In Bayern die Besten: Johanna, Alisa, Isabel

Leichtathletik: Wasserburger Mädls-Dreamteam holt den Titel im Mehrkampf

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johanna

Das Lächeln der Besten in ganz Bayern! Souverän haben diese drei Wasserburger Leichtathletik-Damen des TSV in der Mannschaftswertung die Bayerische Meisterschaft im Mehrkampf geholt – am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen! Mit 13 266 Punkten sicherten sich Johanna Windmaier, Alisa Böhm und Isabel Röttger nicht nur den Titel, sondern auch die Quali für die Teilnahme an der Deutschen Mehrkampfmeisterschaft, die im August im brandenburgischem Kienbaum stattfindet! Grundstein für diesen Erfolg waren nicht zuletzt die Leistungen des Trios in der Einzelwertung …

Hier dominierte die 19- jährige Johanna Windmaier die Konkurrenz und gewann nicht nur den Vier-Kampf nach dem ersten, sondern sicherte sich auch den Titel der Sieben-Kampf-Meisterin in der Endabrechnung nach dem zweiten Wettkampftag. Damit gelang der Eiselfinger Studentin das, was Bayern München in diesem Jahr vergeblich anstrebte: Das Triple!

Nicht weniger erfolgreich waren ihre Team-Kolleginnen, Alisa Böhm und Isabel Röttger. Alisa wurde Bayerische Vizemeisterin im Sieben-Kampf und Dritte im Vier-Kampf, Isabel belegte nach beiden Wettkampftagen jeweils den fünften Rang.
Gleich zu Beginn des Wettkampfes setzte sich Johanna in ihrer Paradedisziplin,
dem 100m Hürdenlauf, mit einer Zeit von 14,38s als beste Läuferin des Feldes ab. Alisa blieb ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, dicht auf den Fersen und konnte in neuer persönlicher Bestzeit von 15,27s die Ziellinie überqueren, dicht gefolgt von Isabel in 15,52s.

Im Hochsprung konnte Alisa den Spieß umdrehen und wiederum Johanna die Tagesbestleistung abnehmen. Als beste Hochspringerin des Mehrkampfes konnte die angehende Erzieherin die zweite Disziplin mit 1,63m, vor Johanna mit 1,57m und Isabel mit 1,54m beenden.

Im Kugelstoß trumpfte abermals Johanna auf: Mit Tagesbestleistung von 9,75m katapultierte sie die 4kg Kugel aus dem Ring. Aber auch Alisa und Isabel beherrschen dieses Wasserburger Handwerk, sehr zur Freude ihres alten Kindertrainers Alfred Schuhbeck, der jetzt die Früchte seiner langen Arbeit reifen sieht: Alisa stieß 9,71m und einen Hauch dahinter Isabel 9,70m. Mit dem 200m Lauf wurde der erste Wettkampftag abgeschlossen, den das Wasserburger Trio in der Reihenfolge Johanna Windmaier (26,36s), Alisa Böhm (27,14) und Isabel Röttger (27,11s) beendete.

In der Summe der Einzelleistungen krönte sich Johanna mit dem Titel der Bayerischen Meisterin im Mehrkampf. Alisas Ergebnisse wurden in der Endabrechnung mit der Bronzemedaille belohnt. Isabel dürfte sich als fünfte in das Klassement einreihen.
Der zweite Tag versprach damit Vielversprechendes und die Wasserburger Damen hielten Wort. Gleich in den frühen Morgenstunden stellte Alisa klar, dass sie die Ausgeschlafenste aller Weitsprungteilnehmerinnen war. Mit 5,23m im Weitsprung setzte sie gleich eine Marke, die für alle anderen Wettkämpferin nicht zu knacken war. Nahe dran kam einzig Johanna, der zwei Zentimeter zum Gleichstand fehlten. Isabel konnte 4,51m in den Sand setzen.
Kaum lässt Walter Kurzbuch beim Abschlusstraining vor dem Wettkampf gezielt mal wieder Speerwurf trainieren, schwupp, läuft es bei den Damen: zwei neue persönliche Bestleistungen für die sympathische Chemiestudentin Johanna mit 31,51m und der nicht weniger sympathischen Abiturientin Isabel, die wohl beim Abiball nicht allzu lange gefeiert hat, denn die 27,64m kann frau wohl nur in ganz wachem Zustand werfen. Den Wasserburger Dreikampf allerdings konnte in dieser Disziplin eindeutig die junge Alisa Böhm für sich entscheiden: 31,73m und die alte vereinsinterne Speerwurfhierarchie war für die Stimmungskanone der Trainingsgruppe wieder hergestellt.

Nach sechs anstrengenden Disziplinen ist der 800m Lauf nichts anderes als reine Qual, aber die hat der liebe Gott nun einmal vor den Erfolg gestellt. Ein großes Kämpferherz bewies Isabel, die als beste Athletin in 2:35,27min die zwei Stadionrunden beendete. Auch die beiden anderen Wasserburger Amazonen mobilisierten ihre letzten Kräfte (zumal bei schwül heißen Temperaturen) und waren in 2:37,32min (Johanna) und 2:40,10min (Alisa) erfolgreich.

Das Beste des Tages aber die Platzierungen nach sieben Wettkampfdisziplinen: Johanna beste Mehrkämpferin in Bayern und Alisa Vizemeisterin, damit Doppelerfolg für Wasserburg und Isabel in Reichweite auf Platz fünf, besser geht nimmer!

In die Freude über den Triumpf der Damen U20 mischt sich ein wenig Wehmut: Der große Wasserburger Hoffnungsträger Manuel Riemer musste nach hervorragenden 11,60s im Wettkampf beginnenden 100m Sprint unmittelbar nach dem Weitsprung den Wettkampf verletzungsbedingt aufgeben. Eine schmerzhafte Fußverletzung zwang ihn zur Aufgabe. Hoffentlich stellt sich die Blessur als nicht langwierig heraus, so dass der amtierende Südbayerische Meister im Mehrkampf bald wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen kann.
Erfreuliches dagegen gibt es von Nils Focke und Max Kurzbuch zu berichten. Nils startete in Garmisch im eintägigen Fünfkampf und belegte dort den 12. Rang, nicht ohne seine Topleistung im 100m Lauf zu bestätigen. In 11,92s konnte der 17-jährige Gymnasiast seine Bestmarke einstellen. Seine weiteren Leistungen kurz im Überblick: Weitsprung (5,54m), Kugelstoß (9,09m), Hochsprung (1,67m) und 400m (56,20s).
Was Manuel noch vor sich hat, hat Max Kurzbuch bei den Oberösterreichischen Landesmeisterschaften in Linz am Samstag geschafft: eine erfolgreiche Rückkehr in das Wettkampfgeschehen. Als externer Teilnehmer außerhalb der Wertung meisterte Max nach langer Verletzungspause seinen ersten Wettkampf im Stabhochsprung.

Ein schmerzhafte Entzündung im Schultergelenk beeinträchtige Max seit Wochen und machte einen Stabhochsprungeinsatz unmöglich. Gut, dass sein zweiter Vorname Geduld ist und so hat sich das lange verletzungsbedingte Warten und Auskurrieren der Erkrankung wirklich gelohnt. Schmerzfrei übersprang er 4,20m, an 4,40m scheiterte er nur jeweils knapp. Ziel für die kommenden drei Wochen ist neben der weiteren Stabilisierung der Schulter, die Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach zu schaffen. Zeit hätte er jedenfalls, nachdem er das Abitur sicher in der Tasche hat.

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