Landrat: „Verstehe die Wasserburger!“

Unterschriften des TSV überreicht - Belegung einer zweiten Halle nur im absoluten Notfall

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asylNein, nein – man sei nicht gegen das Helfen, ganz im Gegenteil, mal wolle die Flüchtlinge sehr gerne integrieren, was zu einem gewissen Teil – sportlich gesehen – auch schon gelinge. Aber man wolle auf gar keinen Fall, dass zur Realschul-Turnhalle auch noch die Gymnasiums-Turnhalle in Wasserburg als Notunterkunft herhalten müsse! Das waren die klaren Worte von Dr. Martin Niehues (Mitte), Vorstand des TSV Wasserburg, als er gestern am Abend im Büro von Bürgermeister Michael Kölbl (rechts) 1.866 gesammelte Unterschriften (wir berichteten ausführlich) an Landrat Wolfgang Berthaler (links) übergab. Letzterer sagte dazu …

… dass er noch einmal betonen möchte, dass die Sporthalle des Gymnasiums in Wasserburg die absolut allerletzte Möglichkeit sei, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Auch er wisse, dass gerade die Stadt Wasserburg sehr viel leiste in der Flüchtlingskrise seit Wochen, seit Monaten.

asyl 2Und Bürgermeister Michael Kölbl (Foto) ergänzte, dass es – trotz der höchsten Anzahl an untergebrachten Flüchtlingen derzeit im ganzen Landkreis, nämlich 418 Menschen, es trotzdem sehr gut laufe und funktioniere in Wasserburg. Nicht zu vergessen, dass so ganz nebenbei in Wasserburg – zudem wohlgemerkt – an der VHS 50 Deutsch-Kurse für den kompletten nördlichen Landkreis über die Bühne gehen und elf Klassen mit jungen Flüchtlingen beispielsweise in der Berufsschule unterrichtet werden.

asyl 3Landrat Berthaler zeigte großes Verständnis in dem Gespräch gestern am Abend dafür, dass der TSV Wasserburg sich so massiv – mit Hilfe der zahlreichen Unterschriften – gegen die Belegung einer zweiten Halle wehre. Aber er sprach auch die großen Probleme an, die man aufgrund der mangelnden Alternativen habe. Zwei Tennishallen seien im Gespräch, aber auch entsprechende Klagen, die dagegen eingereicht wurden (wir berichteten).

Zunehmen würden dagegen, so der Landrat, größere Projekte größerer Investoren, die für 70 Personen (Halfing) oder gar 100 (Stephanskirchen) Wohnanlagen bauen und bauen werden in naher Zukunft. Das nehme zu, denn die lukrative Rendite locke solche Investoren auch in den Landkreis – oder besser gerade in den Landkreis Rosenheim.

asyl 5Bürgermeister Kölbl meinte abschließend, Wasserburg könne stolz sein, dass die Flüchtlingsarbeit hier in der Stadt aufgrund von 100 ehrenamtlichen Helfern so gut funktioniere. Nicht umsonst habe man sogar den Sozialpreis des Landkreises doch dafür kürzlich erhalten (wir berichteten). Mehr könne man nicht tun, als anzupacken. Die Menschen seien nun mal da und es werden noch mehr kommen, da waren sich alle sicher. Aber die hohe Politik, die könne man hier am Tisch und an diesem Abend nicht leisten …

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „Landrat: „Verstehe die Wasserburger!“

  1. Wieso ist es den entsprechenden Gemeinden ueberhaupt moeglich, gegen Belegungen von Tennishallen zu klagen??

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    1. Der „absolute Notfall“ wird eh kommen….

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