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Regionaler Schülerwettbewerb: Landkreis ehrt Klassen- und Seminararbeiten

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Andrea GanslmeierSie freut sich sehr: Den ersten Preis in der Kategorie „Gymnasiale Kollegstufe und Berufliche Oberschule“ erhielt Andrea Ganslmeier von der Beruflichen Oberschule Wasserburg für ihr nicht immer ganz problemfreies wie brisantes gesellschaftliches Thema, wie es Laudator Maier-Gehring beschrieb. Die junge Frau interessierte sich für die Integration von ausländischen Mitbürgern im Wasserburger Raum! 28 Arbeiten wurden zum diesjährigen regionalen Schülerwettbewerb des Landkreises Rosenheim eingereicht und von einer Jury bewertet. Landrat Wolfgang Berthaler ehrte die Preisträger …

… aufgeteilt nach den Schultypen „Grundschulen und Förderschulen, „Mittelschulen, Realschulen sowie Grund- und Sekundarstufe Gymnasien“ sowie „Gymnasiale Kollegstufe und Berufliche Oberschule“. Die Laudatio hielt jeweils der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

In seiner Begrüßung lobte der Landrat die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler: Es mache ihn stolz, dass sich so viele beteiligten. Und er ergänzte: Man konnte auch als Landrat einiges Neue für den Landkreis erfahren.

Den ersten Preis in der Kategorie „Gymnasiale Kollegstufe und Berufliche Oberschule“ erhielt Andrea Ganslmeier von der Beruflichen Oberschule Wasserburg. Sie interessierte sich für die Integration von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Wasserburger Raum. Da es kaum Material zu diesem Thema gibt, besuchte Andrea Ganslmeier zahlreiche Institutionen, Betriebe, Schulen und Kindergärten. Abschließend kam sie zu dem Schluss, dass sich viel getan hat in der Integrationsarbeit. Sie schränkt aber ein, dass es Zeit und viel Mühe braucht, damit Integration in der Gesellschaft dauerhaft fruchtet. Wasserburg darf sich nicht auf Teilerfolgen ausruhen.

Die Hagelabwehr im Landkreis Rosenheim war Thema der Arbeit von Catherina Wagenstaller von der Beruflichen Oberschule in Rosenheim. Er habe eine Menge gelernt, sagte Maier-Gehring, von der Entstehung der Hagelkörner bis zum Risiko der Piloten in den Gewitterwolken. Zusammengefasst kam die junge Forscherin zu dem Ergebnis, dass die Hagelabwehr zu unserer Unversehrtheit beiträgt. Für die gut recherchierte und auch optisch sehr anschaulich gestaltete Arbeit erhielt Catherina Wagenstaller einen zweiten Preis.

Den dritten Preis vergab die Jury an Markus Pertl von der Beruflichen Oberschule Rosenheim. Er beschäftigte sich mit der Wendelsteinbahn, die im Mai 2012 ihren 100. Geburtstag feierte, einschließlich ihrer Geschichte, ihrer Entwicklung, ihrer Technik und ihrer touristischen Bedeutung. Der Schüler bescheinigt ihr einen hohen Stellenwert in Bayern und nennt sie ein Stück bayerischer Kultur. Lob gab es vom Laudator, man merke, dass der Autor Spaß am Thema hatte, so Maier-Gehring.

Einen Anerkennungspreis vergab die Jury zudem an Helena Viola Leitner von der Beruflichen Oberschule Rosenheim. Sie hatte ihr Thema „Jugend und Alkoholmissbrauch“ nicht nur schriftlich bearbeitet, sondern darüber hinaus eine Art antialkoholischen Werbefilm gedreht, wie Maier-Gehring es nannte. Basierend auf einen echten Fall erzählt der Film aus dem Alltag Rosenheimer Schülerinnen. Das Ausgehen beginnt mit dem „Vorglühen“ mit Wodka. Nach der Disko wanken die Jugendlichen angetrunken nach Hause. Dabei kommt es in der Heilig-Geist-Straße in Rosenheim zu einem tödlichen Unfall. Mit dem Anerkennungspreis würdigte die Jury auch diese aufwändige filmische Umsetzung.

