Hoch über den Fluten des Inn

Hauptkontrolle der Wasserburger Umgehungsbrücke: Wir waren hautnah dabei ...

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DSC_0113_kDie Wasserburger Autofahrer haben’s derzeit nicht leicht – rund um die Stadt stockt es an allen Ecken und Enden. Baumpflegearbeiten am Straßenrand, Ausbesserung von Schlaglöchern, Sperrung der B304 Richtung Obing und jetzt auch noch der Brücken-„TÜV“ an der Umgehungsstraße. Rundherum gibt’s Staus. Weil’s uns interessiert hat, warum auf der B304 die Autofahrer vor roten Ampeln warten müssen, haben wir gleich mal einen Blick übers Brückengeländer geworfen … 

In einer luftigen Höhe schwebt die ausfahrbare Plattform des sogenannten „Brückenuntersichtsgerätes“ direkt über dem Inn. Darauf, schwindelfrei und an den Ausblick längst gewöhnt: Bernd Koller, Ingenieur der Bauwerksprüfung (Foto unten). Gemeinsam mit seinem Team des „Brücken-TÜV“ hängt er bis zu acht Meter unter der Inn-Brücke an der Wasserburger Nordumgehung.

Zu deren Fertigstellung 1987 war sie das „größte Straßenbauprojekt in Oberbayern“. Über 50 Millionen Mark investierte der Steuerzahler damals in die 5,6 Kilometer lange Strecke mit der neuen Innbrücke, die sogar ein Jahr früher als geplant eröffnet werden konnte. Es handelt sich bei dem Bauwerk um eine so genannte doppelwandige Verbundsbrücke aus Stahl und Beton.

„Eine Hauptkontrolle, wie diese, findet alle sechs Jahre statt“, erklärt Koller. „Jedes Jahr wird in einer kleineren Prüfung nachgeschaut, ob zwischendurch etwas an der Brücke saniert werden muss. Geringere Mängel und Schäden werden ausgebessert. Bei der Hauptuntersuchung wird jede kleine Auffälligkeit unter die Lupe genommen und repariert, es werden Schätzungen für die weitere Lebensdauer der Brücke aufgestellt und gegebenenfalls größere Reparaturmaßnahmen geplant“, so Koller.

Die Besonderheit der Prüfung, das Brückenuntersichtsgerät, wird in ganz Bayern für Tests dieser Art verwendet. „Solche Geräte gibt es nicht sehr häufig. Wir haben damit beispielsweise auch schon die Donaubrücke in Regensburg kontrolliert“, meint Hans Gietl, der das große Fahrzeug mit Kran vermietet.

Oben das Brückenprüfgerät, unten Taucher!

Unter Kollers Anweisungen kontrollieren sie in den Fluten des Inn das Flußbett unter der Brücke sowie die von Hochwasser, Schwemmholz und der Gewichtsbelastung durch die Autos belasteten Pfeiler.

Die Brückenkontrolle dauert insgesamt sechs Tage. Fertiggestellt wird sie kommenden Freitag, 22. Juli. Bis dahin genießen die mutigen Mitarbeiter des „Brücken-TÜV“ noch die Aussicht an ihrem Arbeitsplatz – in schwindelerregender Höhe.

HF

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