Im Stundentakt in die Landeshauptstadt!

Südostbayernbahn präsentiert Wasserburger Stadtrat die Umsetzung

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bahnAcht Millionen Euro – die hat die Südostbayernbahn in den vergangenen Monaten in die Bahnlinie Ebersberg-Wasserburg investiert. Bahnsteige wurden behindertengerecht ausgebaut, elf Bahnübergänge technisch neu ausgerüstet und in Steinhöring ein so genannter Kreuzungsbahnhof neu eingerichtet. Das alles führt dazu, dass ab Mitte Dezember der Stundentakt von Wasserburg nach Grafing Bahnhof und damit nach München gestartet werden kann. Und: Die Züge fahren künftig nicht mehr 50, sondern 80 Stundenkilometer.

Matthias Krause und Denis Kolai präsentierten das Gesamtprojekt bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates (wie kurz berichtet). „Der öffentliche Personennahverkehr ist nur attraktiv, wenn die Züge Tempo haben und es genügen Verbindungen gibt. Deshalb haben wir Millionen investiert. Ab 14. dezmeber geht’s los“, so Matthias Krause.

Und das erreicht die Südostbayernbahn konkret mit ihren Maßnahmen:

  • 90% mehr Züge (auf der Relation Ebersberg – Wasserburg)
  • verlängertes Zugangebot bis in die späten Abendstunden
  • alle Stationen sind modern und stufenfrei
  • Stunden-Takt von Montag bis Freitag
  • die Zahl der umsteigefreien Direktverbindungen von bzw. nach München verdoppelt sich von sechs auf zwölf Züge

„Damit fahren die Pendler künftig stressfrei am Stau vorbei“, versicherte Denis Kolai.

Die beiden Bahn-Experten stießen bei den Stadträten auf große Zustimmung, mussten aber doch einige Fragen beantworten. Zum Beispiel von Marlene Hof-Hippke (SPD): „In Reitmehring steht man oft an dem einzigen Fahrkarten-Automaten lange Zeit an. Lässt sich da gar nichts ändern?“

Darauf Matthias Krause: „Erhebungen haben gezeigt, dass es nur wenige Spitzen vor dem Automaten gibt. Das heißt, wir müssten für fünf Minuten täglich, an denen der Automat wirklich überlastet ist, eine sehr hohe Investitionssumme tätigen. Das rechnet sich einfach nicht.“ Krause verwies darauf, dass es in Reitmehring ja auch eine DB-Agentur gebe. „Und im Notfall kann man immer auch die Karte im Zug beim Zugbegleiter nachlösen.“

Ein weiteres heißes Eisen brachte Josef Baumann (FW Reitmehring), zur Sprache: „Wenn ich daran denke, wie oft und für welch lange Zeit die Schranke an der B304 jetzt schon in Reitmehrinmg geschlossen ist, da wird mir Angst und Bange, wenn ich an den Stundentakt denke. Da kommen die Autofahrer ja gar nicht mehr durch.“ Dazu Krause: „Das ist wirklich ein schwieriges Thema. Wir als Südostbayernbahn können da letztlich nichts machen. Das Straßenbauamt ist am Zuge. Wir stehen in den Startlöchern und könnten kurzfristig mit dem Bau des neuen Bahnübergangs beginnen.“  Die Südostbayernbahn nehme dafür fünf Millionen Euro in die Hand. „Das ist die Hälfte dessen, was wir das ganze Jahr über auf unserem gesamten Streckennetz investieren können. Und das an einer einzigen Stelle.“ Dennoch sei man willens, das Nadelöhr zu beseitigen – „alles hängt aber vom Straßenbaumat ab. Dort stocken im Augenblick die Planungen.“

Ein weiteres Thema sprach Christian Stadler (Grüne) an: „Ich pendle täglich zwischen München und Wasserburg. Mir fallen da die langen Wartezeiten beim Umsteigen auf. Was hilft mir der Stundentakt, wenn ich dann von Reitmehring aus in die Stadt hinein solange brauche wie von München nach Wasserburg. Das ist richtig bitter.“ Die Stadt, so die einhellige Meinung der Räte, soll sich in dieser Sache nochmals mit dem Betreiber der Buslinie in Verbindung setzen, um die Fahrpläne besser abzustimmen und zu optimieren.

Modernste Technik: Die Linie Ebersberg-Wasserburg wird von Mühldorf aus gesteuert.

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6 Gedanken zu „Im Stundentakt in die Landeshauptstadt!

  1. Das klingt ja alles sehr gut. Hoffentlich wird die schöne Welt auch ab 14.12.2014 wie versprochen Realität. Was in jedem Fall fehlt, ist die Erweiterung des MVV-Tarifs bis Reitmehring. Das ist natürlich eine politische Entscheidung, hoffentlich halten die Politiker diesbezüglich ihr Wort. Auf unseren Bürgermeister, Herrn Kölbl, vertraue ich diesbezüglich voll und ganz. Aber leider bin ich mir bei den anderen Entscheidungsträgern im Kreistag nicht so sicher.

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    1. Was genau an „langen Umsteigezeiten“ soll jetzt da so gut klingen?

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  2. Ja, das ist doch mal was. Weiß man, wie es mit dem MVV-Tarif weitergeht?

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  3. Manfred Förtsch-Menzel

    Vor kurzem war ich in Südtirol und habe mich gewundert, wie viele Tunnels es dort in kleinsten Gemeinden und weniger bedeutenden Strecken, als die B 304, gibt.
    Nachdem die B 304 einen sehr wichtigen Beipass zur A8 München/ Salzburg bildet, wundert es mich schon sehr, dass der Bund diese wichtige Verkehrsachse nicht beschleunigt optimiert und endlich mit Nachdruck die Planfeststellungsverfahren und die Durchführung der längst fälligen Trassenoptimierung in die Wege leitet.

    Dabei geht es im Bereich des durch die Trasse zerteilten Ortsteiles Reitmehring nur um den Bau eines unter 200 m langen Tunnels mit Anbindung des Ortsteiles sowie der längst fälligen Bahnbrücke.
    Wie groß muss der wirtschaftliche Schaden durch lange Staus noch werden und welche Geduld müssen die betroffenen Anwohner durch Lärm, erhöhte Abgase und riskantes Ausfahren aus den Wohngebieten in die B 304 noch in Kauf nehmen, bevor der Bund endlich zu Taten schreitet?

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  4. zu Denis Kolai: Wie sollen denn die Pendler stressfrei am Stau vorbeifahren? Wenn sie vorher 1/4 Stunde im Stau stehen, um überhaupt zum Bahnhof zu kommen???????
    Selbst die Stadtbusse können nur pünktlich sein, wenn sie riskant den Stau überholen, um rechtzeitig in die Bahnhofsstrasse einbiegen zu können.

    Und – warum stocken denn die Planungen beim Strassenbauamt?? Kann das mal irgendwer vernünftig begründen und erklären?

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    1. Wer im Zug sitzt, fahrt dann am Stau vorbei…

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