„Man hat nichts mehr vom Leben“

Nach 13 Jahren: Kiosk-Betreiberin im Haager Naturbad hört auf

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IMG_1228Nach 13 Jahren hört die Pächterin des Kiosks im Haager Freibades zum Ende der Saison auf. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde läuft aus und Carmen Drasdo-Autenrith hat nicht verlängert. Obwohl es ihre eigene Entscheidung war, fällt es der Freibad-Betreiberin schwer. „Klar tut das weh und es ist irgendwie eine komische Situation. Aber wenn man ein Freibad betreibt, hat man nichts mehr vom Leben. Immer wenn das Wetter schön ist, ist man am Arbeiten und bei 35 Grad hat man totalen Dauerstress. Wenn es dann einmal regnet, kann ich mir meinen Garten daheim vom Fenster aus anschauen.“

Dieser Sommer ist für das Haager Freibad ein extremer. Eine Hitzewelle folgt auf die andere. Eigentlich die perfekten Bedingungen für ein Freibad, möchte man meinen. Aber sowohl Betreiber als auch Mitarbeiter des Naturbades am Joppenpoint geraten an ihre Grenzen. „Es ist unglaublich schwer, Mitarbeiter zu finden, die sich bei diesen Temperaturen zum Beispiel in die Küche stellen. Das ist ja auch logisch, bei so einem Wetter hat keiner Lust zu arbeiten“, erklärt Carmen Drasdo-Autenrith.

IMG_1225Freude an seiner Arbeit hat Jörg Berchtenbreiter, der Bademeister des Haager Freibades, grundsätzlich schon. Er arbeitet seit 28 Jahren als Badeaufsicht, seit 2003 in Haag. „Jemanden zu finden, der bei so einem Wetter freiwillig arbeitet, ist nicht leicht.“ Deswegen ist Jörg Berchtenbreiter der einzige Bademeister im Naturbad. Bei Badewetter steht er auf seinem Aussichtspunkt, wenn es sein muss auch mal mehrere Wochen am Stück.

Carmen Drasdo-Autenrith steht vor Herausforderungen, die sie in Zukunft nicht mehr meistern kann und will, auch was das Finanzielle angeht. Der Pachtvertrag läuft also nach 13 Jahren aus und die Gemeinde schaut sich bereits nach neuen Pächtern um.

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Ein Gedanke zu „„Man hat nichts mehr vom Leben“

  1. Rechtmehringer

    Respekt und danke für die geleistete Arbeit

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