Mit Elke Oldenburg zum Erfolg (2)

Dienstleistung und Verkauf: Tipps und Geschichten einer Wasserburger Trainerin

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ECONOMY-BUSINESS-elke-oldenburg-3564jpg1Zu ihren Kunden gehören so namhafte Unternehmen wie Apollo Optik, die BayWa AG, Coca Cola, oder Siemens. „Wir leben immer noch in einer Dienstleistungswüste“, sagt Elke Oldenburg. Sie ist bundesweit mit ihren Coachings unterwegs, gibt in Wasserburg Seminare (wir berichteten) – und versorgt unsere Lesern jetzt auch Tipps und Geschichten aus der Dientleistungsbranche. Unsere neue Serie, Teil 2. Heute geht es um die Wahrnehmung und den eigenen Namen …

In einem schlauen Buch habe ich mal gelesen, Zitat: „Wer sich den Namen seines Kunden nicht merkt, ist nicht an ihm interessiert.“ „Unverschämt“, dachte ich. „Ich bin doch an meinen Teilnehmern interessiert. Nur weil ich mir die vielen Namen nicht merken kann, sind mir die Menschen doch nicht egal.“  Bei Großprojekten kommt es vor, dass ich alle zwei Tage 15 neue Teilnehmer habe. Nach 16 Jahren Trainertätigkeit kommen da eine ganze Menge Leute zusammen. Und manchmal haben die Herrschaften Nachnamen, die ich einfach nicht über die Lippen bringe. Es kostet mich viel Konzentration und Aufmerksamkeit, den komplizierten Namen richtig auszusprechen, so dass ich völlig aus meinem Thema raus bin.

Auch kommt es vor, dass Teilnehmer ihre Namensschilder im Laufe des Tages wegstellen, umdrehen oder ähnliches. So ist es mir einmal passiert, dass ich einen Herrn, der Müllmann hieß, fragte: „Und was ist Ihre Ansicht zu dem Thema, Herr Müllberg?“

Nach dieser Peinlichkeit versuchte ich die namentliche Ansprache zu umgehen. Bis – ja, bis ich im Hotel, in dem ich oft trainiere, beim Rausgehen eine Stimme hörte, die mir nachrief: „Einen schönen Tag, Frau Oldenburg!“ Oh, wie wohlig warm wird´s im Bauch, wenn du deinen eigenen Namen hörst. Ich hatte diese Mitarbeiterin vorher noch nie gesehen.

Auch im Bekleidungsgeschäft, wenn ich mit Karte zahle und die Verkäuferin sagt: „Hier ist Ihr Beleg und danke für Ihren Einkauf, Frau Oldenburg“, ist das anders, schöner. Ich bin nicht eine Nummer unter vielen, sondern, ich bin gemeint.

Jeder Mensch sehnt sich nach Einmaligkeit und Wertschätzung. Wir sind gerne ein bisschen was Besonderes. Und wenn wir dieses Gefühl haben, kommen wir gern wieder, lassen uns gerne motivieren und machen gerne mit.

Ein eindrucksvolles Beispiel war für mich ein italienischer Gastwirt. Egal, wie rege der Betrieb um die Mittagszeit war und wie viel er selbst zu tun hatte- wenn ein Gast das Restaurant berat, den er schon einmal gesehen hatte, winkte er zu ihm herüber, kam auf ihn zu und sprach ihn  mit seinem Namen an (wenn er ihn wusste). Man fühlte sich wirklich besonders. Jeder Gast war begeistert und die Mundpropaganda nahm ihren Lauf. Nach einigen Jahren verkaufte der Gastwirt sein Lokal mitsamt der Belegschaft, den Rezepturen und dem Interieur an zwei junge Nachfolger. Leider konnten diese das Geschäft nicht lange halten. Nach 2 Jahren war Schluss.

Ich habe mittlerweile einen Weg gefunden, der es mir ermöglicht, in kurzer Zeit die Namen meiner Teilnehmer zu lernen. Manchmal frage ich auch ob es ok ist, wenn wir beim „Sie“ bleiben, uns aber mit dem Vornamen anreden. Viele meiner Teilnehmer schreiben im Feedback, dass sie gerade diese persönliche, lockere und vertrauensvolle Atmosphäre sehr schätzen. Es fällt ihnen dann leichter, ihre  Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren.

In einer Welt, die immer anonymer wird, ist es umso wichtiger wenn wir wahrgenommen werden.

In diesem Sinne….

Herzlichst Ihre Elke Oldenburg

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