Gute Chance auf dem Ausbildungsmarkt

Bilanz der Rosenheimer Agentur für Arbeit: Reihe von Ausbildungsstellen ist unbesetzt

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Apprentices for handyman and officeRosenheim/Landkreis –  „Für die Jugendlichen gestaltete sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Raum Rosenheim sehr gut, Firmen dagegen können und konnten nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. Die Daten unserer Geschäftsstatistik zeigen, dass sich die Situation gegenüber den letzten beiden Jahren verändert hat.“ Das ist die Bilanz von Dr. Nicole Cujai, der Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. 

Cujai weiter:  „Die Zahl der Bewerber um eine betriebliche Ausbildungsstelle ist zurückgegangen und auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen war rückläufig. Bei detaillierter Betrachtung sind deutliche Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage erkennbar.“

„Positiv stellt sich die Situation für die jungen Menschen in unserem Agenturbezirk dar, insbesondere dann, wenn alles passt, das heißt wenn der oder die Bewerber/in die notwendigen Voraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung mitbringt. Bei manchen Jugendlichen läuft aber die Schule, das Elternhaus, der nahtlose Übergang von der Schule in den Beruf nicht glatt. Wer nicht mit guten Zeugnissen punkten kann, hat es schon schwieriger, eine Ausbildungsstelle zu finden. Daher sind in diesem Jahr noch 47 Jugendliche unversorgt, im letzten Jahr waren es lediglich 26. Für die Firmen verschärft sich allerdings das Problem, ihre freien Ausbildungsplätze nicht mehr oder nicht mehr zu hundert Prozent besetzen zu können. Der eine oder andere Betrieb ging auch heuer wieder leer aus.“

Der Ausbildungsstellenmarkt im Detail: Insgesamt hatten sich 3 188 Bewerber (1 779 junge Männer und 1 409 Mädchen) im Laufe des Berufsberatungsjahres bei der Agentur für Arbeit für die Vermittlung in eine Ausbildungsstelle vormerken lassen, darunter 443 Jugendliche mit ausländischer Nationalität. Damit liegt die Zahl der Bewerber um 149 niedriger als im Vorjahr (minus 4,6 Prozent).

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Mechatroniker beliebter Ausbildungsberuf

Die Ausbildungsbereitschaft ist gut und wird getragen von vielen Klein- und Mittelbetrieben mit einer breiten Palette an Ausbildungsberufen. Dennoch rangieren bei den Ausbildungswünschen, wie schon in den vergangenen Jahren, die kaufmännischen Berufe ganz oben. Bei den Jungs steht eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker an erster Stelle, gefolgt vom Kaufmann im Einzelhandel und dem Industriemechaniker.

Bei den Mädchen rangiert die Medizinische Fachangestellte ganz vorne, gefolgt von der Kauffrau im Einzelhandel und der Bürokauffrau/Kauffrau für Bürokommunikation (siehe Grafik). Die meisten Jugendlichen äußern in der Regel mehrere Berufswünsche, die Zuordnung erfolgt aber grundsätzlich nach dem Hauptberufswunsch.

Unter der Gesamtzahl der Bewerber ist eine Reihe von „Altbewerbern“, damit sind die Jugendlichen gemeint, die bereits im Vorjahr oder schon vor längerer Zeit die allgemeinbildende Schule verlassen haben. Cujai dazu: „Wir wissen und verstehen auch, dass jeder Betrieb gerne einen Top-Bewerber möchte. Die demografische Entwicklung sorgt jedocj dafür, dass immer weniger Jugendliche die Schule verlassen. Zusätzlich hat sich das Bildungsverhalten der guten Schüler/innen verändert. Jugendliche mit guten und sehr guten Noten entscheiden sich mittlerweile öfter als früher für eine weiterführende Schule oder ein Studium. Damit stehen für eine betriebliche Ausbildung weniger Bewerber zur Verfügung. Gleichzeitig wäre es aber fatal, wenn sich immer mehr Betriebe aus der Ausbildungsverantwortung zurückziehen würden. Prüfen Sie daher, ob Sie in Ihrem Unternehmen – unabhängig von der Betriebsgröße – für gute Bewerber/innen nicht ein duales Studium einrichten können. Unsere Hochschule in Rosenheim ist hier sehr aktiv und bietet verschiedenste Studiengänge in dieser Richtung an. Außerdem sollten Sie zu Zugeständnissen bereit sein, wenn sich junge Menschen – auch jenseits der 20 –  bewerben, die nicht unbedingt zu den schulischen Olympioniken zählen. In ihnen schlummern vielleicht Fähigkeiten, die nur geweckt und gefördert werden müssen.“

Ein Blick auf die Angebotsseite: Seit Beginn des Berichtsjahres wurden der Rosenheimer Arbeitsagentur 3 446 Lehrstellen gemeldet. Damit haben Betriebe, Verwaltungen und die so genannten freien Berufe, 149 Stellen weniger gemeldet als im Berufsberatungsjahr 2012/2013. Ende September waren noch 435 Lehrstellen, 95 mehr als im Vorjahr, zu besetzen. Stellen gibt es im Besonderen noch für Ernährungsberufe wie Koch/Köchin (42 Stellen), für Hotel- und Gaststättenberufe (34 Stellen für Hotelfachmann/frau, 17 für Restaurantfachmann/frau, 6 für Fachmann/frau Systemgastronomie), sowie für Ausbildungen im Handel, insgesamt 100 Stellen, davon viele im Lebensmittelbereich.

Von den 3 188 Bewerbern  blieben 47 „unversorgt“, das heißt, sie haben (noch) keine Ausbildungsstelle angetreten und es konnte auch (noch) kein passendes Alternativangebot unterbreitet werden, oder der/die Bewerber/in hat sich zum 30.09.2014 noch nicht entschieden. Insgesamt haben 2 099 Jugendliche, die bei der Berufsberatung geführt wurden, eine Ausbildung begonnen. Es wurden aber auch andere Wege eingeschlagen. So haben sich 455 für eine weitere Schulbildung oder ein Studium entschieden. Wieder andere entschlossen sich für ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr (unter anderem 48 für den Bundesfreiwilligendienst) oder jobben vorübergehend. Knapp 38 Jugendlichen konnte als Alternative zur Ausbildung eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme angeboten werden.“

 

Die Abschlussbilanz des Ausbildungsstellenmarktes in den einzelnen Regionen des Agenturbezirks Rosenheim sieht folgendermaßen aus:

Stadt und Landkreis Rosenheim: 266 unbesetzte Stellen, circa 32 „unversorgte“ Jugendliche.

Landkreis Miesbach: 90 freie Lehrplätze, nahezu alle Jugendlichen sind versorgt.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 79 offene Stellen, nahezu alle Jugendlichen sind versorgt.

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