Heitere, sehr gelungene Erschaffung der Erde

Ein Geschenk für die jungen Zuhörer zum 30-jährigen Bestehen des Bach-Chores

image_pdfimage_print

Foto Gartner 1Eine „besondere“ Schöpfung, nämlich eine für Kinder – das präsentierte im Rahmen der Wasserburger Nächte der Bach-Chor unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli auf der schönen Innbühne am Gries. Es war ein Geschenk für die jungen Zuhörer (und vielleicht künftigen Konzertbesucher) anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Bach-Chores. Reiner Schulte, der die Musik von Haydns Original in seinem neu geschaffenen Regieplan verwendet, lässt dabei das ganze „Personal“ auftreten: die drei Erzengel und die himmlischen Heerscharen samt Orchester. Und er rollt mit deren Hilfe die Erschaffung der Erde nochmal von vorne auf …

Der Erzengel Raphael, sehr humorvoll gesprochen und gesungen von Thomas Hamberger (Bass), erzählt, wie das so gegangen ist damals, als aus dem Nichts die Erde geschaffen wurde. Er lässt das Orchester zeigen, was Chaos heißt und wie mitsamt dem Chor der erste Lichtstrahl auf die Erde trifft. Er demonstriert lautmalerisch die Formen des Wetters und stellt den ersten Sonnen- und Mondaufgang sowie die Erschaffung der Tiere vom Wurm bis zum Adler vor, schließlich noch als Krone der Schöpfung den Menschen, dessen Aufgabe es ist, Gott und seine Schöpfung dankbar zu loben und als Adam und Eva einander zu lieben.

Dabei wird er gemäß seinen jeweiligen Fähigkeiten assistiert von seinen Erzengel-Kollegen, dem strahlenden Uriel (Christian Zenker, Tenor) und dem lieblichen Gabriel (Anja Zügner, Sopran), der Raphael anfangs immer wieder streng ermahnen muss, seine Aufgabe als erzählender Erzengel auch ernst zu nehmen.

Vor der Traumkulisse Inn

Foto Gartner

 

Gespannt und amüsiert folgten die Kinder, die mit Eltern und Großeltern die Tribüne bevölkerten, dem Gang der Handlung und der musikalischen Darstellung des Geschehens. Auf spielerische Art wurden sie eingebunden und konnten so hören, wie die Flöten „der Lerche frohes Lied“ darstellten oder die Fagotte die turtelnden Tauben nachahmten. Dem Chor war – wie auch in der „richtigen großen“ Schöpfung – die Rolle der dankbar jubelnden Engel zugeteilt. Und die echten Vögel auf den umliegenden, Schatten spendenden Bäumen stimmten mit ein.

Diese Erschaffung der Erde dauerte nur etwa eine Stunde, aber es war eine heitere, rundum gelungene Darstellung des Beginns einer neuen Welt, die die Zuhörer froh gestimmt in den warmen Sommerabend entließ.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.