Kultur im Landkreis: Sorgenkind Aibling

Gestern Jahresversammlung des Vereins - Eine nicht nur positive Bilanz

image_pdfimage_print

maierKultur ist eine nicht immer ganz leichte Aufgabe. Bestätigt wird diese These durch den Jahresbericht des Kulturvereins im Landkreis Rosenheim. Nachdem der Vereinsvorsitzende, Landrat Wolfgang Berthaler, gestern am Abend die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung begrüßt hatte, zog der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring (Foto), eine nicht nur positive Bilanz …


Während die Konzerte auf Schloss Hartmannsberg meist ausverkauft seien, entwickle sich die Kammerkonzertreihe „Klassik Bad Aibling“ zum Sorgenkind.

Maier-Gehring zitierte aus der Konzertkritik des „Kritikerpapstes“ Harald Eggebrecht: „Also fährt man vergnügt nach Bad Aibling ins Kurhaus, um Valentin Radutiu, einen der weltbesten jungen Cellisten zu hören.“ Und dann kommen nur 52 Besucher, ergänzte der Kulturreferent, das tut schon weh.

Das anwesende, eher ältere Publikum sei immer begeistert, leider gelinge es kaum, neues Publikum anzulocken. Maier-Gehring vermutet unter anderem, dass der aus seiner Sicht wenig attraktive ‚Kleine Kursaal‘ die sinkenden Zuschauerzahlen mit verursache.

Im kommenden Jahr werde die Klassikreihe in Bad Aibling trotzdem in jedem Fall fortgesetzt. Nach dann 25 Jahren „Klassik Bad Aibling“ stehe eine Jubiläumsspielzeit an, die der Kulturreferent ganz besonders gestalten will.

Geplant ist im Januar ein großes Jubiläumskonzert mit der Württembergische Philharmonie Reutlingen und der jungen Münchner Cellistin Raphaela Gromes. Außerdem soll es ein Klavier-Doppelkonzert mit den Landkreis-Kulturförderpreisträgern Johanna Bufler aus Wasserburg und Thomas Schuch geben sowie ein moderiertes Familienkonzert mit der Harfenistin Silke Eichhorn.

Für die Konzertreihe auf Schloss Hartmannsberg habe sich inzwischen ein treues Publikum gefunden. Es vertraue darauf, gute Qualität zu bekommen und es komme auch dann gerne, wenn es vielleicht die Musiker oder den Musikstil nicht kennt, sagte Maier-Gehring. Bewährt habe sich aus seiner Sicht auch, regionale professionelle Musiker zu engagieren, wie in diesem Jahr Thomas Schuch oder Chris Gall.

Vom Publikum sehr gut angenommen werde das alljährliche Neujahrskonzert in Wasserburg. Der Kulturreferent bedauerte, dass aufgrund neuer Brandschutzauflagen Anfang Januar nur 380 statt 490 Karten für den Rathaussaal verkauft werden durften. Die von den Konzertbesuchern sehr geschätzten beiden Orchester werden sich auch in Zukunft abwechseln. 2017 kommt die Donauphilharmonie Wien und für 2018 sei der Vertrag mit den Münchner Symphonikern ebenfalls bereits unterschrieben.

Die Volksmusikalische Fortbildungswoche in der zweiten Woche der Osterferien auf dem Samerberg war auch dieses Jahr ein großer Erfolg. Das Angebot war ausgebucht und Dozenten wie Schüler waren sehr zufrieden.

Der Veranstaltungskalender „Kultur im Chiemsee Alpenland“ soll inhaltlich erweitert werden. Um die touristische Zusammenarbeit rund um den Chiemsee zu unterstützen, sollen auch die Veranstaltungsdaten aus dem westlichen Landkreis Traunstein vermehrt erfasst werden. Der Kulturkalender erscheint alle zwei Monate und ist bei Veranstaltern, Tourismusbüros, Gemeinden und natürlich bei den Bürgerinnen und Bürgern sehr gefragt.

Sehr gut etabliert habe sich mittlerweile das alljährlich im April erscheinende Kulturmagazin. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Zuwachs um 14 Seiten auf jetzt 60 Seiten, freute sich Maier-Gehring. Abschließend kündigte er noch an, dass die Online-Kalenderseite www.lkr-kultur.de technisch und optisch überarbeitet werde – mit dem Ziel, sie benutzerfreundlicher zu gestalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.