Hohe Auszeichnung für Klaus Kaufmann

Wasserburger Stadtrat hat gestern die Joseph-Heiserer-Medaille vergeben

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ehrungHohe Auszeichnung für Klaus Kaufmann, Gründer und langjähriger Dirigent des Wasserburger Kammerorchesters und Initiator sowie künstlerischer Leiter des jährlichen Klaviersommers: Der Wasserburger Stadtrat hat am gestrigen Abend bei seiner letzten Sitzung im alten Jahr an ihn die Joseph-Heiserer-Medaille vergeben. Die Stadt würdigt damit Kaufmanns beispielhafte Verdienste um das Ansehen Wasserburgs. Unser Foto zeigt ihn links mit Bürgermeister Michael Kölbl.

Klaus Kaufmann studierte in München, Salzburg und Stuttgart Klavier und das Dirigieren. Von 1982 bis 1984 folgte er einer Einladung als Gastprofessor für Klavier an die Musikhochschule Musashino in Tokyo.

Neben seiner pädagogischen Tätigkeit machte Kaufmann zahlreiche Rundfunk- und CD-Produktionen für den BR. Außerdem ist er regelmäßig als Juror in internationale Wettbewerbe eingebunden. Klaus Kaufmann ist Professor für Klavier und Leiter der Abteilung Tasteninstrumente an der Universität Mozarteum in Salzburg. Vor 14 Jahren rief er den Wasserburger Klaviersommer ins Leben.

Der Wasserburger Klaviersommer ist ein Forum des internationalen künstlerischen Austausches junger Musiker. Junge Pianisten aus den unterschiedlichsten Ländern treffen sich zehn Tage, um sich unter der Leitung von erfahrenen Dozenten für Wettbewerbe, Prüfungen, Konzerte vorzubereiten. Seit 2004 wurde das Kursangebot um Gesang und Violine erweitert. Diese Fächer werden im jährlichen Wechsel angeboten.
Für den Unterricht und zum Üben stehen mehrere Flügel und Klaviere zur Verfügung. Jeder Teilnehmer erhält täglich Unterricht und hat vier Stunden Übezeit.
Es ist dabei ein besonderes Anliegen, über die professionelle musikalische Arbeit hinaus eine Atmosphäre zu schaffen, in der der interkulturelle Austausch und der persönliche Kontakt zwischen Studenten und Dozenten gefördert wird. Um die Vorspielsituation zu trainieren, finden allabendlich Konzerte statt, die mit dem Abschlusskonzert aller Teilnehmer enden.

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Bei ihm zu Hause: Klaus Kaufmann und sein Klavier. – Foto: Renate Drax

Das Wasserburger Kammerorchester wurde im Jahre 1975 von Klaus Kaufmann gegründet.

Das erste Konzert des Orchesters fand im historischen Rathaussaal in Wasserburg am 13. März 1976 statt. Seither gab es ‚zig Konzerte mit Komponisten von Albinoni bis Zelter. Dabei waren auch Konzerte, wie man sie in dieser Zusammenstellung nur selten zu hören bekommt, so die Klavierkonzerte von Johann Sebastian Bach für zwei, drei und vier Klaviere oder alle fünf Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven an zwei hintereinander folgenden Abenden.

Berühmte Künstler haben als Solisten mitmusiziert, wie der Bariton Walter Berry und solche, die später berühmt wurden, wie Cornelia Flade. Sie ist heute eine der bekanntesten Sängerinnen und singt an der Met in New York oder an der Scala in Mailand unter ihrem Künstlernamen Cornelia Kallisch.

Zu ihnen gehört beispielsweise auch Florian Sonnleitner, Konzertmeister des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks oder Edgar Gredler, Solocellist beim Bayerischen Rundfunkorchester. Mitglieder von Spitzenorchestern aus München und Salzburg waren sich nicht zu schade, sich in die Wasserburger Orchestergemeinschaft einzureihen.

Das gilt insbesondere für die Besetzung der Bläserstimmen. Viele junge Musiker erhielten hier erstmals die Gelegenheit, mit einem Orchester solistisch aufzutreten. Besonders Konzerte mit Jugendlichen wurden mit viel Beifall bedacht. Die Jüngste, eine Geigerin, war ganze fünf Jahre alt.

Als Spiritus rector, Freund und Lehrer wirkte stets Dirigent Klaus Kaufmann. Das Konzert vor Weihnachten 2014 – also genau vor einem Jahr – war das letzte unter seiner Führung. Sein Nachfolger: Ein ehemaliger Student von Klaus Kaufmann, der sowohl an der Musikhochschule in München, als auch am Mozarteum in Salzburg in seiner Klasse studierte, steht dem Orchester nun vor. Stefan Unterhuber, der Musiklehrer am musischen Ignatz-Günther Gymnasium in Rosenheim ist, hat das volle Vertrauen des Orchesters sowie von Klaus Kaufmann und so ist das Wasserburger Kammerorchester in eine neue Phase eingetreten.

Der Orchesterverein besteht zur Zeit aus etwa 30 aktiven Mitgliedern. Diese Zahl ist über die ganzen Jahre in etwa konstant geblieben, was nicht heißt, dass das immer dieselben waren. Vier sind noch Gründungsmitglieder: Dr. Peter Hanusch, Dr. Sigi Seubert, Dr. Hanna Voglrieder und Ingrid Flaskamp. Im Lauf der Jahre waren schon weit über hundert Geiger, Bratscher, Cellisten und Kontrabassisten und -Innen Mitglieder des Orchesters.

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Das Konzert vor Weihnachten 2015 des Wasserburger Kammerorchesters findet nun an diesem Samstag, 19. Dezember, im Rathaussaal Wasserburg statt. Beginn ist um 20 Uhr.

Das heurige Konzert steht unter dem Motto „Tänze quer durch alle Epochen”. Das geht von Händels „Wassermusik-Suite“ über den beschwingten Blumenwalzer aus Tschaikowskys „Nussknacker“ bis zur innigen „Valse triste“ von Sibelius und der edlen „Pavane“ von Maurice Ravel.

Zwei Höhepunkte des Konzerts werden sicher die Werke mit den Solistinnen Silke Aichhorn (Harfe) und Yume Hanusch (Klavier) sein: Sie spielen die Suite für Harfe und Streicher von John Rutter und die „Grande Polonaise brillante“ von Frédéric Chopin.

Der Programmablauf des Konzerts am Samstag:

Georg Friedrich Händel

Wassermusik Suite II in D-Dur

Maurice Ravel

Pavane pour une infante defunte

Friedrich Chopin

Grande Polonaise brillante Op. 22

Solistin: Yume Hanusch Klavier

Pause

John Rutter

Suite lyrique

Solistin: Silke Aichhorn Harfe

Jean Sibelius

Valse triste

Peter Tschaikowsky

Blumenwalzer aus „Nussknacker“

Leitung: Stefan Unterhuber

Kartenvorverkauf: zu 24 € (1. Platz), 20 € (2. Platz), erm. 12 € (2. Platz) bei allen Filialen der Sparkasse Wasserburg oder Sparkassen-Ticketservice unter www.sparkasse-wasserburg.de oder 08071 101-129.

 


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