonja Kaltenhauser als deren Schülerinnen konnten diese Begeisterung dem Publikum weitergeben. Sie wählten mit den „Götterfunken“ von Ludwig van Beethoven ein so bekanntes Werk, das sie mit klaren Tönen und gutem Ansatz in sauberem Vortrag zu Gehör brachten. Ihr zweistimmiges Zusammenwirken auch bei der „Kosaken-Parade“, einem russisches Volkslied, wirkte auf das Publikum sehr sympathisch und harmonisch.

Sehr schön gespielte, ganz ruhige, weiche Töne folgten dann von Daniela Beckmann und Elisabeth Höcketstaller, die im Anschluss „Luci“ aus „Miracolco d’Amore“ von Richard Peaslee in einer Bearbeitung von James Harding hören ließen. Als Kontrast kam dann das Allegro von James Hook ganz leichtfüßig daher, dargebracht von den drei Querflötistinnen Monika Block, Katharina Heppel und Elena Kurz. Eine wieder ganz andere, eigene Stimmung brachten die Klarinettenklänge von Mazel Tov mit „Chossn Kalah” und „Ose Shalom” von N. Hirsch in den fast voll besetzten Rathaussaal – ein gut gelungener Vortrag von Lucia Brand, Anna Müller und Anna Purainer.

Ihnen schloss sich das Flötenensemble unter Lehrerin Karin Hackl an mit Isabella Fischer, Hannah Jung, Elena Kurz mit ihren Querflöten und Christopher Fischer am Xylophon. In dieser ungewöhnlichen Kombination hielt Christopher ganz unbeirrbar den Takt im Wechsel der ruhigen Passagen und den Teilen der raschen Klangfolgen im Kanon von Johann Pachelbel.

Michael Kummer dankte vor der Pause für die Unterstützung vonseiten der Stadt und der Kommunen. Viele Kinder und Jugendliche der Bläserschule kämen auch aus den umliegenden Gemeinden, die Ihrerseits die Stadtkapelle sehr unterstützten, so Kummer. Im Rahmen des Probenheim-Erweiterungsbaus bat er um weitere Spenden.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem derzeitigen Blechbläserquintett der Jugendkapelle mit Florian Arndt, Johannes Neumayr, Theresa Niedermeier, Paul Röttger und Lucas Tanner. Sie zeigten ein bereits sehr hohes Niveau auf ihren zwei Trompeten, Tuba, Horn und Posaune. Sie wagten sich an das Largo aus „Xerxes“, G.F. Händel und präsentierten dann die Aria „Mein gläubiges Herze“ aus der Kantate Nr. 68, J.S. Bach.

Mit der Vergabe von 35 Leistungsabzeichen des Musikbundes von Ober- und Niederbayern konnte die Stadtkapelle wieder eine ganze Bühne voll Jungmusiker präsentieren die Prüfungen in Theorie und Praxis bestanden haben. Im Rahmen dieses Jugend-Konzerts wurden sie mit Urkunden und Abzeichen dafür geehrt. Elf Juniorabzeichen wurden verliehen, bronzene Leistungsabzeichen wurden an 15 Mädchen und Buben überreicht, das Leistungsabzeichen in Silber erhielten neun Jugendliche.

Fanfaren kündigten das Grußwort des Präsidenten des Wasserburger Lionsclubs an, der mit Andreas Burlefinger einen von der Jugendarbeit der Stadtkapelle überzeugten Schirmherr gefunden hat. Ihn überzeuge neben anderen wichtigen Vorteilen, die die Jugendarbeit der Stadtkapelle ausmache, dass das gemeinsame Musizieren eine besondere Förderung der Sozialkompetenz darstelle, so Burlefinger. Mit seinem Schirm zeigte er die Aufgabe eines Schirmherrn darin, dass er da ist, „wenn´s nass rein geht“.

Tobias Grill und Georg Auer wechseln sich unter dem Jahr ab, wenn es um die Leitung des Anfängerorchester „Bläserjugend“ geht. Sie beide ernteten viel Applaus zuerst mit „Der fröhliche Uhrmacher“ von Luigi di Ghisallo. Flott entführten die hoch motivierten Jungmusiker/-innen dann das Publikum in den wilden Westen mit „Die glorreichen Sieben“ von Elmber Bernstein in einer Bearbeitung von Michael Story.

Klanggewaltig mit über 40 Mitwirkenden startete die Jugendkapelle in den letzten Teil des Konzertabends mit „A Little Concert Suite“ von Alfred Reed. Sie beschlossen die Reihe der musikalischen Vorträge mit der „Queens Park Melodie“ von Jacob de Haan und bildeten mit „Lion City Festival“ von Philip Sparke einen krönenden Abschluss eines reich nuancierten Abends.

Die vom Publikum erbetene Zugabe versprach Stadtkapellmeister Michael Kummer beim Frühlings-Konzert der Stadtkapelle am 9. Mai!

Andrea Däullary

 

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