Kernhaus: Immer wieder Überraschungen

Wasserburg: Derzeit Arbeiten an den Arkaden - Putzschichten aus dem 18. Jahrhundert

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DSC_0160Die Fassade erstrahlt in neuem Glanz, der Innenausbau geht mit großen Schritten voran – am historischen Kernhaus im Herzen der Stadt Wasserburg am Marienplatz wird derzeit wie wild gewerkelt. Für alle Passanten gut sichtbar: Auch die Arkaden sind jetzt an der Reihe. „Das kann aber je nach Witterung noch zwei, drei Wochen dauern, bis wir die Farbe auftragen können. Dafür brauchen wir eine gewisse Außen-Temperatur“, sagt Klaus Ettmüller, beim Eigentümer des Hauses – der Sparkasse – für die Immobilie zuständig. Derweil entdeckt Restaurator Sven Oehmig immer weiter neue historische Geheimnisse und Details.

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IMG_04531„Auch in den Arkaden sind wir jetzt auf Farbschichten aus dem 18. Jahrhundert gestoßen. Die stammen sicher aus den Jahren 1738 bis 1740 – aus der Zeit der Originalfassade vom Münchner Hofstukkateur Johann Baptist Zimmermann“, so Oehmig. Leider könnten die wenigen Überreste aber nicht mehr sinnvoll freigelegt werden.

Derzeit sei man aus restauratorischer Sicht dabei, die Schlussarbeiten an der Fassade durchzuführen. So müssten beispielsweise noch die Gerüst-Löcher beseitigt werden. Auch ein Teil des Anstrichs sei noch nachzuholen. „Wir kamen wegen des Gerüsts nicht an alle Stellen heran.“

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Wer sich fürs Kernhaus interessiert, ist beim Heimatverein bestens aufgehoben – dort gibt’s bald einen Besichtigungstermin und einen Vortrag über das Haus:

Montag, 25. April, um 19 Uhr Besichtigung,
Treffpunkt vor dem Rathaus Wasserburg, Marienplatz
19.30 Uhr Vortrag im Gasthaus Paulaner-Stuben
Sven Oehmig, Diplomrestaurator, Wasserburg:
Zur Restaurierung der sogenannten Kernhaus-Fassade.

Zwei, eventuell drei mittelalterliche Einzelgebäude sind mit der Johann Baptist Zimmermann zugeschriebenen Fassade 1738/40 gestalterisch vereint worden. Unterschiedliche Eigentümer und Nutzungen der bis heute autarken Hauptgebäude Marienplatz 7 und 9 haben an der Fassade ihre Spuren hinterlassen.

Neben Fragen zum bauzeitlichen Bestand und seiner Erhaltung, den Maßnahmen vergangener Sanierungen und ihrer Auswirkungen, wird in dem Vortrag vor allem auf die Methodik der Konzepterarbeitung zur aktuellen Restaurierung eingegangen.

Darüber hinaus soll auch verdeutlicht werden, wie entscheidend Fragestellungen der Materialwahl und damit verbundener handwerklicher Techniken das Erscheinungsbild der Kernhaus-Fassade prägen.
Abschließend kann mit Sven Oehmig über das Restaurierungsergebnis im Kontext des Altstadtensembles diskutiert werden.

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