Kernhaus: Blick hinter die Kulissen

Restaurator Sven Oehmig präsentierte heute Zwischenergebnisse

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IMG_0453„Das Kernhaus. Das ist für Wasserburg natürlich ein ganz wichtiges Gebäude“, sagte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann. Seit April laufen die Sanierungsarbeiten an Fassade und Gebäude im Herzen der Altstadt. Für die Restauration der Fassade ist letztmals die Stadt Wasserburg zuständig – künftig wird auch diese an den Besitzer, die Sparkasse Wasserburg, übergehen. Im Großen und Ganzen läuft die Restauration nach Plan und auch der gesetzte Zeitrahmen sowie das Budget kann eingehalten werden – das stellte Restaurator Sven Oehmig bei der heutigen Ortsbesichtigung fest.

„Im Zuge der Sanierung fallen immer Rückbauarbeiten an, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Das ist normal“, so Sven Oehmig, Diplomrestaurator vom Institut für Restaurierung in Wasserburg. Bisher wurden Sanierungsarbeiten am Mauerwerk sowie unter dem Dach vorgenommen. Auch die geschädigten Pfeiler wurden neu verputzt: „So wird es in Zukunft keine salzbedingten Schäden mehr geben.“

Und auch die Fenster werden erneuert. Durch die letzte Sanierung zeigen sich vor allem bei dieser Maßnahme kleine Probleme: „Die Fenster wurden relativ salopp eingesetzt. Auch der Stuck ist teilweise auch Schutt aufgesetzt worden“, so der Restaurator.

Mit Sand wird übrigens die alte Farbe von der Fassade entfernt: „Durch den Sand konnten wir die letzte Fassung abtragen. Wir sehen jetzt einen Querschnitt der bisherigen Farben.“ Das künftige Farbkonzept werde insgesamt heller sein und die Rokoko-Epoche aufgreifen. Das eigentliche Bild der Fassade sei durch die Verwendung nicht historischer Bindungsmittel und durch Umwelteinflüsse verfälscht worden. „Der nächste Schritt wird die Grundierung und der Farbanstrich sein.“ Auch die Marienstatue sowie die Bilder an der Fassade werden in vergleichbarer Fassung wiederhergestellt.

Der Denkmalschutz des Kernhauses sei kein Problem für die Maßnahmen. „Es ist ohnehin eine sehr vorsichtige Vorgehensweise erforderlich, um zeitaufwändige Reparaturen zu vermeiden. Da greift man natürlich auf Fachkräfte zurück“, sagt Sven Oehmig. Für die Sanierung seien hauptsächlich Wand- und Stuckrestauratoren, Kirchenmaler und Zimmerer eingesetzt. „Das macht das Ganze natürlich teurer. Als Stadt ist es jedoch unsere Pflicht, dieses Gebäude denkmalgerecht für die Nachwelt zu restaurieren“, sagte Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann.

Da die Sparkasse gleichzeitig das Kernhaus-Gebäude saniert, wurden für die Arbeiten die selben Firmen beauftragt. Obwohl es sich um zwei getrennte Baustellen handle, werde Hand in Hand gearbeitet: „Das hat sich gut eingespielt“, so Herrmann.

Momentan kann der Zeitplan eingehalten werden. „Bis zur Weihnachtszeit soll das Gerüst weg. Das ist das Ziel“, sagt Mechtild Herrmann. Auch das angenommene Budget von 350.000 werde nicht überschritten. „Zu tun ist schon noch was“, da sind sich Restaurator und Stadtbaumeisterin einig. ISA

 

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