Luitpold-Gymnasium: Schüler spenden

Mit Ausstellung drei Preise gewonnen - Wasserburger unterstützen Projekt im Libanon

image_pdfimage_print

P1130579Insgesamt sechs Klassen des Luitpold-Gymnasiums hatten 2014 gemeinsam mit dem Heimatverein für Wasserburg und Umgebung, dem Stadtarchiv Wasserburg und dem Museum Wasserburg eine Ausstellung gestaltet, die die Erinnerung an den Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 wachrufen wollte (wir berichteten). „Krieg und Not in Wasserburg 1914-1918“ zeigte, dass Kriege stets unendliches Leid für die Menschen mit sich bringen. Mit ihrer eindrucksvollen Ausstellung waren die Wasserburger Gymnasiasten bei drei Wettbewerben erfolgreich. Die Preisgelder wurden jetzt gespendet …

Nachdem die Ausstellung sehr erfolgreich abgeschlossen werden konnte, waren die Fotos der Ausstellung beim historischen Wettbewerb des Hauses der Bayerischen Geschichte, beim historischen Wettbewerb des Landkreises Rosenheim und beim Städtischen Geschichtswettbewerb der Stadt Wasserburg eingereicht worden.

Bei allen drei Wettbewerben gewannen die Schülerinnen und Schüler einen Preis, im Landkreis Rosenheim und der Stadt Wasserburg den 1. Preis. Insgesamt 850 Euro an Preisgeldern wurden den Schülerinnen und Schülern zuerkannt.

Schnell war entschieden, das Geld für Menschen zu spenden, die Opfer von Krieg und Not in der Gegenwart sind. Die Spendensumme wurde durch Lehrkräfte des Luitpold-Gymnasiums auf 1000 Euro aufgestockt.

An der Johann-Ludwig-Schneller-Schule (JLSS) in Khirbet Qanafar in der Bekaa-Ebene im Libanon, zirka 35 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, werden seit langer Zeit Waisenkinder unterrichtet und zur allgemeinen Hochschulreife geführt oder erhalten eine berufliche Ausbildung. Der Rotary-Club Wasserburg unterstützt seit acht Jahren diese Schule, weil die Mitglieder des Clubs davon überzeugt sind, dass Menschen auf der Flucht dann am besten geholfen werden kann, wenn sie in der Nähe ihrer heimischen Kultur aufgefangen werden können.

Im Libanon gibt es derzeit 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge, mehr als in der gesamten Europäischen Union. Rund um die JLSS gibt es zahlreiche Zeltlager mit syrischen Flüchtlingen. Die JLSS unterstützt die Flüchtlinge, indem sie den Minderjährigen eine Ausbildung zuteil werden lässt. So werden die Mädchen als Schneiderinnen oder Friseurinnen ausgebildet und die Jungen als Kfz-Mechaniker. Ziel ist es, sie zum Bleiben zu ermutigen, damit sie nach dem Ende des Bürgerkrieges für den Wiederaufbau in Syrien zur Verfügung stehen. Insgesamt werden derzeit zirka 600 syrische Jugendliche an der JLSS ausgebildet. Die Schülerinnen und Schüler waren schnell überzeugt, dass ihre 1000 Euro hier gut angelegt werden können.

In der vergangenen Woche hatte der Rotary-Club Wasserburg Besuch von seinem Partnerclub im Libanon, dem Rotary-Club Beirut-Cosmopolitan. Unter ihnen Antoun Asfour (84), Mitglied im Vorstand der JLSS. Er zeigte sich bei der Spendenübergabe hocherfreut und versprach, die Summe für die Mädchen und Jungen vollständig auszugeben.

Hilfe zur Selbsthilfe heißt den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu helfen, Krieg und Not zu überwinden und damit an einer Gesellschaft mitzuwirken, die den helfenden Einsatz rechtfertigt.

Der Rotary-Club hat übrigens in den vergangenen acht Jahren mehrfach die JLSS unterstützt, so mit einer CNC-Fräse, damit die Industriemechaniker ihre Ausbildung zukunftsweisend abschließen können. Vor wenigen Tagen wurde ein Projekt im Gesamtwert von knapp 20.000 Euro für eine photovoltaikgestützte Beleuchtungsanlage für die gesamte Schnellerschule bewilligt. Rotarier aus Wasserburg, Ebersberg-Grafing und Traunstein sowie die Rotary-Foundation haben diese Idee befürwortet und die finanzielle Unterstützung umgesetzt.

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Foto: Die Schüler bei der Übergabe der Spende an Tony Asfour, den Mentor der Freundschaftsbeziehung (rechts), zusammen mit dem Schulleiter des Luitpold-Gymnasiums und Vorsitzenden des Heimatvereins, Peter Rink (Zweiter von links).

 

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