Kardinal wäscht Wasserburgerin die Füße

Besondere Ehre für heimische Flüchtlingshelfer - Messe im Münchner Liebfrauendom

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Eine Wasserburgerin und eine Söchtenauerin bekommen am Gründonnerstag im Münchner Liebfrauendom von Kardinal Marx die Füße gewaschen. Sie gehört zu den zwölf Ehrenamtlichen aus der Flüchtlingsarbeit in der Erzdiözese München und Freising, die bei der Fußwaschung dabei sind.

Bei der Messe vom „Letzten Abendmahl“ am Gründonnerstag um 20 Uhr im Münchner Liebfrauendom wäscht der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, zwölf Frauen und Männern die Füße, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Die symbolische Handlung erinnert daran, dass Jesus Christus vor dem letzten Abendmahl in Jerusalem seinen Jüngern die Füße wusch, wie im Evangelium berichtet wird.

Die Männer und Frauen, denen Kardinal Marx die Füße wäscht, stammen aus allen Regionen der Erzdiözese. So sind Vertreter von Helferkreisen aus Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck, Oberau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie Söchtenau im Landkreis Rosenheim dabei. Die Mitglieder der Helferkreise unterstützen Asylbewerber im Alltag, zum Beispiel durch Begleitung bei Behördengängen, Vermittlung von Bildungsangeboten, aber auch Organisation von Sachspenden. Zunehmend verlagern sich ihre Aufgaben hin zur Unterstützung von anerkannten Flüchtlingen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche. Bei der Fußwaschung vertreten sind auch Ehrenamtliche aus München, die sich in Gemeinschaftsunterkünften bei der Kinderbetreuung und der Hausaufgabenhilfe engagieren.

Mit der Fußwaschung soll in diesem Jahr das vielfältige Engagement zahlreicher Menschen in der Flüchtlingsarbeit in den Blick genommen werden. Auf allen kirchlichen Ebenen in Pfarrgemeinden, Klöstern, Verbänden und Einrichtungen wird seit vielen Jahren kontinuierlich Unterstützung für Asylbewerber angeboten und finanziell auch von der Erzdiözese München und Freising gefördert. Ein bedeutender Anteil der Hilfe wird von Ehrenamtlichen geleistet. Während bis Mitte vergangenen Jahres vor allem Erstversorgung notwendig war, haben sich Unterstützungsbedarf wie auch Angebote inzwischen immer mehr ausdifferenziert. Unter www.erzbistum-muenchen.de/flucht-asyl sind kirchliche Ansprechpartner, Anträge auf Fördermittel, Angebote und Leitlinien zu finden.

Die Messe vom „Letzten Abendmahl“, die am Gründonnerstag gefeiert wird, erinnert an die Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl Jesu Christi in Jerusalem. Beim Gloria erklingen in diesem Gottesdienst zum letzten Mal die Orgeln und Glocken, bevor sie bis zur Feier der Osternacht verstummen. Nach der Messe wird das Allerheiligste, Christus in Gestalt der konsekrierten Hostien, zur Aufbewahrung an einen gesonderten Ort, zum Beispiel den Tabernakel eines Seitenaltares, gebracht. Im Liebfrauendom ist dies die Sakramentskapelle auf der nördlichen Seite des Chorraumes. Bis 22.30 Uhr sind die Gläubigen dort zum stillen Gebet vor dem Allerheiligsten eingeladen. GLX/GOB

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