Kleiner Chip – großer Fortschritt

Neueste Schlaganfall-Diagnostik in der Neurologie des kbo-Inn-Salzach-Klinikums

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EventrekorderDie Neurologische Klinik des kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg hat ihr diagnostisches Spektrum bei der Abklärung von Schlaganfällen, in denen bisher trotz gründlicher Suche keine Ursache gefunden werden konnte, seit diesem Jahr erweitert. Wie der Chefarzt der Neurologischen Klinik, Dr. Thorleif Etgen erklärt, kann bei solchen Schlaganfallpatienten, die einen sogenannten embolischen Hirninfarkt unklarer Ursache erlitten haben, ein kleiner Chip unter die Haut eingepflanzt werden. Dieser Chip zeichnet kontinuierlich den Herzrhythmus für die nächsten drei Jahre auf und schickt bei Auffälligkeiten dem Arzt eine Meldung.

Sollten entsprechende Herzrhythmusstörungen („Vorhofflimmern“) gefunden werden, erhält der Patient eine bessere Vorbeugung für zukünftige Schlaganfälle durch eine besondere Form der Blutverdünnung.

Der Chip selber wird in lokaler Betäubung mittels eines kleinen Hautschnitts eingeführt. Mit diesem „kleinsten EKG der Welt“ können anschließend alle normalen Aktivitäten durchgeführt werden, auch kann eine MRT (Magnetresonanztomographie, Kernspintomographie) mit 1,5 und 3,0 Tesla gemacht werden.

Frühere Erfahrungen mit dem Vorgängergerät deuten darauf hin, dass bei zirka 20 bis 30 Prozent solcher Schlaganfallpatienten nachträglich Vorhofflimmern entdeckt und somit wahrscheinlich auch im Rückblick die Ursache des Schlaganfalls gefunden wird.

Nach Einschätzung von Dr. Etgen, der dies selbst wissenschaftlich untersucht hat, ist dies ein weiterer wichtiger Fortschritt in der Behandlung von Schlaganfällen: „Wir sind froh, dass wir dies nun unseren Patienten in Wasserburg anbieten können.“

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