Künstler spielen gegen „die Wahnsinns-Autobahn“

Gemeinschaft Stop B15 neu lädt zu bayerischem Festival-Hit bei freiem Eintritt

hundlingKünstler unterstützen jetzt erstmals die Forderungen der Gemeinschaft und treten ohne Gage auf: Für den Sonntag, 19. Juli, laden die Autobahngegner der Gemeinschaft Stop B15 neu zum Sommerfestival ins Schafdorner AmVieh-Theater unweit Schwindegg ein. Die Wellküren, Werner Meier, Maria Peschek, Zwirbeldirn und Hundling (Foto) haben zugesagt. Das Festival beginnt um 14 Uhr. Morbide Polka mit niederbayerischem Blues von Zwirbeldirn, heiter-spöttische Lieder mit Werner Meier, die Ratsch‘n Paula Pirschl alias Maria Peschek, das Wellküren-Frauenkabarett und bayrischer Rhythm‘n Blues …

… der gerade erst beim Heimatsound-Wettbewerb des BR ausgezeichneten Hundling – ein buntes Programm, welches da gerade vorbereitet wird.

Alle Künstler kommen nach Schafdorn und spielen auf beim Sommerfestival der B15 neu-Gegner, ohne Gage. Denn sie unterstützen das Anliegen der B15 neu-Gegner, treten ein für den Erhalt des tertiären Hügellandes in Ober- und Niederbayern und für den Stopp des Autobahnbaus an der A 92. Musikalischer und künstlerischer Protest, eine neue Variante des über 40-jährigen Widerstand gegen die Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim.

Der Widerstand gegen das ‚unsinnigste Bauprojekt in der Region‘ solle endlich gemeinsam gefeiert sein, sagt die Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahn B15 neu e.V., die das Festival ausrichtet. Einladen wollen die Aktiven alle, die einen schönen Sommernachmittag bei Kabarett und Musik verbringen wollen. Und die ein paar Informationen zur Neutrassierung der Autobahn B15 neu ertragen.

Politische Kapriolen?
Die beiden für den Bundesverkehrswegeplan 2015 eingereichten Trassenvorschläge der Bayerischen Staatsregierung zur B15 neu, die derzeit in Berlin geprüft werden, passen nicht zum eben gestarteten Dialog über die Ost-Süd-Umfahrung Landshuts. Hier lässt man gerade sechs Vorschläge zur Lösung des Landshuter Verkehrsproblems von einem Gutachter bewerten, die von einem Stopp der B15 neu an der A 92 ausgehen und welche die aufwändige und teure Isarüberquerung mit FFH-Untertunnelung überflüssig machen.

„Aufgrund der veralteten Raumordnungstrasse von 1977 und der zu erwartenden Klagen gegen eine Planfeststellung wäre mit einer Realisierung des ersten Abschnitts um Landshut vor 2030 ohnehin nicht zu rechnen“, merkt Gisela Floegel, die Vorsitzende der Gemeinschaft der Autobahngegner, kritisch an. „Ein Zeitrahmen, der z.B. für die Stadt Landshut viel zu lang ist. Außerdem bringt ein 10 km entfernter Isarübergang für den innerstädtischen Ziel- und Quellverkehr ohnehin kaum etwas.“ Politische Kapriolen?

„Eine vierspurige Weiterführung der B15 neu um Landshut bis zur B299 und dann zweispurig weiter bis zur B15 macht keinen Sinn“, meint auch Willi Kreck, Sprecher der Initiative gegen die B15 neu in Oberbergkirchen und im Planungsteam für das Sommerfestival. „Im Gegenteil, dadurch wird lediglich verkehrspolitischer Druck zum Weiterbau der B15 neu erzeugt.“

Nachhaltig und regional
Der Freistaat Bayern und die Bundesrepublik planen mit der B15 neu eine zweite Nord-Süd-Transitmagistrale für den Fernschwerlastverkehr und zur Entlastung der A 9 und des Autobahnrings um München, sind sich die Autobahngegner sicher. „Für die betroffenen Landkreise bedeutet das Abgase, Lärm und Dumping-Gewerbe“, heißt es in der Informationsbroschüre der Gemeinschaft, mit der das Sommerfestival beworben wird und die in diesen Tagen verteilt wird.

„Die B15 neu bringt enorme Eingriffe in Natur, Landschaft, Naherholungsgebiete und Wohnqualität. 1000 Hektar Fläche werden dafür versiegelt, und für Autobahnauffahrten müssen neue Zufahrtswege gebaut werden.“ Die Zerstörung ihrer Heimat wollen immer mehr Bürger in immer mehr Landkreisen nicht länger schweigend hinnehmen. Aber auch die Widerständler brauchen manchmal Erfreuliches, um Energie für den geplanten heißen Herbst zu tanken. Daher das Sommerfestival, erklärt uns Gisela Floegel.

Astrid Wöhrl und Hans Reichl, die Betreiber des AmVieh-Theaters, sind mit ihrem Bio-Hotel über die Region hinaus bekannt. Sie stehen für Nachhaltigkeit und Regionalität. Ihr Hotel befindet sich in der Nähe von einer der beiden gemeldeten BVWP-Trassen. Auf die erste Anfrage haben sie sofort zugesagt: „Sehr gerne kann dieses Fest bei uns stattfinden!“

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt ist frei, Spenden werden aber, so die Veranstalterin, gerne entgegen genommen. Man ahnt, wofür die Gelder gebraucht werden könnten.

 

 

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