In der Kategorie „Mittelschulen, Realschulen sowie Grund- und Sekundarstufe Gymnasien“ holte sich die Klasse 7aM der Franziska-Hager-Mittelschule in Prien den ersten Preis. Bei einem Besuch des Priener Heimatmuseums hatten die Schülerinnen und Schüler festgestellt, dass es zu wenige kindgerechte Beschreibungen gab. Deshalb gründete die Klasse für jeden Raum im Museum eine Arbeitsgruppe. Die Jugendlichen recherchierten, entwarfen Texte und Quizfragen und entwickelten ein einheitliches Layout. Das Ergebnis erfreute nicht nur Priens Bürgermeister Jürgen Seifert, sondern auch die Jury. Laudator Maier-Gehring zeigte sich überzeugt davon, dass die witzigen und informativen Texttafeln nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Spaß machen.

Der zweite Preis ging ebenfalls nach Prien und zwar an die Klassen 5a und 6a der Chiemseerealschule. Die Kinder hatten Sagen rund um den Chiemsee gesammelt, die Texte eingesprochen und mit selbstentwickelten atmosphärisch passenden Toncollagen zu Hörspielen gemischt.

Die Bedeutung des Wassers in all seinen Erscheinungsformen für unsere Region untersuchten Daniela Nedbal, Anna Grill, Melanie Spanrad und Annika Furth von der Klasse 9T der Mädchenrealschule Rosenheim. Die Arbeit beginnt mit der Entstehung der landschaftsformenden Gletscher und reicht über die Innschifffahrt und den Salzhandel bis hin zum Hochwasser samt Hochwasserschutz. Für die optisch ansehnliche und informative Arbeit vergab die Jury einen dritten Preis.

Religiöse Motive, die wie selbstverständlich Teil unserer Landschaft sind suchte und fand die evangelische Religionsgruppe der 10. Jahrgangsstufe des Raublinger Gymnasiums. Im Inntal fotografierten die Schülerinnen und Schüler Landschaften, Kirchen, Kapellen, Kreuzwege und Wegkreuze und versahen die Bilder mit Zitaten aus der Bibel. Eine ungewöhnliche, aber gut umgesetzte Idee, lobte der Laudator und die Jury belohnte die Arbeit mit einem Anerkennungspreis.

Die Auseinandersetzung mit dem Inn bescherte den Klassen eins bis vier der Grundschule Schloßberg den ersten Preis in der Kategorie „Grundschulen und Förderschulen“. In einer Collage wird die Geschichte und die Bedeutung des Inns für die Region phantasievoll mit selbst gemalten Bildern, mit Gedichten, Fotografien und sogar einem Daumenkino erzählt. Auch ein richtiger Flößerknoten ist zu finden, berichtete Maier-Gehring. Er sprach den Kindern ein großes Kompliment aus für ihre Projektarbeit zum Anfassen und Entdecken.

Wenn Kinder ihre Stadt mit offenen Augen wahrnehmen und versuchen, deren Besonderheiten darzustellen, dann ist der erste Schritt getan hin zu einem Stadtplan für Kinder. Die Stadt der Rose für die Hosentasche nannten die drei vierten Klassen der Grundschule Erlenau in Rosenheim ihr Projekt. Heraus kam, laut Maier-Gehring, ein wirklich gut gemachter und informativer Stadtplan für Kinder und für Familien. Die Jury des regionalen Schülerwettbewerbs belohnte das klassenübergreifende Projekt mit einem zweiten Preis.

Den dritten Preis sicherten sich die zweiten bis vierten Klassen der Luitpold-Grundschule in Bad Aibling. Die Kinder bemalten einen Springbrunnen mit Motiven von markanten Bauwerken und Veranstaltungen, die Publikum aus dem gesamten Landkreis nach Bad Aibling locken.

Für den regionalen Schülerwettbewerb lobt der Landkreis Rosenheim Geldpreise aus und zwar für die ersten bis dritten Preise in Höhe von je 500, 250 und 150 Euro sowie je 100 Euro für den Anerkennungspreis. Der Jury gehörten Helga Wichmann vom Staatlichen Schulamt, Marlene Ramm von der Städtischen Realschule Rosenheim, der ehemalige Schulleiter Dr. Otto Hellwig sowie die Kreisheimatpfleger Karl Aß, Ferdinand Steffan, Lothar Stolte und Michael Stratbücker an. Organisiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb von Franz Weideneder und Christoph Maier-Gehring vom Rosenheimer Landratsamt.

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