Museum Wasserburg ist wieder geöffnet

Umfangreiche Sanierungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen

image_pdfimage_print

Exif_JPEG_PICTURENach einer längeren Schließphase von sechs Wochen ist das Museum Wasserburg pünktlich zu den Pfingstferien wieder geöffnet. In der Zwischenzeit wurden Schäden an Putzen, Fenstern und der Elektrik ausgebessert, die Bauforschung abgeschlossen, die konservatorische Situation der Textilien in der Militariaausstellung und in den Trachtenvitrinen verbessert, Vorhänge und Teppiche gereinigt und die Bauernbetten mit neuen Decken, Kissen und „Matratzen“ bedacht.

 

Angefangen hatte alles mit den Vorplanungen im letzten Frühjahr als klar wurde, dass es die Fenster der Südfassade und die Putze an den Wänden von vier Ausstellungsräumen nicht mehr bis zur geplanten Generalsanierung in einigen Jahren schaffen werden. Zu groß waren hier die Ängste vor dem Totalverlust, zudem die Räume längst nicht mehr betrachtungswürdig und es zog gerade im Winter wie Hechtsuppe durch die die altersschwachen Holzfenster.

 

Um die Arbeiten möglich zu machen, wurden die vier betreffenden Räume vollständig geleert. Hierzu wurden in der gotischen Wohnhalle Regale für die Museumsobjekte aufgestellt und das Mobiliar in die umliegenden Räume verteilt. Teilweise mussten die Stücke unter der fachkundigen Anleitung von Armin Göttler demontiert werden. Dabei zeigte sich, dass in vielen Bauernbetten und Wiegen noch alte Matratzen, Strohsäcke und Federbetten lagen: keine wirklichen Originale und vor allem eines, eine Brutstätte für Schädlinge! Die Matratzen werden von Armin Göttler durch einen Holzunterbau und eine leichte Decke aus Tyvek und Acrylwatte ersetzt. Decken- und Kissenbezüge wurden ebenfalls mit Tyvek, Acrylwatte und Polsterchips gefüllt, so dass die kleinen geflügelten Nager es in Zukunft schwer haben werden.

 

Während Stefan Barthuber die Fenster unter der Maßgabe von größtmöglichem Erhalt von Originalsubstanz herrichtete, nahmen sich Doris Wolf-Reich und ihre Kollegen den Wänden an. Hier galt es Risse in Putzen und Farbschichten zu schließen bevor die Maler der Firma Fellner neu auskalken konnten. Zwischenzeitlich tauchten noch neue große Risse im Arkadenbereich des Museums auf, doch der Statiker Hans-Ludwig Hausdorfer konnte alle beruhigen: keine Gefahr in Verzug, vorerst reicht eine Sicherungsmaßnahme und beobachten.

 

Um für eine zukünftige dringende notwendige Sanierung planen zu können nutzte der Kunsthistoriker Dr. Gerald Dobler die Zeit für eine intensive Bauforschung. Es wurden zahlreiche Wände geöffnet, Dielenbretter angehoben und Proben für eine denthrochronologische Untersuchung gewonnen, deren Ergebnisse einige Überraschungen bereit halten. Zudem kamen bisher unbekannte Wandmalereien und in einer Ecke bis zu 300 Wandanstriche zum Vorschein.

 

Parallel arbeiteten auch die Elektriker der Stadtwerke im Haus. Sie prüften die gesamte Hauselektrik, verbesserten die Beleuchtung, reparierten wo es nur ging und klemmten alte Leitungen ab, sodass sich das Museumsteam wieder sicher fühlen kann.

 

Ebenfalls während der Schließphase nahm sich Textilrestauratorin Cornelia Knörle-Jahn den Kleidungsstücken im Museum an. Teilweise waren sie mit Schaumstoff oder alten Stoffen ausgepolstert, die ihnen langsam gefährlich werden konnten. Sie zog daher alle Uniformen und Trachten auf neue, konservatorisch gerechte Schneiderpuppen auf, die durch ausstopfen die Körperform der Persönlichkeiten erhielten, die die Kleider früher getragen hatten. So kamen die schmalen, gedrückten Schultern und der majestätische Buch von Maximilian I. König von Bayern oder das volle Dekolleté früherer Dirndlträgerinnen wieder hervor. Anschließend erhalten die Trachtenvitrine nach den Erkenntnissen von Dr. Monika Ständecke, die die gesamte Textilsammlung des Museums im letzten Jahr neu inventarisiert hatte, eine neue Beschriftung.

 

Während der ganzen Zeit wurden die Arbeiten im Haus vom städtischen Bauhof und den Museumsmitarbeiterinnen unterstützt, die sich besonders beim Großreinemachen und den Räumungsaktionen beteiligt. Besonderer Dank gilt Doris und Alex Irlbeck, den Ehrenämtlern, den es zu verdanken ist, dass die Gardinen wieder sauber und glatt vor den Fenstern hängen, was bei ihrer Jahrzehnte langen Belastung keiner mehr für möglich gehalten hätte, und mit sehr viel Arbeit verbunden war.

 

Wer sich von den Ergebnissen der kleinen Sanierung überzeugen will, kann ab dem 7. Juni wieder im Museum vorbeischauen. Als nächstes wird dann ab dem 27. Juli ein Teil der großen Kunstaustellung im Sonderausstellungsraum des Museums zu sehen sein. Die Resultate der Bauforschung wird Herr Dr. Dobler erst im Rahmen zweier Führungen am Tag des offenen Denkmals am 14. September bekannt geben.

 

 

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