Im Einsatz für den Nächsten (8)

Unsere Serie zu „150 Jahre Feuerwehr Wasserburg" - Heute: Stephan Hangl

image_pdfimage_print

dsc_1620Im Einsatz für den Nächsten – so heißt unsere Serie, die wir zum Jubiläumsjahr der Feuerwehr Wasserburg bringen. Die Wasserburger Stimme hat sich mit den Frauen und Männern der Wehr getroffen und mit ihnen über ihren Einsatz und ihre Motivation gesprochen. Herausgekommen sind zehn Kurzporträts, die einen Einblick geben ins Ehrenamt der Floriansjünger. Im 8. Teil: Kreisbrandmeister Stephan Hangl …

Bereits seit 31 Jahren ist Stephan Hangl nun schon bei der Wasserburger Wehr. Der Kreisbrandmeister lebte den Großteil seiner Kindheit in der Herrengasse, wo die Floriansjünger, die damals noch im Gebäude der heutigen Sparkasse untergebracht waren, eine fast schon magische Anziehungskraft auf ihn ausübten: „Ich kannte als Bursche die ganzen Feuerwehs-Söhne, zum Beispiel vom Schmaderer und vom Göpfert. Ich war schon immer ganz fasziniert davon, dass deren Väter bei der Wehr waren“, erzählt Hangl.

Bei dem Hochwasser 1985 kam Hangl dann endlich in direkten Kontakt mit der Wehr: „Ich bin gerade von einem Ausflug zur Münchener Berufsfeuerwehr zurückgekommen, da stand das Wasser schon so hoch, dass ich sofort mithelfen musste. Meine Eltern haben mich dann zwei Tage fast nicht zu Gesicht bekommen, weil ich Sandsäcke geschleppt, aufgeräumt habe und den Feuerwehrlern zur Hand gegangen bin.“ Im Anschluss an das Hochwasser wurde er mit 14 Jahren Mitglied der Feuerwehr.

Als Kreisbrandmeister ist Hangl für verwaltungstechnische Aufgaben von 13 Feuerwehren auf der westlichen Seite des Inns zuständig. Für ihn als Mitglied der Feuerwehr macht das allerdings keinen Unterschied: „Bei einem Einsatz bin ich Zugführer. Ansonsten übernehme ich die selben Aufgaben wie meine Kollegen. Dazu gehört auch, manchmal einen Besen in die Hand zu nehmen.“ Außerdem kümmert sich der leidenschaftliche Floriansjünger um kleinere Instandhaltung und Pflege der Fahrzeuge und wartet Gerätschaften wie beispielsweise Gasmasken, die nach jedem Einsatz und jeder Übung gesäubert und desinfiziert werden müssen.

Foto unten: Auch die Einsatzkleidung muss gewaschen werden.

dsc_1602

Seit 22 Jahren arbeitet Hangl bei der Stadt Wasserburg. Als Gerätewart ist er beispielsweise für die Parkautomaten in der Altstadt zuständig.

„Nach einer so langen Zeit bei der Wehr könnte man Bücher schreiben“, schmunzelt Hangl auf die Frage, was sein bemerkenswertester Einsatz bisher sei. Ein „Best-Of“ könne er nicht nennen. Allerdings spricht er an, dass die Haltung der Gesellschaft im Bezug auf die Feuerwehr etwas dankbarer sein könne: „Man kann das natürlich nicht verallgemeinern – manchmal gibt es auch Applaus nach einem Einsatz. Aber oft haben wir richtig Ärger. Erst letztens wurden wir wieder von Autofahrern im Vorbeifahren angesprochen, was uns denn einfalle, jetzt und hier die Straße zu blockieren. Und das nach einem schweren Unfall – da hat man dann wirklich keinen Nerv dazu.“

Ein bisschen mehr Zuspruch würde sich der langjährige Floriansjünger schon wünschen: „Ab und zu ein Danke wäre nett. Es muss ja wirklich nichts Großes sein. Wir helfen in jeder schwierigen Lage, ob das jetzt ein Wasserrohrbruch, ein Verkehrsunfall oder ein Brand ist. Dass wir jederzeit einsatzbereit sein müssen, wird von den Leuten leider meistens als selbstverständlich angesehen. Eine Karte, die wir dann am schwarzen Brett aufhängen können, ein kleines Stück Anerkennung eben – da würde sich jeder von uns freuen und sich wertgeschätzt fühlen.“ HF

.. und wer ein Interview mit Stephan Hangl möchte, der darf auch mal aus großen Höhen fotografieren:

dsc_1616

dsc_1613

Ein Blick auf den Friedhof …

dsc_1607

… und weit über das Dach des Feuerwehrhauses hinaus.

dsc_1608

dsc_1606

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.