„Hofstatt-Gschichtn“ vor Gericht

Kameramann Schorsch Barth erhält weitere 3.500 Euro vom Produzenten

image_pdfimage_print

hartingerEs war die Erfolgsgeschichte des Jahres 2015: Harry Hartingers „Hofstatt-Gschichtn“, ein Film über das alte Wasserburg, der 49mal im Kino gezeigt wurde und den die Wasserburger Stimme damals präsentierte. „Ein Publikumsrenner“, wie der Vorsitzende Richter am Landgericht München I jetzt den 90-minütigen Streifen bei einem Zivilprozess bezeichnete. Zu diesem trafen sich Kameramann Georg Barth und Produzent Hartinger am Mittwoch – aus ihrem gemeinsamen Projekt (wir berichteten) war ein Streitfall geworden. Die Wasserburger Stimme war bei der Verhandlung vor Ort.

Der Knackpunkt für die beiden bekannten Gesichter in Wasserburg: Eigentlich war der Streifen nur für Hartingers Geburtstag als Privatvergnügen geplant gewesen. Schorsch Barth erhielt für seine 57 Stunden Dreh- und über 200 Stunden Produktionsarbeit 1.500 Euro „unter Spezln“. Doch dann entwickelte sich die Sache zu einem echten Renner. Eine ausverkaufte Aufführung nach der anderen lief im Wasserburger Kino.

Trotz des großen Erfolgs, der Richter sprach von über 18.000 Euro Einnahmen, wollte Hartinger nicht mehr Geld rausrücken. „Das ist mein Film. Die Idee, das Drehbuch, die Drehorte sind alle von mir“, sagte Hartinger bei der Verhandlung. Außerdem sei ein Großteil der Einnahmen durch die Kino- und andere Kosten verschlungen worden, so die Anwälte Hartingers in München, der unter anderem von Anna-Maria Ehrlicher aus Wasserburg vertreten wurde.

Dass er trotz des Erfolges und seiner zahlreichen Arbeitsstunden keine Anerkennung bekam, wollte wiederum Schorsch Barth nicht auf sich sitzen lassen. Er klagte und es kam zum Zivilprozess, der letztlich über vier Stunden lang dauerte. Am Ende gab es einen Vergleich: Hartinger muss 3.500 Euro nachzahlen, erhält im Gegenzug aber die Nutzungsrechte. Für Schorsch Barth gibt es immer noch ein Hintertürchen: Er kann Widerruf einlegen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 Gedanken zu „„Hofstatt-Gschichtn“ vor Gericht

  1. Marie Bauernschmid

    Freut mich für Barth Georg

    0

    0
    Antworten
    1. Sehr schade, dass man sich wegen so etwas dermaßen in die Haare bekommt. Alles nur wegen ein bisschen Geld. Männerfreundschaft dahin!

      0

      0
      Antworten
  2. Gratuliere dir Schorsch Barth

    0

    0
    Antworten
  3. Erstmal finden wir diesen Film sehr gut – vor allem möchten wir die Leistung vom Schorsch hervorheben.

    Wir kennen beide Beteiligten gut und wissen, dass der Schorsch sehr viel Leidenschaft und Können in seine Arbeiten investiert und er alles, was er macht, das macht er absolut perfekt – das ist sein persönlicher Anspruch.

    Dass dieser Film extrem viel Zeit und Fachwissen erforderte, versteht sich von selbst – ganz zu schweigen von dem finanziellen Aufwand, denn ohne die Technik, die man erstmal dazu haben muss, gebe es keinen Film dieser Qualität, von den vielen Arbeitsstunden ganz zu schweigen!

    Hätte Harry eine Filmagentur dazu beauftragt, wäre es um ein Vielfaches teurer für ihn geworden!

    Wie Harry aufgewachsen ist, denken wir ist nicht außergewöhnlich – das haben viele dieser Generation ähnlich erlebt, aber wie es in dem Film durch den Schorsch dargestellt wurde, ist einzigartig, deshalb sind wir der Meinung, die Nutzungsrechte stehen dem Barth Schorsch zu.

    Es ist charakterlos, Leute so auszunutzen und selber auch noch die Lorbeeren dafür zu ernten.

    1

    0
    Antworten
  4. Doro Eberstadt

    Traurig aber wahr, wie man an diesem Beispiel wieder mal sieht: „Beim Geld hört die Freundschaft auf“.

    0

    0
    Antworten
  5. Schade … sich gemeisam über den Erfolg des Films freuen und sich den unerwarteten Gewinn abzüglich der entstandenen Kosten teilen.

    0

    0
    Antworten