„Kulturbotschafter der Mongolei“ kommen

Erst bei der UNESCO in Paris, dann in der Wasserburger Schranne

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Altai 2Wasserburg – Eine Band aus der Mongolei, die man in Europa eigentlich nicht zu Gesicht bekommt – sie ist in Wasserburg in der Schranne zu Gast! Ein paar Tage nachdem sie bei der UNESCO in Paris gespielt hat! Und zwar am Freitag, 27. März, um 20 Uhr, teilt Inhaber Jürgen Häuslmann heute am Mittag erfreut mit. Der Hauptakteur dieser Formation ist in Deutschland als Komponist der Filmmusik von dem Oscar-nominiertem Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ bekannt. Die Band Altai wurde vom Mongolischen Staatspräsidenten zum offiziellem „Kulturbotschafter der Mongolei“ …

Die sechsköpfige Musikgruppe Altai widmet sich dem Erhalt und der Entwicklung der alten nomadischen Musikkultur.

Die Mitglieder sind

  1. GANPUREV Dagvan – Musikwissenschaftler,  Komponist und  Musikproduzent.
  2. Adyakhuu Sanchir- morin khuur Spielerin und Sängerin
  3. Munkhbat Davaadalai- Khuumii, tsuur, mouth khuur, bamboo khuur, khengereg Spieler
  4. Tumentogooch Arvan- Khuumii, morin khuur, Sänger und Perkussion
  5. Balgan Gurbazar- Tänzer, khuumii, mouth khuur, Perkussion
  6. Balgan Ganzorig- Tänzer, ikhel, Perkussion

AltaiDie sechs Künstler setzen in ihren Vorstellungen khuumii – Kehlkopfgesang, morin khuur – Pferdekopfgeige, bii biyelgee – traditioneller Tanz und viele verschiedene perkussive Instrumente ein.

Alle Bandmitglieder haben diese speziellen mongolischen Instrumente und Aufführungspraktiken von ihren Vorfahren übernommen. Sie haben über 50 Stücke im Repertoire und treten gerne mit dem westmongolischen Tanz auf.

Der besondere Tanz stammt aus dem Altai und war weit verbreiteter Tanzstil unter den Hunnen, was sich historisch belegen läßt. Ganzorig Balgan und sein Bruder Gurbazar Balgan haben diesen Tanzstil von ihren Vorfahren „vererbt“ bekommen, in der 14.Generation.

Khuumii ist der traditionelle Kehlkopfgesang, der geschichtlich ebenfalls zurück geht auf die Zeit der Hunnen. Geschichtswissenschaftler belegen das „Wolfsgeheul“ der Hunnen, wobei Hunnen ein Sammelbegriff ist für die zentralasiatischen Reitervölker mit nomadischer Lebensweise. Band-Mitglied Davaadalai Munkhbat ist khuumii, Kehlkopfsänger in vierter Generation.

Tatlag ist eine besondere Spieltechnik aus der Westmongolei auf der morin khuur und der ikhel. Die Altai Band begleitet mit diesem Stil speziell den bii biyelgee Tanz. Tatlag hat sich über die Jahre als Solo Improvisationsstil unter den Nomaden entwickelt. Tatlag mit seinem einzigartigem  Sound verlangt vom Spieler nicht nur höchsten technischen sondern auch ganzen spirituellen Einsatz. Tatlag kann z.B. die charakteristischen Bewegungen von Rind, Pferd und Kamel ausdrücken. Band-Mitglied Adyakhuu Sanchir ist khuur und ikhyel Spieler in der vierten Generation.

Die Mongolei, das Steppenland in Zentralasien, steht für unberührte Natur, das Nomadenleben, die Jurten aus Filz, die endlose Weite, die Wüste Gobi und das Altai-Gebirge. Wind weht und Pferdehufe dröhnen. Wie sehr die Nomaden ihren Schafherden, den Pferden und Kamelen, den Winden und Wolken, den Bergen und Gräsern in ihrer Musik und ihrem Gesang verbunden sind, zeigt die Gruppe ALTAI aus Ulaanbaatar, der Hauptstadt. Ihre traditionelle Musik ist geprägt von den Klangfarben der mongolischen Instrumente.

Die Themen der Gesänge sind der mongolische Urvater Börte, Dschingis Khan, das Pferd, das besungen und instrumental imitiert wird, das Nomadenleben und die Natur. Das Publikum wird musikalisch in die Weiten der zentralasiatischen Steppenlandschaften entführt.

Zu den Filmen und ihrer Musik von Altai …

„Die Höhle des gelben Hundes“ ist der zweite und „Das Lied von den zwei Pferden“ ist der dritte Film von “Die Geschichte vom weinenden Kamel”-Regisseurin Byambasuren Davaa. Wie schon in ihrem gefeierten Erstlingsfilm  „Die Geschichte vom weinenden Kamel” – ihre Abschlußarbeit an der HFF München – setzt sich Byambasuren Davaa mit drei Themen auseinander: der rauen, kargen und ursprünglichen mongolischen Steppe, dem Überlebenskampf von deren Bewohnern sowie der Spiritualität und Magie ihrer Heimat.

Versehen mit imposanten Landschaftsaufnahmen erzählen ihre dokumentarisch anmutenden Werke  fiktive Geschichten und wird Exotikfreunde als Liebeserklärung an eine Welt überzeugen, die es bald so nicht mehr geben wird. Die Filmmusik zu beiden Filmen stammt von Ganpurev Dagvan von der Gruppe Altai.

Einlass zum Konzertabend in der Schranne in Wasserburg ab 18.30 Uhr, Beginn etwa 20 Uhr.

Telefon 08071-921070

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